Liebe ist kein Vertrag
Lesezeit: 4 Minuten

Es fällt Paaren leicht, sich am Tag der Hochzeit „ewige“ Liebe zu versprechen. Da die Liebe als „Gefühl“ für immer gemeint ist! Klingt alles schön und kann man auch gut nachvollziehen, jedoch zurückhaltend formuliert ist das etwas verwegen. Immerhin schwören wir uns als Paar ja auch nicht lebenslange Fröhlichkeit, Zufriedenheit oder Spontanität um nur ein paar Beispiele anzuführen. „Ich liebe Dich …“ bedeutet heute etwas anderes und das Versprechen ewiger Liebe, drückt lediglich ein gegenwärtiges intensives Liebesgefühl aus, über das KEIN Vertrag geschlossen werden kann.

Muss mich mein Partner wirklich glücklich machen?

„Du, er hat mich eben nicht mehr glücklich gemacht …“ ist ein Satz, den  ich in meinem Leben A – selbst schon gesagt habe, ich geb es zu und B – so unzählige Male bis heute immer wieder von anderen Frauen höre. Heute nervt mich dieser Satz genauso wie „diese Kekse sind leider aus“. Aber gut, das ist ein anderes Thema. :-)

Ich bekomme eine Nachricht von einer Freundin in der steht: „Ich werde das jetzt durchziehen, ich werde mich trennen. Er macht mich nicht mehr glücklich“. Ernst genommen habe ich diese Nachricht nicht, weil schon zu oft gehört und gelesen. Jedoch hat sie sich damals tatsächlich nach 6 Jahren Beziehung, und mindestens zweimal im Monat „Ich kann nicht sagen ob ich das noch will“,  entschlossen zu gehen, obwohl sie es wahrscheinlich immer noch nicht weiß was sie wirklich will. An dieser Stelle muss ich auch gleich mal Fragen: Seit wann sind Entscheidungen über „ob“ oder nicht oder vielleicht doch so schwer geworden?

Wir denken die ganze Zeit, dass das Leben uns was schuldet …

Wir glauben immer das Leben und die Welt schuldet uns etwas, weil wir ja so „einzigartig“ und sehr sehr wichtig sind >zwinker< … Und das selbe glauben wir von unserem Partner, Freund , Ehemann und Lebensgefährten – er soll uns glücklich machen! Uns Dinge schenken die uns noch glücklicher machen weil wir es ja schließlich verdient haben!

In Wahrheit muss er aber erstmal gar nichts! Eine Beziehung soll etwas sein, was unser Leben noch schöner machen soll. Und vielleicht auch noch glücklicher, aber nicht glücklich. Denn kein Mensch hat die Pflicht, jemandem etwas zu schenken, was er selbst und alleine nicht schaffen kann!

Wenn Unzufriedenheit ein Dauerzustand ist, dann sucht man sich erst einmal jemanden der daran Schuld sein könnte. Das wir dabei bei uns selbst beginnen, wird natürlich umgangen. Sehr oft haben wir dabei unseren Partner im Visier, der nichts ahnend neben uns am Sofa sitzt. Wir Frauen denken angestrengt darüber nach, verbeißen uns in diesen Moment und sagen plötzlich „Früher war da aber mehr Romantik auf der Couch, Du interessierst Dich gar nicht mehr für mich … und Du bemühst Dich nicht mal mich glücklich zu machen!“

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass wir das so glauben und das unser Partner in irgendeiner Weise irgendetwas tun muss.

Liebe ist aber keine Bringschuld!

Ich glaube das vergessen wir immer wieder. Liebe ist kein Vertrag, Liebe ist geben, aber nicht nehmen wollen! Liebe ist so wunderbar, weil sie selbstlos ist! Wir sind der Meinung, dass uns diese „Liebe“ zusteht, nicht nur weil wir es schön finden. Wir wollen jemanden der uns vergöttert, während wir selbst nur darauf warten, dass dieses passiert. Wir wünschen uns passive Bewunderung und wenn wir die nicht bekommen, suchen wir jemanden, der sie uns entgegenbringt … natürlich funktioniert das nur befristet!

