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Die Menschen werden immer krasser. Jedenfalls empfinde ich es so. Schon eine kleine Diskussion wird (nicht selten öffentlich) – schon zu einer großen Sache mit noch größerer Auswirkung. Streit ist vorprogrammiert, weil Menschen es verlernt haben, ruhig aufeinander zuzugehen und gemeinsam über ihre Ansichten zu reden. Diese ständige Beobachtung hat mich inspiriert, darüber zu schreiben … für ein besseres Miteinander.

Wir kennen es alle. Eine Meinungsverschiedenheit mit einer uns nahestehenden Person hat uns verletzt und macht uns wütend. Wir haben das Gefühl, uns immer und immer wieder über dieselben Dinge zu streiten. Unser Gegenüber hat keinen Bock sich zu ändern, verharrt auf seinem Standpunkt und wir? Wir sind enttäuscht, gekränkt und oft auch richtig sauer. Aber ehrlich, sind wirklich IMMER die anderen an allem schuld? Diese Frage habe ich mir sehr oft selbst gestellt, und bin zu dem Entschluss gekommen, als allererstes an MIR selbst zu „feilen“. Meine Vorgehensweise möchte ich jetzt mit Dir teilen. Für DICH und Dein Umfeld. Dabei?

Die Erwartungshaltung

JA, ICH habe Erwartungen an viele Menschen, die mir etwas bedeuten. Dazu stehe ich. Ich habe viele Werte, die mir wirklich wichtig sind. Wie zum Beispiel Pünktlichkeit. Es ist eine Form der Wertschätzung, wenn mich jemand nicht 20 Minuten im Regen stehen lässt, sondern pünktlich erscheint. Ich gehe eigentlich immer davon aus, dass es meinem Gegenüber auch wichtig ist! Verhält er sich dann doch anders als erwartet, ärgert mich das maßlos!

Akzeptanz als Lösung. Statt aus der Haut zu fahren, hol ich mal tief Luft. Ich denke über meine Erwartungen nach und versuche mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen. Schließlich kann ja auch etwas Unerwartetes geschehen sein. Allerdings spreche ich meinen Wunsch von Pünktlichkeit danach aus. Erklärungen lösen den angespannten Moment auf jeden Fall auf. Wiederholungen sagen mir allerdings – sorry, aber unsere Wege werden sich hier trennen. Denn Wertschätzung erwarte ich von allen Menschen, mit denen ich meine Zeit teile.

Die Schuldzuweisung

Das bequemste und einfachste überhaupt! Sätze wie „Warum bist Du nicht, warum hast Du das?“ … kommen uns schnell über die Lippen. Alles, was bequem ist, kommt auch schnell in Worten dahergeflogen. Klar, wir fühlen uns im Recht und statt bei uns zu bleiben, geben wir häufig dem anderen die Schuld für eine Situation.

Ich ändere meinen Blickwinkel. Denn ich weiß es ja: Wer mit einem Finger auf andere zeigt, weist mit den anderen Fingern der Hand in die eigene Richtung! :D Ich versuche es so zu sehen: Diese Situation wurde geschaffen, damit ich etwas lernen kann. Wenn ich mich als Beispiel nehme, es geht oft gar nicht um irgendwelche Meinungsverschiedenheiten, den vollen Mülleimer oder unaufgeräumte Ecken. Es geht ausschließlich um mein Gefühl! Ich beobachte mich und das Resultat ist nicht beachtet und gesehen zu werden. Es sind „Wunden“ aus meiner Vergangenheit, für die ich selbst sorgen muss und nicht mein Gegenüber oder mein Partner. Ich rate hier jedem – sprich darüber und öffne Dich Deinem Gesprächspartner.

Die liebe Bequemlichkeit

Wie schon oben erwähnt ist es einfach, die „Schuld“ beim anderen zu suchen. Wir müssen nämlich dabei nicht unser eigenes Verhalten hinterfragen. :-) So herrlich leicht … Schublade auf, Probleme rein … Schublade wieder zu! Und schon ist alles gut. Leider nur sehr kurz. Also bei mir hat sich noch nie ein Problem mit dieser Technik aufgelöst.

