Ich war nie empfindlich. Ich habe nur funktioniert.

Persönliches, Seelenleben

Ich habe funktioniert. Recht gut und über viele Jahre. Habe Dinge weggesteckt, geschluckt, ausgehalten, weitergemacht. Das Leben lief, ich lief mit. Laut, schnell, voll. Und ich mittendrin – scheinbar stabil, scheinbar belastbar. Eine von VIELEN eben.

Heute sieht das anders aus … 

Geräusche sind nicht einfach nur Geräusche. Sie dringen ein. Gespräche bleiben hängen, selbst dann, wenn sie längst vorbei sind. Stimmungen in Räumen spüre ich, bevor jemand ein Wort sagt. Menschen lese ich zwischen den Zeilen – oft ohne es zu wollen.
Und der Alltag? Der ist nicht mehr „einfach nur Alltag“. Er ist intensiver geworden. Voller. Manchmal auch zu viel!
Früher hätte ich darüber hinweggehen können. Heute geht das nicht mehr.
Lange habe ich gedacht, mit mir stimmt etwas nicht. Fragte mich, wann ich so „geworden“ bin. Warum mich Dinge plötzlich mehr und härter treffen? Warum ich schneller erschöpft bin, schneller und öfter Rückzug brauche, wesentlich schneller an meine Grenzen stoße.
Meine Antwort auf all diese Fragen bekam ich. Still und langsam.
Ich habe mich nicht wirklich verändert – ich habe aufgehört, mich zu übergehen!
Das, was ich heute spüre, war schon immer da. Ich habe es nur lange genug ignoriert, übertönt, weggedrückt. Weil es einfacher war. Und weil es erwartet wurde. Ich dachte, stark zu sein bedeutet, alles auszuhalten. Wie viele Frauen.
Spät ist mir bewusst geworden: Stärke fühlt sich doch anders an.
Sie zeigt sich NICHT darin, wie viel ich aushalte. Sondern darin, wie klar ich spüre, was mir guttut – und was eben nicht. Darin, dass ich nicht mehr überall mitmache, nicht mehr alles aufnehme, nicht mehr jede Stimmung zu meiner mache. 🙂
Ja, das Leben ist dadurch nicht unbedingt leichter geworden.
Es ist intensiver. Ehrlicher. Manchmal richtig anstrengend

ABER ES IST MEINS!
Bestimmt geht es gar nicht darum, wieder so zu werden wie früher. Nicht darum, robuster zu sein, weniger zu fühlen oder besser zu funktionieren.
Sondern darum, einen neuen Umgang damit zu finden.
Mit dieser Feinheit. Mit dieser Tiefe. Mit diesem Mehr an Wahrnehmung!
Nicht gegen uns. Sondern für uns.
Sensibel zu sein, ist kein Fehler im „System“. Es ist eine andere Art, durch diese Welt zu gehen.
Eine, die mehr sieht. Mehr spürt. Und irgendwann auch klarer erkennt, wo die eigenen Grenzen sind.

Und genau dort beginnt etwas, das viele (ich genauso) lange suchen: Ein Leben, das sich nicht mehr nach „aushalten“ anfühlt.
Sondern nach bei sich ankommen. 🙂

Eine letzte Frage noch an DICH:
Wann hast du das erste Mal gemerkt, dass du anders fühlst als früher?

Danke für deinen Besuch und bis ganz bald, wenn du magst 🙂

Xo Sandra

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