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Als introvertierte Frau in einer extrovertierten Welt zu leben, ist jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung. DAS können mir sicher viele Intro-Frauen bestätigen. Von allen Seiten bekommen wir „Auflagen“. Wie wir sein sollten … was wir tragen sollten … wie wir reden und lächeln sollten und so weiter. Diese Normen können zurückhaltenden Frauen das Gefühl vermitteln, dass sie den „Weiblichkeitsstandard“ nicht erfüllen. Manchmal kann das wirklich sehr frustrierend und anstrengend sein.

Gleich mal vorne ab: Ich BIN eine introvertierte Frau. Ich kenn mich aus in der Gesellschaft, wo redselige gesprächige Frauen die Norm sind. Ich muss auch zugeben, dass sich ein großer Teil in mir  sehr verändert hat. Mein Leben ist mehr still als laut. Und das ganz freiwillig bitteschön! Ich ziehe die Menschenleere der Masse vor! Und wenn du nicht redest … redest … redest, dann kann etwas mit dir nicht stimmen. Das ist jedenfalls die Meinung der anderen. Denn Frauen gelten doch als gesprächig? Sie sind einfach zu unterhalten und lachen ständig? Das sind die Gedankengänge anderer zu diesem Thema.

Damit kann ich nicht dienen …

Und ganz viele andere Frauen ebenfalls nicht. Ruhige Frauen bekommen sofort eine Bewertung verpasst. Wir werden als eingebildet, gefühlskalt und frustriert wahrgenommen. Das erlebe ich oft. „Warum bist du so schlecht gelaunt? „… „Oder traust du dich nicht zu reden?“ Fragen, die gerne gestellt werden. Denn normalerweise ist diese Art bei gestandenen Frauen nicht üblich. Ja, wie soll ich erklären, dass ich grundsätzlich nicht gerne viel rede! Für mich ist das völlig normal.

Introvertierte Frauen, und ich habe viele davon kennengelernt, sind sehr schlecht im Smalltalk. Es langweilt und ermüdet uns viel zu schnell. Wir reden nur, wenn wir etwas Wichtiges zu sagen haben. Es ist für uns Intros keine neue Situation, aber es wäre wünschenswert, sich deswegen nicht so oft so viele Fragen stellen zu müssen.

Sollen wir uns in eine Kultur einfügen, in die wir nicht passen?

Was macht eine attraktive Frau aus? Diese Frage stelle ich oft und bekomme immer dieselben Antworten. Männer definieren so: Kontaktfreudig muss sie sein. Sie soll die Kunst des Flirten und der Unterhaltung kennen. Und sollte jede Art von Spaß verstehen und natürlich mitmachen. Ist „Frau“ so wird sie als selbstbewusst, gesellig und selbstverständlich als attraktiv wahrgenommen.

Ja, ich stimme dem zu. Extrovertierte, spontane Frauen tun sich dabei leicht. Sie können darauf losreden, kichern da und dort, flirten wie von selbst und es scheint, als hätten sie ein sehr unbeschwertes leichtes Dasein.

Aber ist man als „stille“ Frau wirklich um so viel weniger attraktiv? Ja, wir reden vielleicht weniger. Lachen leiser. Sind solider in unserer Art und wir wissen meistens, wovon wir reden. Unsere Argumente fallen „anders“ aus. ›zwinker‹. Und ich finde, es liegt genau deshalb ein gewisser Charme in der leisen Art, die uns begleitet. Und trotzdem wird es von der eklatanten Attraktivität der extrovertierten Frau in den Schatten gestellt.

Introvertierte Frauen haben keine Angst vor Menschen …

Wenn Leute hören, dass eine Frau gerne auf Distanz geht, still und lieber wenig als viel redet, beginnen die Menschen sich darüber ihre ganz „eigenen“ Gedanken zu drehen und zu bilden. Nur weil man als Intro nicht die Gesellschaft der Menschen sucht und braucht, hat man automatisch Angst vor ihnen! Wir sind NICHT schüchtern, weil wir weniger reden.

Introvertiertheit und Schüchternheit sind keinesfalls das Gleiche! Eine Intro-Frau entscheidet sich dafür in der Anwesenheit mehrerer Menschen überhaupt wenig zu reden. Ein schüchterner Mensch möchte zwar mitreden aber fühlt sich zu gehemmt und unsicher das zu tun.

Und ich möchte auch klarstellen, Introversion und Angstzustand sind ebenso grundverschiedene Dinge. Soziale Ängstlichkeit ist ein Zustand der Psyche. Sie tritt bei sozialen Interaktionen auf und kann genauso von extrovertierten Menschen gleichermaßen erlebt werden. Mich hat auch diese Seite eine ganze Weile begleitet.

Und auch wenn ich sehr oft von mir gebe, dass ich kein Menschenfreund bin, hasse ich den Menschen und die Gesellschaft an sich nicht. Ich brauche sie eben nicht. Im Gegensatz zu einer extrovertierten Person, die sich durch soziale Kontakte energetisiert fühlt, fühle ich mich in der Gesellschaft sehr schnell ausgelaugt und müde. Dann ist es Zeit, sich Zeit zu nehmen, alleine zu sein um wieder aufzutanken!