Raus aus der Bequemlichkeit! Das ist die Lösung. Ich habe ganz viele neue Verhaltensweisen gelernt. Allerdings passiert das nicht über Nacht. Verhaltensweisen müssen „trainiert“ werden wie ein Muskel und das ist am Anfang ganz schön mühsam. Aber am Ende des Weges wartet mehr Gelassenheit auf uns. Und ich wollte in angespannten Situation lieber mit Gelassenheit, als mit Ärger reagieren! Und dazu fällt mir nur eines ein: in vielen kleinen Schritten und täglicher Übung zum Ziel. ›lächel‹

Kontrollfreak?

Erwischst Du Dich manchmal dabei, alles kontrollieren zu wollen? Von vorne bis hinten? Alles und jeden? Oh ja, ich war so jemand. Ich kann Dir sagen, was dahinter steckt: Es ist die Angst zu versagen, die Angst loszulassen und zu scheitern. Und genau DAS, spürt auch jedes gegenüber. Denn dessen Verhaltensweisen möchten wir gleich mit kontrollieren. Ich habe mir damit niemals Freunde gemacht. Nicht in Beziehungen und es erschwerte auch meine berufliche Laufbahn in gewisser Weise. Heute habe ich all das abgelegt und wie soll ich sagen – mein Leben ist sehr viel einfacher geworden. :D

Zauberwort ist loslassen. Ein sehr „abgelutschtes“, aber trotzdem magisches Wort! Einfach und schnell geschrieben, aber schwer umgesetzt. Loslassen funktioniert nur dann, wenn wir Momente der Ruhe in unseren Alltag (wieder) einbauen. Ich habe viele alte Verhaltensweisen losgelassen und das „Loslassen“ zeigte sich als schwierig. Ängste kamen an die Oberfläche, die sich körperlich als auch seelisch bemerkbar machten. Manchmal war ich wie blockiert, gab der Unsicherheit aber kein Futter, um noch größer zu werden.  Mein Mantra dabei: „Hallo Angst … herzlich willkommen.“

Vielleicht testest Du meine Punkte bei Deinem nächsten Gespräch. Signalisiere immer Verständnis als erste Version, um selbst welches zu erhalten. Wie oft reden wir über die gleiche Sache ergebnislos? Bis es jeder begriffen hat? Bis keiner mehr Lust hat? Oder bis keiner mehr da ist und zuhört, weil vielleicht verärgert?

So soll es doch nicht sein!
Ich wünsche Dir nun eine schöne Zeit und NUR gute Gespräche mit Menschen, die zu Dir passen.

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Es gibt manchmal kurze und sehr einfache Gespräche, die mich lange danach noch beschäftigen und berühren. Worte, über die ich dann gerne schreibe, weil sie einfach beeindruckend sind. Ich möchte Dich heute gerne zum Strand mitnehmen … sagen wir so, auf den Weg dahin.

Es ist bereits September und ich habe in diesem Sommer, den ich wie jedes Jahr in unserer Zweitheimat Italien verbringe, viele bekannte Gesichter und Nachbarn vermisst. Die COVID-Situation hat gerade viele ältere Wohnungsbesitzer veranlasst daheim zu bleiben. Generell war es ein sehr kurzer Sommer mit sehr vielen Neuerungen und Einschränkungen. Ein Sommer, der sicher in Erinnerung bleiben wird, wenn nicht sogar die neue Normalität werden wird.

Ein freudiges Wiedersehen …

Umso mehr habe ich mich gefreut, als genau eines dieser „vermissten“ Ehepaare vor ein paar Tagen angekommen ist. Am Weg zum Strand richtete sich der kleine alte Herr, dem mit seinen 80 Jahren noch immer der „Lausbub“ aus den blauen Augen blitzt, auf. Er schlägt die Hände zusammen und begrüßt mich mit seinen Tiroler Dialekt und einem herzlich strahlenden Lächeln.

„Jo do isch jo unser Negerlein …“, sagte er grinsend.