Ich möchte dieses Verhalten nicht bewerten, ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass sehr sehr viele Frauen genauso ticken. Und ich spreche hier von Frauen und nicht von jungen Mädchen. So wie eben das Beispiel meiner Bekannten. Wir haben eine Vorstellung von der Liebe und springen von einer Vorstellung zur nächsten da nichts so ist wie wir es aus Kitsch-Romanen kennen. Bis wir irgendwann zu alt zum Springen sind und müssen dann, auf die vielen Chancen zurückblicken, die wir gekonnt ignoriert haben! Wir wollen zu viel und geben zu wenig. Wir sehen uns selbst als größtes Projekt und dabei fehlt uns die Zeit, auf andere einzugehen und deren Bedürfnisse zu erkennen.

Manches ist nicht dazu gemacht, einfach „einfach“ zu sein

Zwischenmenschliche Beziehungen, verbunden mit tiefen Gefühlen sind nun mal nicht einfach, sie sind das Komplizierteste was ich man/ich mir so vorstellen kann. Und genau da sehe ich das Problem. Denn alle denken von sich, sie sind besser als ihr Gegenüber. Und auf diesem Glaubenssatz basieren in der Zwischenzeit Beziehungen und auch Freundschaften. Wir möchten alle das die Ehe oder eine Beziehung Spaß macht und deswegen führen wir keine mehr. Den richtigen Spaß machen Beziehungen in den ersten 18 Monaten … da sind wir berauscht wie nach einer fantastischen Party! Wir können uns nichts und niemand anderen mehr vorstellen. Und dieses Gefühl ist in jungen Jahren genau dasselbe wie im fortgeschrittenen Alter.

Wird dieses Thema diskutiert, wird sehr gerne gesagt: „Früher war eben alles anders, es war eine andere Zeit, da gab es dieses Denken über die Liebe und Beziehung nicht …“. Schon möglich, aber nicht die Menschen waren anders, sondern die Werte! Es wird eben zum Problem, wenn alle Menschen bzw. Paare, vergnügungssüchtig und freiheitsliebend sind, es aber gemeinsam als Paar nicht sein können/dürfen, aber es „solo“ auch nicht auf die Reihe bekommen.

Es ist unser Leitmotiv geworden:

Alles muss einfach sein. Alles sollte Spaß machen. Aber es gibt nun mal Dinge die nicht dazu gemacht wurden, einfach „einfach“ zu sein und dazu gehören auch wir Menschen … als Paar und solo. Meine Passion ist auf jeden Fall ein glückliches und erfülltes Leben zu führen und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Aber um dieses Leben zu führen und auch diesen Level zu halten, müssen wir viel tun!

Damit meine ich – wir dürfen nicht darauf warten oder noch besser erwarten, dass unser Partner den ganzen breiten Weg dazu ebnet und uns all die Dinge, die uns Spaß machen, in Koffern vor die Füße stellt und uns dadurch das Glück beschert das wir uns wünschen … 

Partnerschaft ist Arbeit. Das klingt sehr unromantisch, ist aber so und jeder der etwas anderes behauptet, ist nicht ehrlich! Zu wissen das wir das gewünschte Glück ausschließlich in und bei uns selbst finden werden, hilft uns dabei, eine Partnerschaft nicht als Bringschuld zu betrachten. Ich hatte mal ein schönes Beispiel dazu gelesen:

Eine Beziehung oder Ehe, muss gepflegt werden wie ein Rosengarten. Sie braucht unsere Zuwendung und Aufmerksamkeit. Es muß oft Unkraut gezupft werden … gedüngt und gegossen. Hin und wieder neue Rosen gepflanzt und auch andere entfernt werden, um das Resultat zu erhalten, wie man es nur aus Büchern kennt.

In diesem Sinne … Verlange nicht von Deinem Partner dass er Dich glücklich macht, denn das ist der beste Weg um unglücklich zu sein!

Ich wünsche Dir auf alle Fälle eine glückliche Zeit … ob zu zweit oder alleine! <3

XOXO Sandra FrauenPunk

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