Das Thema Mann: Wir mögen Männer. Und wir wollen nicht für den Rest unseres Lebens solo sein und bleiben! Sicher werden das einige wollen, aber es hat nichts mit Introvertiertheit zu tun. Nur weil ruhige, unauffällige – damit meine ich nicht das Optische – nicht in jeder Situation auf Teufel komm raus flirten, sich die Seele aus dem Leib quatschen und lachen, heißt das nicht das kein Interesse besteht ECHTE und TIEFE Verbindungen einzugehen. Doch! Das möchten wir! Eben anders …

Wir sind auch keine Spaßbremsen, weil wir sehr gerne Zeit alleine verbringen möchten. Intros genießen die Zeit mit ihren „Lieben“ am meisten. Dazu braucht es nicht mal eine Großfamilie. Mir persönlich reicht mein Herzmensch … manchmal ein paar Freunde und ab und zu meine Kinder. Und natürlich unsere Hunde! :D Es ist aber tatsächlich so, dass auch Freunde und Kinder manchmal Anstrengung bedeuten. Diese Menschen wissen aber darüber Bescheid. Sie akzeptieren es, wenn es danach wieder heißt: Ich zieh mich zurück … in meine leise Welt. ›lächel‹.

SCHLUSSWORT:

Heute habe ich als Intro zu Dir geschrieben. Viele stellen sich unter meiner Person etwas ganz anderes vor. Deshalb war es mir mal wichtig Dich über meine Schulter schauen zu lassen. :D Vielleicht erkennst Du Dich ja in manchen Passagen wieder? Wenn es so sein sollte, denke daran, dass DU klug, stark und verantwortungsbewusst bist! Du kannst alle Herausforderungen überwinden! Es ist absolut möglich für eine introvertierte Frau das Leben zu leben, dass sie sich für sich vorstellt. Auch in einer lauten, lärmenden Welt.

Ich wünsche Dir eine gute und nicht allzu „laute“ Zeit. Und wenn Du magst, darfst Du mir gerne Deine Gedanken und Erfahrungen zu meinem Thema heute dalassen.

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Geschenke für zurückhaltende, introvertierte Freunde …

Ob Geburtstage oder Weihnachten, Zeit zum Schenken gibt es das ganze Jahr. :D Menschen zu beschenken mag ich besonders gerne, ich finde es eine schöne Sache – es ist nur nicht immer ganz einfach, wenn man in seinem Freundeskreis sehr verschlossene und zurückhaltende Menschen hat.

Warum komme ich eigentlich auf diesen Gedanken, darüber zu schreiben, fragst Du Dich vielleicht?
Ich zähle mich selbst zu den „Intros“ wie Du ja vielleicht schon weißt und bekomme oftmals Geschenke. Ich freue mich auch über jede dieser Gesten … allerdings passen viele dieser Dinge nicht zu mir und meiner Lebensart.

Daraus sind diese Tipps entstanden, die vielleicht helfen können, die richtigen Geschenke auszuwählen, wenn es um die richtige Wahl eines Geschenks für verschlossene introvertierte Freunde oder Bekannte geht.  ›lächel‹

Geschenke müssen nicht teuer sein …

Daher sind Bücher NIE fehl am Platz! Und ich kenne keinen introvertierten Menschen, der keine Bücher liebt! Ehrlich. Viele Menschen haben es lieber ruhig und in sich gekehrt. Nicht jeder mag gerne von allen Seiten „beleuchtet“ werden und im Mittelpunkt stehen. Und genau mit diesem Gemüt suchen diese Menschen auch ihre Bücher aus. Wie gesagt, ich bin so. Hier ein paar Titel, die bestimmt das richtige „Lesefutter“ für Deine stilleren Freunde sein könnte:

  • Still. Die Kraft der Introvertierten von Susan Cain.  Ein Augenöffner, der die Stärken und das Wesen von introvertierten Menschen super und ausführlich beschreibt.
  • Stille. Ein Wegweiser von Erling Kagge.  Hier handelt es sich um ein inspirierendes Buch über das Wesen der Stille. WAS ist Stille? WAS bedeutet sie? WO kann man sie erleben? Ein Buch, das viele Fragen beantworten wird.
  • Der Klügere denkt nach. Von der Art, auf die ruhige Art erfolgreich zu sein von Martin Wehrle.  Ich würde es als „Mutmach-Buch“ beschreiben. Ein Buch für hochsensible und stille Menschen. Es beinhaltet viele Tipps, wie man seine zurückhaltende Art zu einer besonderen Stärke macht. Ein locker geschriebenes Buch, das die größten Probleme aller Intros sehr gut beschreibt.
  • Understatement. Vom Vergnügen, unterschätzt zu werden von Matthias Nöllke.  Für jeden der dieses Buch liest, ein Riesen-Lesespaß! Über die Vorteile und ab und zu auch Nachteile, der vornehmen „Zurückhaltung“ im Beruf und unter Freunden. :D

Für kleinere Anlässe oder zusätzliche Geschenke …

Freude schenken muss manchmal gar nichts kosten und das sind mir die liebsten Geschenke! Sie fallen unter die Kategorie kostenlos und BESONDERS! :-) Mit umsonst meine ich natürlich, dass kein Geld ausgegeben werden muss. Zeit und Energie werden aber schon notwendig sein. ›zwinker‹.  Aber wenn wir jemanden beschenken, mögen und tun wir das doch gerne, oder?

  • Zeit und Flexibilität ist immer ein wunderbares Geschenk. Wenn Du also Freunde hast, die einfach mehr in der Zurückhaltung und „Stille“ zu Hause sind, bedeutet das nicht, dass diese nicht gerne mit Dir Zeit verbringen möchten. Ganz im Gegenteil, nur eben nicht auf die 0815 Art und Weise!
    Für Intros ist es ein wunderbares Gefühl, wenn Zeitpunkt und die Art der Aktivität nicht plump vorgegeben wird. Ich weiß das sehr gut, denn so können wir unsere Energie gut einteilen und genügend Vorfreude entwickeln. :D FLEXIBILITÄT … ein tolles Geschenk!
  • Tassen zu verschenken ist ja mittlerweile sowieso in. Und trinken muss jeder von uns. Deshalb ist es auch kein unnützes Geschenk! Ich finde es herrlich, dass es mittlerweile auch so viele Tassen zu finden gibt, die Intros aus dem Herzen und aus der Seele sprechen.