Er nennt mich immer so, seit wir uns vor ein paar Jahren kennengelernt haben. Das Negerlein … meiner Hautfarbe im Sommer sein Dank. ›lach‹. Ich habe ihm erzählt, dass ich sehr oft an ihn und seine Frau gedacht habe und ich mir wünschte, dass es ihnen auch gut geht! Der quirlige alte Herr erinnert mich jedes Mal an einen kleinen Jungen, der nur Quatsch im Kopf hat. Er ist trotz seiner stolzen Jahre und seiner schweren Krankheit die ihm letztes Jahr offengelegt wurde, immer gut drauf. Er ist total aktiv und er erzählt mir jedes Mal, welche Berge er wieder hochgestiegen ist, sofern es seine Krankheit zulässt. <3

Zu Hause gibt es immer jede Menge Arbeit. Einen Hof, Stallungen belegt mit Turnierpferden. Menschen, die er unterrichtet und Kinder, dessen Talent er fördert. Er ist ein Mensch der mit ganz viel Kraft und Energie gesegnet ist, der ohne Arbeit wahrscheinlich gar nicht existieren könnte, dennoch keine Hektik lebt, sondern ganz viel Ruhe ausstrahlt. Genauso wie seine liebe Frau.

Es sind kluge alte Menschen, die mit der Zeit gehen. Informiert und offen für Neues. Einfach positiv auf alles was auf sie zukommt. Leider hat auch seine Frau, die er liebevoll „Herzstück“ nennt, eine seltene Immunkrankheit für die es noch immer keine hilfreiche Behandlung gibt. „Herzstück“ ist 76 und trotz ihrem Leiden eine sehr charismatische schöne Frau geblieben.

Auf meine Frage ob bei ihnen auch alles in Ordnung sei, sagte er zu mir:Kum Negalein, sitz di her do zu mir …“, was mich ein wenig verwunderte, weil das Reden eigentlich immer seine Frau übernommen hatte. ›lach‹ „Herzstück kimmt erscht, es isch ihr no zu woarm, aber i erzähl dir was …“

„Meine Frau hat keine guten Monate hinter sich und die derzeitige Situation macht es für sie und natürlich auch für mich, nicht gerade leichter. Wir dürfen uns nix einfangen, sonst sind wir ganz schnell weg vom Fenster!“ (So seine tatsächlichen Worte) :D
„Die Krankenhausaufenthalte, waren wie ein russisches Roulette für sie! Ich bin zwar einiges älter, aber irgendwie doch noch robuster.“ „Woascht wos i moan?“ Und da blinzelte auch schon wieder der „Lausbub“ aus seinem Gesicht. :D

Weiter meinte er: „Deshalb habe ich nachgedacht und meine ganze Arbeit niedergelegt. Ich hab alle Pferde verkauft und mich um gute Plätze bemüht. Der Hof ist jetzt verpachtet, sodass ich meinem Herzstück nicht zusätzliche Sorgen aufhalse, sollte mit mir plötzlich was sein.“

Ich hab im Außen wie in meinem Inneren Aufgeräumt! Meine Tasche ist ordentlich sortiert und gepackt, sollte meine Zeit da sein. „Ma woasch jo nit!“, meinte er mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Weißt du Negerlein, ab jetzt will ich jeden Moment genießen und das gemeinsam mit meinem Herzstück! Da sind wir uns beide ganz einig. Wir hatten bis vor kurzem ein sehr arbeitsames Leben. Ein gutes und schönes Leben, aber richtig Zeit zum Genießen, war nicht da. Ich hab halt immer geglaubt, ohne mich gehts nicht!

„Sicher hat mein Herz geblutet, als ich alle Tiere hergegeben habe und die anderen Sachen losgelassen hab, aber wenn ich ehrlich bin, es ist auch leichter auf meinen alten Schultern geworden. Und meiner Frau geht es dadurch auch viel besser! Ja Herzal“ – und da meinte er tatsächlich mich,  „so ist das Leben … so alt kann man gar nicht werden um nicht bis zum Schluss, alles geradezurücken. Die Taschen aufs Minimum ordentlich einpacken, sodass man jederzeit „abholbereit“ ist …“

„Das Leben meiner Frau und mir war ausgefüllt mit schönen Dingen. Aber was hilft es, wenn man sie nicht genießen kann, weil man zu viele davon erlebt und gar nicht schätzen und genießen kann? Weißt du was ich sagen will?“

JA, ich weiß genau was er mir damit sagen will …

Was danach von meiner Seite noch kam, war nicht sehr viel. Ich war erstaunt und gleichzeitig berührt von soviel Klarheit und den Mut, das loszulassen was man eigentlich über alles liebt! Ein paar Meter weiter auf meinem Platz angekommen, dachte ich über dieses nette „Pläuschchen“ nach. Irgendwie scheint sich bei mir alles gerade zusammenzufügen.

