Schön, dass du mal nicht da bist

Es soll ja Menschen geben, die können ständig jemanden um sich haben. Je mehr Menschen umso wohler fühlen sie sich. Ob im Job oder auch privat. Kaum ist Freitag Nachmittag werden schon alle Hebel in Bewegung gesetzt um ja nicht Gefahr zu laufen, dass das Haus leer bleibt! Oder wenn der Partner mal ein paar Tage auswärts ist, gibt es ja Frauen die förmlich am „Rad drehen“ … aus Langeweile? Eifersucht oder Angst. All das gibt es wirklich.

Jeder Mensch ist da anders

Ich geniesse es sehr mit meinem Partner zusammen zu sein. Wenn eine Beziehung funktioniert gibt es ja nichts Schöneres als viel zusammen zu unternehmen, schöne Momente teilen zu können. Und trotzdem ist es bei vielen Frauen anders, so auch bei mir. Ich brauchte schon immer meine „für mich ganz allein und sonst gar nix“ Zeit. ICH mit MIR ganz alleine. Nicht oft, aber hin und wieder. Auch nicht um die Zeit dann mit Freunden rumzuschlagen oder irgendwelchen Hobbys nachzugehen – NEIN. Nur ICH & ICH. 🙂

Ich habe auch noch nie das Gefühl verspürt „zu wenig“ Zeit für mich zu haben, es geht einfach mehr um den Moment der totalen Stille und Ruhe, ohne das Haus verlassen zu müssen! Ich bewunderte immer die Paare die auch noch gemeinsame Arbeit verrichtet haben. Leben und arbeiten – Tag und Nacht zusammen. Ein heisses Pflaster und ein Sargnagel für jede Beziehung!

Es klappt oder eben nicht

Und da gab es dann diese Paare die sich von den Anderen grundlegendst unterschieden haben. Wenn beide das Bedürfnis haben an den „freien Momenten“ auch mal etwas alleine zu tun, es akzeptieren das eine Beziehung kein „Klettenmodel“ sein muss, sondern man sich auch lieben kann ohne 24 Stunden aufeinander zu hocken – klappt das sehr fein!

Tja … und ich kann da inzwischen ja auch ein Wörtchen mitreden. 🙂 Hätte mir jemand vor 1,5 Jahren einreden wollen ich werde mit meinem Mann wohnen UND arbeiten … und das unter einem gemeinsamen Dach … mir wäre ausser einem süffisanten Grinsen, nichts über die Lippen gekommen.  Ja, nun ist es aber genau so, und mir geht es sehr gut damit! Wahrscheinlich auch deshalb, weil Jürgen genauso tickt wie ich. Das macht die ganze Sache völlig unkompliziert und einfach. Und bitte – DAS hat nichts mit Beziehungsunfähigkeit zu tun!

Etwas Freiraum schafft Nähe

Partnerschaften in denen jeden Abend gemeinsam am Sofa gesessen wird, möglicherweise auch noch die selbe Serie geschaut wird und man sich in Wirklichkeit nichts mehr zu sagen hat – ich würde kaputt gehen. Aber was dem einen glücklich macht, ist für den anderen pures Gift.

Ausserdem ist mir bekannt das Männer es absolut nicht leiden können wenn sie eine Partnerin haben, die an ihren Beinen hängt. Das Gleiche gilt aber auch umgekehrt (soll es ja auch geben). Das Alter spielt dabei natürlich auch eine Rolle. Sind die Kinder noch im Haus, wird man darüber gar nicht so aktiv nachdenken können, wollen, müssen.

Je älter ich werde, umso mehr geniesse ich die/meine freie Zeit. Verstärkt wird das Ganze noch dadurch, das sehr viele Menschen nichts Positives mehr ausstrahlen. Darauf reagiere ich besonders empfindlich und suche dann meine Ruhe.

Ich finde es auch sehr anziehend sich nach einem Wochenende wieder zu sehen. Es kribbelt und man ist sich bewusst das man alles richtig gemacht hat.

Die „ICH“ Zeit ist ein Geschenk an mich selbst

Ich bin einfach selbstfürsorglicher geworden. Ich achte darauf was brauche ich jetzt und was kann ich tun damit es mir gut geht, falls ich das Bedürfnis habe. Die „ICH“ Zeit wie ich sie nenne ist von höchster Qualität für mich, weil – ICH muss in dieser Zeit gar nichts! Es ist wunderbar mal „unbeobachtet“ zu sein. Die Gedanken einfach schweifen zu lassen oder sich einfach mal am Boden zu legen und Musik zu hören ohne das jemand die Zimmer durchquert. 🙂 Mich „sortiert“ das wunderbar. Manchmal gerate ich in Stress wenn jemand neben mir ist, ich will ja schliesslich nicht unhöflich sein und meinen Partner links liegen lassen!

Während extrovertierte Menschen ihre Kraft beim Zusammensein mit anderen schöpfen, regenerieren sich introvertierte Menschen eben beim Allein sein. Ein ganz wichtiger Punkt.

Ausserdem

  • Alleinsein kann auch eine heilende Wirkung haben. Befindest du dich in deiner „ICH“ Zeit, ist es möglich dich deinen Visionen, deinen Wünschen und Ideen ganz zu widmen. Perspektiven zu ordnen.
  • Wie auch oben schon mal gesagt „Freiraum für sich selbst verschafft Nähe“. Gute Partnerschaften loten diese Basis aus. Wir halten uns fest um uns dann wieder loszulassen! Beziehungen können auch durch zu viel Liebe kaputt gehen …
  • Stunden des alleine seins fördern auch das schöpferische Potential und sind somit gut für die kreative Arbeit.

Egal ob es jetzt nur ein paar Stunden abends sind indem du DEINEN Moment geniesst, oder Du dich  bei einem langen Spaziergang sortierst. Ein Wochenende für dich hast, weil dein Partner selbst sich Zeit mit Freunden schenkt – freu DICH und sag mit einem liebevollen Lächeln „Schatz, schön dass du mal nicht da bist :-)“, denn in dieser/deiner Zeit, kannst du zu dem finden was du wirklich möchtest. Dein Leben definieren, ordnen und dich wieder neu orientieren .

Ich weiß nicht wie es dir geht wenn du diesen Artikel liest, aber vielleicht möchtest du mir deine Gedanken dazu hier lassen? Ich würde mich freuen! 🙂

XOXO Sandra FrauenPunk

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