So nun kannst Du loslegen und Dir überlegen, ob etwas dabei ist, was für Deinen Lieblingsmenschen passen könnte. Vergiss dabei nicht – ruhige Artgenossen ticken ein ganz klein wenig anders. :-) Und dazu noch abschließend einer meiner Lieblingssprüche:

JA, ich bin ein Intro. Und JA, DU bist ein wunderbarer Mensch und ich mag dich wirklich! Aber jetzt bitte „psst!“, denn ich habe gestern schon mit zwei Menschen gesprochen. ›zwinker‹

Eine schöne und angenehme Zeit für Dich!

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In der letzten Zeit gab es auf meiner Facebook Seite einen Tagespost, in dem es um Sensibilität und die Art „anders“ zu sein ging. Ich bekam darauf sehr viele Zuschriften, die mich bewogen haben, gleich nochmal in diese Tasche zu greifen. Dieses Mal möchte ich gerne darüber schreiben, wie wenig sensible Menschen eigentlich in die Masse der Menschen passen. Wir sind anders. Anders im Denken, anders im Leben, auch anders in Beziehungen und Freundschaft.

„Ich hasse Menschen“ …

Keine Sorge, ich hasse Menschen nicht wirklich, aber in der letzten Zeit ist mir der Gedanke sehr oft nicht nur durch den Kopf, sondern auch über meine Lippen gekommen. Gründe dafür gab es tatsächlich ausreichend. Ich frage mich dann immer, ob ein in sich so ruhender  Mensch, wie ich es bin, solche Gedanken und Worte überhaupt denken und sagen darf? JA, darf ich. Es geht nämlich eigentlich darum, dass ich immer mehr spüre, wie wenig ich mit den anderen Menschen gemeinsam habe und wie wenig, ich mich anpassen kann und möchte! Und ich bin mir ziemlich sicher, dass DU als leiser und sensibler Mensch, es genauso sehen wirst.

Damals:
Drehe ich das Rad der Zeit zurück, war ich schon im Kindergarten ein leises Kind. Wenn ich etwas anstellte, machte ich es still. In der Schule meldete ich mich nie zu Wort. Bloß nicht auffallen. Ich war jemand, den man kaum bemerkte. Jedenfalls machte es so den Anschein. Aber genau durch dieses Verhalten wurde ich zur Zielscheibe von Lehrern und anderen Mitschülern. Heute würde man sagen ich wurde zu einem Mobbingopfer. Ich wehrte mich anfangs nie und duldete die Beleidigungen und Hänseleien. Freunde hatte ich kaum und die ich hatte, waren genauso „eigenartig“ wie ich es war.

Das war damals. Heute ist es ähnlich, denke ich dabei um Freundschaften und enge Beziehungen. Ich habe wenige Freundschaften, die tiefgehend sind. Den Rest würde ich als gute Bekannte betiteln. Am wohlsten fühle ich mich unter gleichen Menschen …, die so sind wie ich. Leise und sensible Frauen, auf unsere eigene Art und Weise.

Laute Menschen gehen mir schnell auf die Nerven …

Es ist tatsächlich so, dass diese Menschen für mich anstrengend sind! Ich weiß gar nicht mehr, wie ich das in meinem Job ausgehalten habe? Umgekehrt bin auch ich für sie sehr oft anstrengend. Ich bin zu ruhig und zurückhaltend … langweilig?  Ich höre lieber zu, als ununterbrochen zu reden. Ich reagiere auf viele Dialoge anders oder eben erst gar nicht! Auch das macht mich nicht unbedingt sympathisch wie ich immer wieder mitbekomme. Mit Smalltalk kann ich nicht leben und es ist absolut NICHT mein Ding. In der Zwischenzeit nicht mal mehr der Höflichkeit halber!

Und, wenn ich mir meine Worte selbst so ansehe, wirkt das etwas eigenartig. Eine Eigenartigkeit mit der ich schon ganz lange Zeit lebe. Aber es ist wie es ist. „Andere“ Menschen haben eine Sichtweise auf das Leben, die vollkommen im Widerspruch zu meinen Ansichten stehen. Deswegen herrscht schnell eine Disharmonie. Ideen und Einfälle klaffen auseinander und was dann passiert, fühlt sich selten gut an!

Im Gegenteil. Ein Unwohlsein ist dann plötzlich da und der riesige Wunsch nach „Ich würde jetzt bitte lieber meine Ruhe haben“. Vielleicht sitzt Du jetzt schon die ganze Zeit da und nickst unaufhörlich, weil Du es total verstehen kannst! Vielleicht denkst DU dieselben Gedanken, aber glaubst, Dich anpassen zu müssen? Weil es unhöflich ist? Weil Dich die Menschen sonst nicht gernhaben oder weil Du sonst die letzten Freundinnen auch noch verlierst?

Lass das bloß sein!

Anpassen. Ein Wort das ich als Kind schon gehasst habe! Heute bin ich 57 Jahre jung. Ich habe mich mein halbes Leben angepasst, jedenfalls habe ich es versucht nur um des Friedens willen, um des „gemocht werdens“ und der Zugehörigkeit in der Gesellschaft. Alles mit unzufriedenstellendem Erfolg wie mir immer wieder gesagt wurde. Aber wie sollte das auch gut gehen, ist man tief im Inneren ein vollkommen anderer Mensch?