Beispiele und Gedanken. Ein Buch geschrieben von Bronnie Ware, 5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen, handelt genau von diesen Themen. Hier geht es zwar nicht um sterbende (Gott sei Dank), aber es ist dieselbe Thematik, die das Buch beschreibt. Lebensaufgaben loslassen. Ballast abgeben.

Ich finde es wirklich erstaunlich und mutig, was die Beiden da auf die Beine gestellt und jetzt im hohen, kranken Alter wieder abgegeben haben. Und warum? Um die, viel zu lange zurückgestellten, Wünsche endlich gemeinsam zu erleben! Es stimmt mich nachdenklich und soll uns auch in Erinnerung rufen, worauf es tatsächlich im Leben ankommt, damit wir das Leben führen, was wir auch führen möchten.

Und da ist es wieder … das Gefühl der Freude und Dankbarkeit das mich seit kurzem so oft besucht! <3

Also mein Tag ist gerettet und vielleicht konnte ich Dir mit meinem kleinen Strand-Pläuschchen auch ein warmes Bauchgefühl vermitteln. Wie Du an diesem Beispiel auch sehen kannst, es ist NIE zu spät und man ist NIE zu alt um Dinge zu verändern und um Dinge freizulassen. :-)

Eine tolle Zeit für Dich.

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Bevor Du loslegst erzähle ich Dir etwas. Ich bin Sandra. Habe die goldene Mitte meines Lebens schon überschritten und fühl mich bis auf ein paar Kleinigkeiten richtig gut. Ich bin keinesfalls traurig darüber zu den „reifen“ Früchtchen zu gehören, weil ich erst jetzt begonnen habe, das Leben zu spüren und auch genießen zu können. Mein Job und meine geglaubte Berufung, ist Vergangenheit. Ich habe mich entschieden, auf andere Berge zu kraxeln. Mein Leben nicht mehr fremd bestimmen zu lassen! Ich habe mich in eine zweite Wahlheimat verliebt, wo mir das Arbeiten Spaß macht und ich jeden Tag neue Inspirationen bekomme. Wo meine Gesundheit Purzelbäume schlagen kann und ich mich richtig wohlfühle. Aber das ist ja den meisten schon bekannt. ›lach‹

Veränderung bringt Erzählungen

Seit diesem Break in meinem Leben, das für viele wahrscheinlich nichts Besonderes ist, habe ich wieder neue Themen, neuen Gesprächsstoff und neue Geschichten … im Gegensatz zu früher! Ich weiß, dass wir die meiste Zeit unseres Lebens am Arbeitsplatz verbringen. Da „erleben“ wir das Meiste. Ob es allerdings immer ein Erlebnis ist, bezweifle ich. ›zwinker‹

Was haben wir zu erzählen? Wir berichten unseren Freunden, der Familie unseren Partner davon. Es geht um Ärgernisse, Stress und Missverständnisse. Zusätzlich werden noch ein paar Tagesgeschehnisse zerlegt und wenn das auch erledigt ist, bleibt immer noch, sich über unangenehme Menschen auszutauschen … der Klassiker eben. Hab ich recht. Ja habe ich. Ich war nicht anders.

Und wo sind die interessanten Themen des Lebens?

Was ich damit meine denkst Du jetzt? Ich meine damit Deine Träume und Sehnsüchte, von denen ich letzte Woche schon mal kurz geschrieben habe. Aber auch Deine Ängste? Sie gehören genauso zu Deinem Leben. Deine Motivation? Dein Feuer? Deine Stärken und Schwächen? Dein „Oje“ und Dein „Hurra“? Genau DAS meine ich.

