Geschichtenliebe #27
Lesezeit: 3 Minuten

Jeder von uns besitzt eine besondere Gabe. Etwas das bei uns mehr ausgeprägt ist als bei anderen. Und genau das zu erkennen, ist das Besondere an dieser heutigen Geschichte. Sie erzählt auf beeindruckende Weise, wie wir uns alle oft unter den vielen anderen Menschen sehen und leider manchmal persönlich abwerten. Viel Freude beim Lesen …. motivierende Gedanken über „das Besondere“.

Die Geschichte vom weißen Kieselstein

Er lag unter tausenden von anderen Kieselsteinen in allen Formen und Größen am Strand. Eine lange Zeit war er sich seiner selbst nicht bewusst gewesen. Er hatte am Tag die Wärme der Sonne in sich aufgenommen und sie an die Kühle der Nacht abgegeben. Dann eines Tages erwachte sein Selbstbewusstsein. Er erkannte, dass er ein annähernd runder und gänzlich weißer Kieselstein war – einer unter unzähligen.

Es machte ihn sofort traurig nur ein Teil einer riesigen Masse zu sein. Wohin der Kieselstein auch blickte, er sah nichts als Kieselsteine. Wie sehr beneidete er die Palme in seiner Nähe, deren Schatten jeden Tag eine Weile auf ihm ruhte. Sie stand allein und schön am Strand. Sie war einmalig, etwas ganz Besonderes. Auch das Meer in seiner mächtigen Endlosigkeit, war es nicht bewundernswert? In ständiger Bewegung, Ebbe und Flut erzeugend und doch geheimnisvoll in sich ruhend. Und was war er dagegen?

Ein unbeweglicher, kleiner, weißer Kieselstein, irgendwann an den Strand gespült und dort liegengelassen. In der Hitze der Sonne, der Kühle der Nacht ausgesetzt, bei Regen und Sturm. Andere besaßen schöne Farben und wunderschöne Muster. Seine Traurigkeit über sich selbst wurde immer grösser. Wie gerne hätte er mit dem Meer getauscht, mit den Vögeln in der Luft, mit den Sternen am Himmel. Was half ihm sein erwachtes Selbstbewusstsein, wenn es ihm nur zeigte, wie klein und unbedeutend er doch war.

Eines Nachts erwachte der Stein aus seinem tiefem Schlaf. Am Himmel strahlte der Vollmond und tauchte den Strand in ein seltsames, zartes Licht. Plötzlich hörte der weiße Kieselstein die leise Stimme zweier anderer Steine, deren Gespräch der Wind zu ihm trug. Als er merkte, dass sie über ihn sprachen, lauschte er aufmerksam damit ihm kein Wort entging. „Schau mal. der Weiße dort. Sieht er nicht wunderschön aus im Vollmondlicht?“ Er ist mir noch nie aufgefallen. Er hat wohl eine Schönheit die sich nur in einem bestimmten Licht offenbart. Gegen sein leuchtendes Weiß wirken alle anderen Steine ganz farblose und blass … ob er weiß, wie wunderschön er ist?“

Am Liebsten hätte der der weiße Kieselstein jetzt vor Freude einen Sprung ins Meer gemacht. Nun drehte sich der Wind und trug die leisen Stimmen in eine andere Richtung. Doch der weiße Kieselstein hatte genug gehört. Er dachte eine Weile nach und begriff plötzlich, dass es anderen Steinen genauso ging wie ihm: Auch sie sehnten sich danach, anders zu sein als sie waren. Und gerade die beiden Steine, die so gut über ihn sprachen, hatte er wegen ihrer Größe schon sehr oft beneidet!

Vielleicht ging es ja auch der Palme so! Womöglich wollte sie lieber das Meer sein oder der Stern am Himmel. Und das Meer wollte am Ende lieber das Land sein. „Was mochte es sein, was einen so unzufrieden mit sich selbst machte“, überlegte der weiße Kieselstein, der im Mondlicht so schön anzusehen war. Vielleicht gab es da ja auch noch etwas anderes an ihm, dass er noch nicht entdeckt hatte?

Und so versuchte der kleine Kieselstein, zum ersten Mal in seinem Leben, mit sich selbst einverstanden zu sein.

Mit der Zeit fühlte er sich immer wohler in seinem glatten weißen Körper. Sicher, er war noch immer ein Stein unter unzähligen anderen, aber das störte ihn nicht mehr. Auch mit seiner Unbeweglichkeit hatte er sich abgefunden. Er lag an einem bestimmten Ort und dort würde er immer liegen bleiben … allein vom starken Wind manchmal leicht geschaukelt. Da ging es ihm wie der Palme, wie dem Himmel und dem Meer. Auch sie konnten den Ort ihres Daseins nicht verlassen. Es musste wohl so sein.

Und so war seine Sehnsucht, mehr von der Welt zu sehen, endgültig überwunden. In der nächsten Vollmondnacht ging ein Liebespaar den Strand entlang. Die junge Frau entdeckte den Kieselstein und sagte zu ihrem Freund: „Schau, wie er im Mondlicht funkelt! Wie eine große Perle!“ Die Frau bückte sich, nahm den weißen Kieselstein in die Hand und betrachtete ihn mit glänzenden Augen … und dann steckte sie ihn in ihre Tasche. <3      

Denk doch mal ein paar Moment über diese Geschichte nach und überlege mal, was DICH ausmacht. Was ist Deine besondere Gabe? Und sei Dir sicher … Du besitzt eine! :D Auch wenn diese vielleicht durch äußere Umstände vergraben ist, sie kann wiedergefunden werden.

Gefunden auf finde-dich-selbst.net Verfasser leider unbekannt.

Danke dass Du bei mir warst und ich freue mich, wenn wir uns bald wieder treffen … auf eine neue #Geschichtenliebe.

XOXO Sandra FrauenPunk

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