Durch den Versuch sich anzupassen verlieren wir jedes Mal einen Teil unserer eigenen Identität. Wir steigen einfach darüber hinweg. Wir ignorieren, was uns wirklich guttut und was wir eigentlich tatsächlich wollen! Kennst Du bestimmt? Ich hatte dieses Gefühl immer, wenn ich versuchte mich anzupassen. Wie oft wurde zu Dingen JA gesagt, damit man „positiv“ rüberkommt? Bloß keine bösen Reaktionen einsammeln! Und das, obwohl wir wissen, dass diese Dinge uns nicht guttun!

Die Zeiten ändern sich aber. Ich schaffe es gar nicht mehr mich anzupassen. Es war auch so, dass ich durch dieses angepasste Spiel noch mehr Menschen anzog, mit denen ich absolut nicht klarkam. Es war also wichtig zu erkennen und anzunehmen wie ich nun mal war. Eine sensible und stille Frau.

Menschen fühlen unterschiedlich …

Eine schwierige Erkenntnis war es für mich zu sehen, dass nicht jeder Mensch so intensiv die Gefühle anderer wahr nimmt wie ich es tue. Ich spüre sehr schnell was ein anderer Mensch braucht. Auch, wenn ich selbst nicht jedes Mal in der Lage bin darauf einzugehen. DAS fällt dann bei mir unter Selbstfürsorge! Ich verstehe sehr gut, wenn sich Freunde längere Zeit mal nicht melden. Jeder hat sein Leben und genug zu tun. Ich habe da vollstes Verständnis denn ich würde wahnsinnig werden, müsste ich jeden Tag telefonieren, simsen oder in irgendeiner Form ein Lebenszeichen von mir funken!

Ich WILL manchmal sogar zu niemandem Kontakt haben. Erst recht nicht, wenn es mir aus irgendwelchen Gründen nicht so ganz gut geht. Da bin ich wie eine Katze, die sich zum „Heilen“ verzieht ›lach‹. Da muss ich in meiner Welt bleiben. Dadurch schöpfe ich Kraft und finde zu meiner alten Energie zurück.

Ich habe viele Bekannte in meinem Umfeld, die damit nicht zurechtkommen. Sie suchen die „Schuld“ bei sich. Dadurch entsteht wieder eine Kommunikation, die mich stresst. Denn eigentlich habe ICH MICH schon hunderte Male „erklärt“. Auch wenn es nett gemeint ist, … für mich ist es sehr anstrengend.

Dadurch gingen auch schon Freundschaften kaputt …

Leider wahr. Gerade, wenn Freundschaften schnell zusammenwachsen ist der Kontakt intensiv. Man macht viel gemeinsam, sieht und hört sich jeden Tag. Für mich als leise und sensible Frau geht das natürlich nicht sehr lange gut. Weil es mir einfach zu viel wurde und wird. Gefühlt nahm die andere Person plötzlich einen großen Teil meiner Seele für sich ein. Für viele klingt das jetzt sicher übertrieben, aber wenn Du selbst ein introvertierter Mensch bist, weißt Du genau was ich meine!

Auf einmal gehört man dieser Person. Irgendwie. Auf eine eigenartig gefühlte Art. Ich hatte auch immer die Erfahrung gemacht, dass diese Personen mich ganz intensiv brauchten! Sowohl um nicht alleine zu sein, aber auch um mit mir über ihre Probleme zu reden oder diese abzuladen. Für diese Art von Freundschaft reicht meine Energie nur noch ganz kurz. Ich merke wie es mich anstrengt. Nett bleibe ich jedoch immer. Ich sag es nur direkt und ohne ausschweife.

Mittlerweile sehe ich es so, dass es ein gewisses „Defizit“ ist, das ich habe. Ich bin für die Masse nicht gemacht! Dieses Verhalten macht mir mein Leben nicht immer leicht. Viele Menschen reagieren unsicher und bewerten mich dadurch auch völlig falsch. Bösartige Meldungen sind dabei ebenso keine Seltenheit. Verständlich aus heutiger Sicht. Damals war es schmerzhaft, heute akzeptiere ich es, ohne es zu bewerten. Denn ICH bin so. Und ich mache KEIN Geheimnis daraus!

Sei wie Du bist, und Du ziehst die Menschen an, die zu Dir passen

Abschließend will ich Dir noch sagen: Frage Dich WER und WIE DU bist. Und vor allem steh dazu! Ich habe so lange im Außen gelebt und gefühlt, mich um andere Menschen geschart und gekümmert, dass ich mich selbst ganz vergessen habe. Ich habe vergessen, wer ich bin und was mich ausmacht. In Wirklichkeit ist es ein Armutszeugnis erst mit 57 Jahren sagen zu können: „Ich weiß heute wer ich bin und was mir guttut …“ Die letzten Jahre haben mich gefestigt. Und wie sagt man so schön? Lieber spät als nie!

Vielleicht hast Du Dich in einigen Textpassagen wiedergefunden. Dann bist Du einer dieser Menschen, die so denken und so fühlen wie ich. Und wenn Du magst, darfst Du diesen Beitrag auch gerne mit ähnlichen Menschen teilen oder ihn an Freunde schicken, um nicht immer eine Erklärung abgeben zu müssen. ›lach‹.

Ich wünsche Dir eine gute Zeit, pass gut auf Dich auf und wir lesen uns bald wieder, wenn Du magst!

Lesezeit: 3 Minuten

Ich habe ja schon mehrmals darüber geschrieben, weil ich der Meinung bin, dass es wesentlich mehr introvertierte Menschen gibt als wir meinen. Viele von ihnen spielen gezwungen eine Rolle, um ja nicht unangenehm aufzufallen. Ist dieses „Rollenspiel“ vorhanden, wird es für den Betroffenen sehr anstrengend! Introvertierte Menschen sind eher zurückhaltend und ein wenig scheu im Umgang mit anderen Menschen. Sie halten sich lieber im Hintergrund auf, als in der Menge zu glänzen.