All diese Dinge sind bei mir in dem hektischen Alltagswahnsinn einfach untergegangen. Verschluckt worden und verloren gegangen. Ich hatte weder Lust noch Zeit gehabt, mich den wichtigen Dingen meines Lebens zuzuwenden. In mich hineinhören, was mich eben ausmacht. Feststellen was mich antreibt und mir Gänsehaut bereitet!

Ja es stimmt, es ist ein sehr bequemer und flacher Weg, dieses „Verdrängen“, nicht? Ist es nicht so, irgendwann gibt es nichts mehr zu erzählen. Es ist ausgelutscht. Immer dasselbe Blabla. Langweilig. Nichts von Bedeutung.

Es geht nicht um die Reise …, sondern um den Aufbruch!

Nämlich den Aufbruch zu uns selbst. Um „sich trauen“ etwas anders zu machen! Neuer Lebensabschnitt – verstehst Du? Veränderungen bringen gleichzeitig auch immer neuen Gesprächsstoff mit sich. Ich habe nun endlich wieder viel zu erzählen. Erzählungen, die tiefer gehen als früher und darüber möchten viele mit mir plaudern.

Manchmal kann ich es selber gar nicht glauben, wie viele tief greifende Gespräche ich in diesem Jahr geführt habe! ›freu‹. Wie viele interessante Frauen in mein Leben auch dadurch getreten sind.

Welche Frauen das sind?

  • Frauen, die genauso unter Ihren Ängsten leiden oder gelitten haben wie ich.
  • Frauen, die unsere Leistungsgesellschaft hinterfragen und sich gedanklich schon auf einen anderen Weg begeben.
  • Frauen, die Ihre Partnerschaft oder Ehe genauer unter die Lupe nehmen, Ihren Bedürfnissen auf der Spur sind
  • Frauen, die manchmal „unbequem“ werden.
  • Frauen, die laut und frech sind und Ihr Ding einfach durchziehen, auch wenn sie viele Pausen benötigen.
  • Frauen, die sich um die Meinung anderer nicht mehr scheren!

Ich kann es ja gar nicht oft genug sagen, wie gerne ich mich mit solchen Frauen unterhalte. :-)
Aus diesen Gesprächen lerne ich selber immer wieder dazu und ziehe jede Menge Kraft.

So viele Frauen haben etwas zu erzählen

Faszinierend wie viele Kommentare und Mails ich hier entgegennehmen darf und ankommen. :D Das Vertrauen ist gelegt und das freut mich wirklich und macht mich sofort dankbar! Offenheit zieht Offenheit an und daraus entstehen wunderbare Gespräche und Erzählungen.

Wenn wir uns also ständig mit denselben Dingen beschäftigen, mit den gleichen Menschen umgeben, nichts wagen und Neues versuchen, werden wir ein Leben lang von den gleichen Dingen erzählen. Von unserer Unzufriedenheit und der Oberflächlichkeit der Menschen. Belanglose langweilige Sachen, die in Wirklichkeit niemanden interessieren aber fantastisch zur „Masse“ passen! Aber ehrlich jetzt. Bist und willst Du das denn? Stell Dir doch mal diese Frage. ›zwinker‹

Ich habe die Erfahrung machen dürfen – Offenheit ist NICHT etwas was Du „machen“ kannst, sondern etwas, was DU erlaubst! Und wie gesagt … nicht die Reise, sondern Dein Aufbruch zählt!

Ja und nun? Nun bist Du an der Reihe um mir Deine Geschichte zu erzählen. Erzählungen von Frau zu Frau … gibt es etwas Schöneres? Ich wünsche Dir eine aufregende Zeit und inspirierende Gesprächspartner. Pass gut auf Dich auf, bis ganz bald.

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Gute Gespräche oder einen aufmerksamen  Zuhörer zu haben, wirken oftmals wie ein Pflaster für unsere Seele. Mit Sicherheit hast auch Du Dir schon mal die Seele frei geredet ohne eine Pause zu machen. Ein gutes Gefühl umgibt uns danach, und so manche Probleme fühlen sich nach unserer „Seelenausschüttung“ plötzlich gar nicht mehr so schlimm an. Negative Emotionen können durch aufmerksames Zuhören geglättet werden.