Ich kann es ja selbst kaum glauben. Ich habe mich vom extrovertierten zum introvertierten Menschen gewandelt. Ich brauchte die „Masse“, die Bühne und ich orientierte mich stets an anderen! Positives Feedback war mein Lebenselixier … kaum zu glauben aber es war tatsächlich so.

Das Leben verändert einen. Das finde ich ganz gut, denn ich sah mich nicht wirklich als Sympathieträgerin :D, allerdings war mir das damals ziemlich egal. Solche gravierenden Veränderungen an der Persönlichkeit sind für andere Menschen, die einen „anders“ kannten sehr verwirrend. Freundschaften zerbrechen, Bekanntschaften verlaufen sich. Und wenn ich zurückdenke, stand ich ganz schnell alleine am Flur.

Es ist wie es ist

Das ist jetzt schon ein paar Jahre so, und ich will es auch so! Dazu wurde ich nicht gezwungen, ich wurde keiner Gehirnwäsche unterzogen, es hat sich durch verschiedene Umstände einfach so ergeben und ich fühle mich dabei richtig wohl! Das allerdings sehen viele Menschen ganz anders. Und genau aus diesem Grund schreibe ich genau diesen Beitrag!

An manchen Tagen bin ich es einfach leid, mich in einer Welt behaupten zu müssen, in der es scheinbar nur darum geht, möglichst laut „Hallo, hier bin ICH“ zu schreien und sich damit in den Mittelpunkt zu drängen! Liebe Leute, dazu gehöre ich nicht mehr, es gibt genug, die diese Rolle für mich übernommen haben. Und soll ich Dir was verraten? Ich  bin so dankbar darüber. <3

Ich meide Ansammlungen, wenn immer es mir möglich ist und fühle mich oft genug anders als andere. Ich mache mir nicht mal mehr die Mühe, meine Introversion zu verbergen. Es ist mir egal, ob ich damit punkte oder nicht. Natürlich kommt es vor, dass ich als langweilig oder oft auch für arrogant gehalten werde oder ich als Spaßbremse bezeichnet werde. Es ist einfach wie es ist.

Wenn ich aber dann mit den typischen Fragen, die nur ein Extrovertierter stellen kann, konfrontiert werde, möchte ich in der Zwischenzeit, am liebsten schreien. Der Gedanke einer „Gebrauchsanweisung“ für mich und mein Verhalten bei mir zu tragen und einfach weiterzureichen, ist mir dabei schon oft in den Sinn gekommen. ›lach‹

Das würde dann in etwa so zu lesen sein:

Warum bist du so still?
Ich rede lieber, wenn ich auch wirklich etwas zu sagen habe. Im Schweigen bin ich auch sehr gut und ich muss nicht um des Redens willen reden …

Warum erzählst du so wenig über dich?
Ich erzähle das, was ich erzählen möchte. Der Rest gehört mir. Besonders wenn es sich um Menschen handelt, die ich nicht gut kenne …

Findest du es normal, so wenig unter Menschen zu gehen?
Ja. In der Zwischenzeit ist es so. Der Trubel und Menschenansammlungen laugen mich aus und strengen mich an. Denn während andere ihre Akkus beim zusammen sein mit anderen Menschen aufladen, entleeren sich meine viel zu schnell. Deshalb ist es mir sehr wichtig, die nötige Distanz und Ruhe zu haben. Auch wenn es schwer zu verstehen ist – ich ziehe meine Kraft aus der Ruhe. <3

Sag mal, ist dir das nicht viel zu langweilig?
Tatsächlich ein klares NEIN. Ich habe nicht das Bedürfnis, ständig vorne mit der Masse dabei zu sein! Ich bin eine einsame „Wölfin“, die alle Entdeckungen und Neuerungen sehr gerne für sich wahrnimmt. Mir reichen die alltäglichen Reizschwellen des Alltags.

Und warum  bist du so oft online, statt dich mit „echten Menschen“ zu unterhalten?
Weil es ein Teil meiner Arbeit ist und ich diese Netzwerk-Arbeit liebe. Abgesehen davon kommuniziere ich online mit „echten“ Menschen. Ich kann Kontakt aufnehmen, wenn ich das möchte. Immer mit einer Distanz,  die mich nicht überfordert. Und sehr oft sind dabei Menschen, die genauso ticken wie ich.

Ich bin introvertiert. Und JA, ich stehe dazu.
So würde es zu lesen sein … meine Gebrauchsanleitung. ›lach‹

Ich kann sehr gut verstehen, dass das Verhalten von introvertierten Menschen, die Extrovertierten unter uns sehr oft vor ein Rätsel stellt. Sie können vieles nicht nachvollziehen, weil sie eben genau das Gegenteil sind!

Versuche Dich nicht anzupassen

Aus Beobachtungen heraus weiß ich es gibt weit mehr Intros als wir meinen. Es liegt daran, dass viele Intros versuchen, sich der Welt anzupassen. ICH tat ja nix anderes. Ich zwang mich eine Zeit lang meine Eigenschaft zu überspielen. Mehr als ich es tatsächlich wollte! Ich nahm Einladungen an, sprach Einladungen aus, pflegte „Zwangsfreundschaften“ und ganz viel mehr. Ich wollte eben, dass niemand enttäuscht war und sich ausgegrenzt oder nicht „gemocht“ fühlte.

Doch was brachte es? Es belastete mich sehr. Es war höchst anstrengend und ermüdend. Seit ich mich dazu entschlossen habe Klartext zu reden, ein klares „JA, lieb von dir, aber NEIN danke“, auszusprechen, geht es mir gut. Es scheint akzeptabel zu werden. :D

Und eines muss ich noch loswerden: Es entspricht definitiv NICHT der Wahrheit, dass Intros langweilig sind! Wir sind so einiges, aber DAS sicher NICHT!