Ich habe Menschen schon immer beneidet, die sich hinsetzen konnten und sich einfach alles von der Seele zu reden … egal wer vor ihnen sitzt. Schwieriger wird es für Menschen, die sehr introvertiert sind und die sich nur sehr schwer jemandem anvertrauen können bzw. auch möchten! Dabei würde es manchmal unsagbar gut tun. Bevor ich die Erfahrung gemacht habe, dass reden gar nicht so „gefährlich“ ist, war ich auch jemand, der alles mit sich alleine ausgemacht und auch alles hinunter geschluckt hatte. 

Sich alles von der Seele reden habe ich erst in der Therapie kennen gelernt. Zu Beginn war es keine Seltenheit, dass ich eine ganze Stunde einfach nur dagesessen habe und kein Wort über meine Lippen brachte. Es gab maximal ein ja, nein oder ich weiß es nicht von mir zu hören. Nicht dass ich nicht wollte … ich konnte es einfach nicht. Ich schämte mich über Dinge zu sprechen die privat waren und die ausschließlich für mich von Bedeutung waren!

Die positive Wirkung eines guten Gespräches

Heute bin ich sehr dankbar reden „gelernt“ zu haben. Und ich bedanke mich bei so manchem Therapeuten, der es mit mir nicht leicht hatte. Sich etwas von der Seele reden ist nicht nur so ein gängiger Spruch, der schnell mal verwendet wird, sondern er hat tatsächlich eine positive Wirkung auf uns. Negative Reaktionen können dabei nachweislich abgeschwächt werden! Gerade in der Psychotherapie, wo es um die Verarbeitung verschiedenster Emotionen und Situationen geht, die nicht immer nur negativ sein müssen, wird dem Gespräch und dem Zuhören eine angemessene Aufmerksamkeit geschenkt.

Die positive Wirkung eines guten Gespräches ist immer der Ausdruck der Befriedigung eines wichtigen Grundbedürfnisses nach Bindung und Nähe. Die Empathie des Gegenübers und das Gefühl, endlich gehört und verstanden zu werden, wirkt sich unmittelbar positiv auf uns aus.

Also wenn wir im Moment unserer Gespräche achtsam sind … ganz bei der Sache sind, reden aber auch zuhören … offen für alle Eindrücke und Gedanken sind, die da plötzlich auftauchen, wird uns das sehr helfen über unsere Stimmung unsere Gefühle und über eine Situation anders zu denken.

Wenn uns etwas so sehr auf der Seele liegt und unbedingt raus muss!

Als hätte jemand einen Schleier über die Welt gelegt. Alles erscheint unklar. Das Unwohlsein ist mehr als nur eine schlechte Laune des Tages. Das negative Gefühl, dass wir mit uns herum schleppen ist ein Zeichen dafür, Unausgesprochenes loszuwerden. Jeder von uns hat ja so seine Strategien, wie er seine schlechte Laune bei Seite schieben kann. Wenn wir durch dieses „drückende“ Gefühl den Anforderungen des Alltags nur mangelhaft gerecht werden und wenn wir eine Antriebslosigkeit in uns verspüren ist es an der Zeit sich eine Bezugsperson zu suchen, die Verständnis für die gegenwärtige Situation mitbringt.

Für die meisten ist es eine gute Freundin, Schwester oder die Mutter, wo man auch sicher sein kann diesen Satz wie: „Komm, jetzt reiß Dich mal zusammen …“ nicht zu hören. Eine Aussage, die für jede Frau  (Menschen) deplatziert ist, wenn etwas auf der Seele drückt! Manchmal ist allerdings das Leid so groß oder eine Situation so festgefahren, dass die betroffene Person professionelle Hilfe (einen Therapeuten) braucht.

Das die Suche nach einem passenden Therapieplatz nicht immer einfach ist, ist leider auch amtlich. Lange Wartezeiten oder auch der erste Eindruck des Therapeuten kann schon Grund genug für einen „Rückzug“ sein! Dabei können Freunde und Familie aber sehr unterstützend einwirken.