Falls Du dazu etwas sagen möchtest, lass es mich gerne wissen, es könnte interessant werden.

Lesezeit: 2 Minuten

Introvertiert – die unbekannten Wesen

Unterschätze nie ruhige Menschen. Sie bemerken mehr als Du glaubst, denken sich mehr als sie sagen und wissen mehr, als sie preisgeben.

Das typische Bild, das sich Menschen von Introvertierten machen, sieht in etwa so aus: Es  muss jemand sein, der selten auffällt. Ein Mensch der zurückgezogen lebt und sich nirgendwo beteiligt. Ein eher schwieriger Mensch … Das ist mein Erfahrungswert. So sehen mich Menschen, die mich nicht kennen. Leider waren auch welche dabei, die mich sehr gut kannten und dieser Meinung waren. Desinteressiert und ohne Gefühl.

Warum besteht das Bild von Introvertierten stets aus negativen Eindrücken? Schade. Es sollte öfter ein Blick hinter die Fassade eines Introvertierten geworfen werden. Es steckt viel Potenzial in diesen Menschen. JA, introvertierte reden nicht gerne, vor allem nicht so lange. Man tut sich schwer mit Small-Talk. Aber Themen, die uns interessieren, mögen wir. Solche Gespräche dauern dann auch gerne mal länger!

Wir werden als unhöflich oder arrogant wahrgenommen. Das liegt daran, dass wir gerne schnell zum Thema kommen und auf Höflichkeit und Small-Talk verzichten. Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun, sondern wir möchten nur gerne unangenehme Situationen umgehen.

Wir sind auch nicht unsozial! Es stimmt, wir brauchen viel Zeit für uns selbst! Wir sind so sehr mit unseren Gedanken beschäftigt. Das aber bedeutet nicht, das wir keine Menschen mögen. Das Umfeld wird nur sehr akribisch ausgesucht. Es besteht nur ein sehr kleiner Bekanntenkreis. Wir achten darauf, mit wem wir unsere Zeit verbringen.

Ich glaube, wir Introvertierten werden nur falsch verstanden. Wir wenden unsere Aufmerksamkeit und unsere Energie nur stärker auf unser Innenleben.

Ich finde uns gut so, wie wir sind. Wir sind eben Menschen, die man nicht einfach im Vorbeigehen, kennenlernen kann.
Für viele zu anstrengend … für manche eine Herausforderung. Es ist, wie es ist. GUT.

Bleibe Deiner eigenen Natur treu. Wenn Du es liebst, langsam und stetig zu arbeiten, lass Dich von anderen nicht hetzen. Wenn Du Tiefe magst, zwinge Dich nicht zur „Breite.“

Susan Cain

Danke fürs Vorbeikommen, sentire la vita.

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Über das Alleinsein, Einzelgängerinnen und die Tatsache trotzdem glücklich zu sein …

Menschen, die gerne das Alleinsein vorziehen, werden in unserer Gesellschaft schnell als Sonderling abgestempelt. So behalten viele Menschen es für sich, dass sie das Alleinsein vorziehen. Verständlich, bei mir war das zu Beginn genauso. Ich hatte Angst in eine Schublade gesteckt zu werden auf der ein Schild steht „Sonderling“. Das hat sich geändert, ich habe diese Angst nicht mehr. Gerade im letzten Jahr bemerkte ich, wie gut es mir tut nicht mehr in der Menge zu baden. Heute stehe ich dazu, mich stört die gekennzeichnete Schublade „Sonderling“ nicht mehr und ich bin tatsächlich glücklich damit. 

Alleinsein ist keine Notlösung, sondern ein Akt der Selbstbestimmung!

… und es macht stark! So empfinde ich es jedenfalls heute. Diesen Artikel zu schreiben hatte einen Auslöser. Meine letzen Wochen waren etwas anstrengend. Es gab Menschen, die musste ich treffen. Dann gab es Menschen, die wollten mich treffen und dann gab es solche, die wollte ich sehen, aber ich konnte keine Energie mehr dafür aufbringen. Diese „Überdosis“ an Menschen und Worten war mir schlicht weg zu viel. Natürlich denke ich darüber nach und frage mich: „Ist das ok? Werden mir meine wenigen Freunde deswegen den Rücken zukehren? Werde ich eines Tages sehr einsam sterben? Will ich das wirklich so?“ Und nach immer wieder den selben Überlegungen, muss ich ganz klar sagen JA, ICH WILL!

Ich kenne ja ein paar Mitmenschen, die ebenso ticken wie ich. „Sonderlinge“ … wie wir genannt werden und mit denen verstehe ich mich natürlich prächtig! Man muss nichts erklären. Es darf ohne viele Fragezeichen alles so sein wie es ist – sonderbar ruhig.

Doch das war nicht immer so

Mein Leben war in der Vergangenheit laut, hektisch, wild und ich war ständig von vielen Menschen umgeben. Schon mein Beruf erforderte eine gewisse Aufnahmefähigkeit was Menschen betraf. Heute könnte ich diesen Job nicht mehr ausführen, ich wäre keine gute Führungskraft mehr, und ich würde rein gar nichts mehr verkaufen können … diese Gedanken erschrecken mich manchmal sogar ein wenig. Aber wie heißt es, Leben ist Veränderung, manchmal von 200 auf 50.