Eine Therapie hilft, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse im Mittelpunkt zu stellen

In der Therapie werden die Wünsche des Therapeuten komplett zurückgestellt. Er widmet sich mit seiner vollen Aufmerksamkeit und Empathie dem Betroffen. Eine sehr emotional entlastende Situation … für jeden der etwas sagen möchte. Ich habe es damals so empfunden und kaum glauben können, dass es da wirklich jemanden gibt, der mich als Person unvoreingenommen wahrnimmt! 

Ich würde es heute so beschreiben: Es ist so ähnlich wie bei einem kleinen Kind … es fällt ihm leichter etwas zu basteln, wenn jemand dabei zuschaut! „Helfer“ im Hintergrund sozusagen. Sie helfen ohne dabei wirklich etwas zu tun. Einen Teilhaber für sein Leiden oder für Situationen zu haben, kann einem das Gefühl geben, einen Teil der Last abzugeben. Die Last geschmeidiger zu machen. 

Für einen Therapeuten, sind jedoch unsere belastenden Gefühle wie Angst, Trauer, Wut oder Hilflosigkeit und Schmerz sehr anstrengend und intensiv. Für uns hingegen ist das Gefühl ähnlich zu vergleichen mit einem Luftballon. Wir lassen die Luft raus indem wir darüber reden. Das Resultat ist, dass die negativen Emotionen deutlich an Intensität verlieren. <3 Danach fühlen wir uns so, als würden wir ein „Pflaster“ auf unserer Seele tragen.

Es gibt aber auch Momente, da will man nicht reden sondern nur in den Arm genommen werden, um zu spüren, was Worte nicht ausdrücken können … Beides kann ich nur empfehlen!

Ich wünsche Dir viele hilfreiche, aufmerksame und ehrliche Gespräche wann immer Du sie nötig hast!
Pass auf auf Dich.

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Das Gute an Bedürfnissen ist, jeder von uns kennt und hat sie auch. Solange wir auf der Welt sind, haben wir Bedürfnisse. Wenn wir sie irgendwann nicht mehr haben, liegen wir wahrscheinlich schon unter der Erde. :D Sehr oft kommen bestimmte Bedürfnisse in uns zu kurz und „schreien“ förmlich danach, befriedigt zu werden. Dazu gehören die lebensnotwendigen Bedürfnisse wie Essen und Trinken, aber auch das Bedürfnis nach Geborgenheit, Nähe, Intimität oder Unterhaltung.

Bedürfnisse sind weder von Zeit noch bestimmten Orten abhängig. Jeder Lebensbereich hat andere Bedürfnisse. Das wir unserem Partner andere Bedürfnisse mitteilen als unserem Boss oder Arbeitskollegen ist verständlich, oder wir mit Kindern anders reden als mit Erwachsenen … Tatsache ist auf jeden Fall, wenn ich mir über meine Bedürfnisse im Klaren bin, stärkt es die Verbindung zu mir selbst und die zu meinen Mitmenschen!

Oft ist man sich seiner Bedürfnisse gar nicht so im Klaren

Es gab bei mir eine Zeit in der ich permanent unzufrieden war. Ich machte und tat sehr viel … hinterher hatte ich das Gefühl dennoch „nichts“ getan zu haben … ich war unbefriedigt auf ganzer Linie. Ich war mir nicht im Klaren darüber was ich eigentlich wollte, was mir fehlte, wonach ich mich sehnte! Ich konnte auch nicht darüber sprechen. Bis ich das herausgefunden hatte verging etwas Zeit. Ich ging mit mir selber ins Gefecht, um mir innerlich Klarheit zu schaffen.

Es gibt hierbei eine Faustregel die besagt:“ Fühlst DU dich nicht gut, kommt irgendetwas in deinem Leben zu kurz“.

Erkenne deine Gefühle und du kannst deine Bedürfnisse erfüllen!