Ich habe nur einen kleinen Freundeskreis und ich habe auch kein Problem mit Smalltalk und ich arbeite gerne im Team, wenn es nicht zu oft ist und irgendwann reicht es mir dann auch wieder. Dann sehne ich mich danach, mich zurückzuziehen um neue Kräfte zu sammeln. Alleinsein ist für mich eine Selbstverständlichkeit geworden. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es mir in den letzten zwei Jahren zu viel geworden wäre. Ich habe viel zu viel zu tun um darüber nachzudenken. :D

Wenn ich Menschen treffe, dann nicht um mich abzulenken, sondern um für sie da zu sein. Es kommt wie gesagt selten vor aber in dieser Zeit bin ich eine gute Zuhörerin und im Nachhinein denke ich darüber nach, was den anderen beschäftigt. Das ist für mich ein Ausdruck von Respekt!

Wenn ich ausgehe, tanze ich lieber als mich zu unterhalten

Warum das so ist, weiß ich heute ganz gut. Die Oberflächlichkeit der Gespräche erschöpft mich schnell. Eine Entwicklung, die mich selber immer wieder überrascht … Für mich ist es wichtig geworden, dass das Alleinsein keine Notlösung ist, sondern eine Form der Selbstbestimmung. Zwänge machen mich klein und unsicher. Und diese Zeit habe ich hinter mir. Es hilft mir manche Wege alleine zu gehen, natürlich sehr oft mit Unterstützung meines Mannes, aber dennoch aus eigener Kraft … mit eigener Motivation und einem eigenen Ziel.

Dadurch wird FRAU mutiger, gelassener und selbstbewusster!

Es fällt mir immer wieder auf, dass es für andere ausserirdisch klingt wenn man sagt: „Hey, ich habe nur wenige Freunde, ich beschäftige mich am liebsten alleine …“ In unserer Konkurrenz-Gesellschaft ist der Erfolg nicht allein eine Frage der Kompetenz sondern auch der Selbstvermarktung. Anschluss und viele Menschen um sich zu haben ist wichtig. Networking und Kontakte zu knüpfen um „bekannt“ zu werden!

Würde ich DAS alles tun und so leben, würde wahrscheinlich meine Arbeit hier, mein Blog und ich selbst, schon einen weit größeren Bekanntheitsgrad erreicht haben! DAS muss einem aber liegen und mir liegt das glaube ich nicht so sehr. Bekannte, Freunde oder meine Kinder meinen dazu oftmals: „Aber man braucht doch das miteinander, den ständigen Wechsel und Austausch mit anderen …“ Kann schon sein, ich bin aber nicht „man“, ich bin ich! Ich muss nicht schaffen was andere können und wollen um glücklich zu sein!

Mit der Anpassung habe ich mir schon immer schwer getan und je älter ich werde, umso mehr ist mir bewusst was ich will! Zum Glück empfindet mein „Mann“ genauso wie ich. Oft sind wir zu zweit allein … nicht das wir uns nichts zu sagen hätten, aber jeder geht seiner Beschäftigung bzw. seiner Arbeit nach. Und NEIN es ist ganz und gar NICHT langweilig! :-)

Nicht jede Einzelgängerin meidet die Menschen so konsequent wie ich

Aber jede Frau, die in gewisser Weise als „Sonderling“ abgetan wird, scheint ganz genau zu wissen, was ihr gut tut und was nicht. Das denke ich mir immer wieder wenn ich mit solchen Menschen zusammen treffe. Sie nehmen mehr Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse als auf die Erwartungen der Umwelt! Es steckt eine Stärke dahinter, die ich so manchen wünschen würde.

Ich liebe es meinen Blog zu befüllen, Fragen und Mails zu beantworten, ich bin eben ein „Schreiberling“ und das fällt mir wesentlich leichter, als zu reden. Deshalb habe ich es noch immer nicht geschafft, Frauen live zu coachen oder Podcasts zu veröffentlichen … (wobei ich das Letztere nicht ausschließen möchte). Beim Schreiben ist mir ein gewisser Abstand sicher, den ich scheinbar brauche. Sehr oft habe ich das Gefühl beim Schreiben den Menschen „näher“ zu sein, als wenn ich sie vor mir habe …

Ich war als Kind schon so … ich bin in unzählige Welten versunken, meine Fantasie war ehrlich grenzgenial und während ich in meiner Fantasie glücklich war, eckte ich in der realen Welt ganz oft an. Ich glaube noch zu wissen, dass mich andere Kinder komisch fanden und ich weiß, dass mich so manche Lehrer als störend empfanden! Wenn ich eine (meine) Maske aufsetzte, war alles gut. Sie brachte mir Anerkennung und Freude von Außen. Es war nur nichts Echtes und Ehrliches. Ich wusste, so will ich eigentlich nicht sein. Als Jugendlicher nicht der Norm zu entsprechen, ist etwas Schwieriges …

Heute als erwachsene Frau, stehe ich zu meiner Introvertiertheit, zu meinen Sologängen …  ich weiß es gibt viele Frauen denen es ähnlich geht! Und ich freue mich immer wahnsinnig, wenn so jemand in mein Leben purzelt! Ich liebe es mit ihnen zu philosophieren oder einfach nur zu schweigen. Ich folge keinem Trend mehr und die Masse kann mich mal. Sorry. Es ist für mich ok, wenn ich manchen Menschen nicht gefalle und es spielt keine Rolle was jemand von mir denkt.

Wir sollten alle unseren Weg gehen (dürfen), unserem Herzen folgen und unser Bauchgefühl anhören. Und wenn ich mir so manche meiner Mitmenschen ansehe, frage ich mich des öfteren ob sie jemals lernen werden ehrlich auszusprechen was sie wollen! Ob sie sich jemals trauen, zu sein wer sie wirklich sind?!