Viele Menschen haben es nicht gelernt über Gefühle zu sprechen, sich mit dem Partner hinzusetzen und über etwas zu reden was einem gerade „wichtig“ ist. Keiner will den anderen nerven … stundenlang über etwas diskutieren das der andere eigentlich bemerken müsste?! Jeder Mensch hat jedoch ein anderes Bewusstsein und Empfinden, die Sensiblen unter uns haben es da besonders schwer. Oft wird tagelang oder sogar wochenlang alles runter geschluckt, bevor es dann endlich und oft in „unschöner“ Form hochkommt. Gerade in Beziehungen ist das ein bekanntes und aktuelles Thema.

Auch ich war dabei eine Meisterin! Ich sagte gerne mal: „Ist schon in Ordnung, das passt so“, meinte aber in Wirklichkeit genau das Gegenteil. Ich dachte mir immer: „Er – Sie – Es müsste das doch merken was sich denn wirklich hinter meiner Antwort verbarg.“ … Blödsinn! Keiner von uns ist Hellseher, also wie soll das bitte gehen? Diese Erkenntnis habe ich jetzt, früher war das ganz anders und es entstanden dadurch sehr viele Missverständnisse und in Folge auch sehr viele „ruhige“ einsame Abende. :-(

Klare Mitteilungen machen Kopf und Herz frei

Es reicht eben nicht, festzustellen, dass Du innerlich hippelig, unruhig und gereizt bist! Du musst es zur Sprache bringen. Vertrauen und Offenheit ist hierzu eine Notwendigkeit. Wir alle haben Angst davor nicht angehört, abgewiesen und dadurch verletzt zu werden. Es gehört für viele eine sehr grosse Überwindung dazu, sich mit seinem Gegenüber darüber zu unterhalten was einen im Moment beschäftigt und nicht zur Ruhe kommen lässt. Ich würde fast sagen es ist eine grosse Herausforderung. Man weiß ja nie was dabei heraus kommt.

Achte dabei auf deine Sprache und Stimme

Auch ich machte gerne und oft den Fehler zu impulsiv zu kommunizieren, kein Wunder wenn man tagelang alles runter geschluckt hatte. Das Ergebnis war nicht befriedigend, der andere fühlte sich eingeengt und fürchtete eventuell auch Konsequenzen aus seinem ihm ja nicht bewussten Verhalten ziehen zu müssen.

Deshalb achte sehr bewusst auf die Wahl deiner Worte, sprich ruhig und einfühlsam. Und mach nicht den Fehler deine Bitten und Wünsche wie Forderungen zu formulieren! Wer nämlich in dieser Weise kommuniziert muss damit rechnen, dass sich sein Gesprächspartner mehr und mehr zurückzieht und auf Abstand geht. So kann aus der gut gemeinten Absicht eine negative Spirale ins Laufen gebracht werden, die am Ende die ganze Beziehung gefährden könnte!

Wer seine Bedürfnisse und Bitten richtig formuliert, wird überrascht sein, wie oft und gerne andere Menschen bereit sind sie zu erfüllen.

  • formuliere deine Bedürfnisse klar und konkret
  • Bedürfnisse sollen positiv und erfüllbar dargebracht werden
  • akzeptiere auch ein „nein“, lass dir das nein erklären
  • zeig dem anderen wie wichtig dir dein Anliegen ist
  • versuche Bewertungen zu vermeiden – es könnte missverstanden werden
  • sucht beide nach Lösungen falls ihr nicht auf einen Nenner kommt

Es ist sehr wichtig auf die richtige Ausdrucksweise deiner Bedürfnisse zu achten. Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie gehört und erfüllt wird. Es geht aber vor allem um die Einstellung einen anderen Menschen ernst zu nehmen, seine Bedürfnisse zu hören und selbst gehört zu werden und die gegenseitigen Bedürfnisse zu erfüllen!

Wer klug sein will, soll seine Bedürfnisse in eine Rangordnung bringen und sie gemäss dieser Ordnung befriedigen. Freilich stört uns dabei die Begierde, die uns vielen Dingen zugleich nachjagen lässt, so dass wir Wichtiges verfehlen, weil wir nach Unwichtigen greifen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg bei deiner Kommunikation und beim Erfüllen deiner Wünsche und Bedürfnisse!