Der Weg eines Einzelgängers ist sicher nicht einfach, aber er ist ehrlich. Das Leben ist nun mal Veränderung und wer weiß, vielleicht verwandle ich mich noch mal in jemanden der gerne im Mittelpunkt und liebend gerne in der Masse badet! >lach< Jetzt aber ziehe ich die Ruhe und das Einzelgängerdasein vor. :D

Ein Buchtip von mir zu diesem Thema: Die Zweisamkeit der Einzelgänger von Joachim Meyerhoff. :-)

Das wars mit meinen, wieder einmal, sehr persönlichen Gedanken zu einem Thema das nicht nur mich betrifft. Danke für Deinen Besuch, danke fürs Zuhören und danke fürs Teilen … wenn Du magst!? Bis ganz bald.

Lesezeit: 3 Minuten

Introvertiert bedeutet im Umgang mit anderen Menschen eher verschlossen zu sein. Introvertierte Menschen halten sich eher im Hintergrund. Sie beziehen ihre Energie aus der Ruhe und aus dem notwendigen „Allein sein“. Besonders Künstler und kreative Menschen  und ich :-) gelten sehr oft als introvertiert. Darüber hinaus wird Menschen, die introvertiert sind aber auch Zivilcourage, scharfsinniges Denken, anderseits aber auch Eigensinnigkeit und geringe Teamfähigkeit zugesagt. Sie arbeiten gerne alleine oder mit Gleichgesinnten. Da ist auf jeden Fall was dran.

Introvertiert zu sein, finde ich völlig ok!

Fragst Du Dich auch manchmal weshalb Du Dich unter vielen Menschen nicht wohl fühlst? Du nach der getanen Arbeit ein dringend starkes Bedürfnis verspürst, die Türe hinter Dir zu schliessen und einfach nur allein zu sein? Auch Dein Freundeskreis im Vergleich zu anderen eher „winzig“ ist und Du Dich auf Partys eher verloren fühlst und nie richtig weißt was Du eigentlich reden sollst?

Ich kann Dich auf jeden Fall gleich mal beruhigen: DU bist völlig OK! Du gehörst zu den Menschen, die ihre Energie aus sich selbst heraus holen und nicht aus der Interaktion mit anderen. Es reicht Dir eine, ich nenne es jetzt mal „minimal-stimmulierende“ Umwelt? Der Freundeskreis ist klein? Gut, dafür sind es aber auch wirklich erlesene Menschen und kein Franz & Hans! Wir, und ich zähle mich genauso dazu, Individualisten haben da unsere eigenen Möglichkeiten uns auf gewisse unausweichlichen Verpflichtungen vorzubereiten …

Hier ein paar Möglichkeiten

Vormittag ein Meeting, abends eine Party … In Wirklichkeit interessiert Dich der immer gleiche Small-Talk nicht. Die angekündigten Meetings bei denen nie etwas herauskommt und immer dasselbe besprochen wird und bei den Partys, wo ebenso immer der gleiche Quark beredet wird und jeder nur besser-schöner und klüger sein will! Manchmal geht es jedoch nicht anders: wir müssen „antreten“.

Für Meetings gilt als Vorbereitung

  • Stell Dir die Frage was Du selbst dabei erreichen möchtest.
  • Agenda Punkte durchgehen.
  • Wer ist anwesend?
  • Bereite Dich vor, indem Du Dir relevante Artikel oder Mails genau durchliest!
  • Nimm Dir vor aktiv teilzunehmen, auch wenn es dann nur halb so viel wird.

Für die Partys, die Du/wir  ja so lieben, >zwinker< gilt beinahe dasselbe. Lege Dir ein paar interessante Geschichten zurecht, die Du anbringen kannst. Schau wer eingeladen ist und denk Dir einfach es sind nur ein paar Stunden! Der einzige Unterschied zu den Meetings ist der: Du darfst etwas trinken, das enthemmt irgendwie und macht das Ganze oft erträglicher. Ausserdem einfach mal losquatschen, egal ob beim Meeting oder auf der Party, ist ein gutes Rezept! Auch ohne viel nachzudenken das sagen was einem auf der Zunge liegt. Es ruiniert nicht sofort Deinen Ruf, falls das Gesagte nicht 100% durchdacht war. :-)

Introvertierte haben viele Stärken – nutze sie!

Deine Mitmenschen sind manchmal beeindruckt was Du alles mitbekommst! Du beobachtest ohne Anstrengung, während die anderen es gar nicht registrieren! Teile es mit, die Umwelt braucht Deinen Daten-Input. Ausserdem wird an Dir geschätzt dass Du ein sehr guter Zuhörer bist und nicht zu denen gehörst, die sich selber am liebsten reden hören! Es wird Dir vielleicht gar nicht bewusst sein, aber Deine Umwelt nimmt dich als sehr verlässlich und einen sehr durchdachten Menschen wahr. Setze deine Stärken bewusst ein, dadurch bleibst Du Dir selber treu und Du fühlst Dich gut in Deiner Haut!

Zusammengefasst, Du bist und hast

  • eine grosse Beobachtungsgabe,
  • bist verlässlich,
  • besitzt Empathie und Menschenkenntnis,
  • durchdacht,
  • „Bullshit“ gibt es bei Dir nicht,
  • Individualismus pur.

Fazit des Ganzen

Wir werden leider sehr oft als ungesellig und arrogant dargestellt oder eingeschätzt. Das ist definitiv totaler Quatsch! Das werden alle Menschen dementieren können die uns besser kennen, also zu den „Erlesenen“ gehören. Das Wort Randgruppe hört sich für mich irgendwie „ansteckend krank“ an … Nix da – WIR sind in Ordnung nur eben etwas leiser, laute Menschen gibt es ohnehin genug! Haben wir jedoch das richtige Gegenüber können wir bis in die frühen Morgenstunden plaudern und haben auch unseren Spass daran. Durch unsere hochsensible Empfindungsgabe, spüren wir den anderen mehr als normal üblich. Gespräche über neue Ideen und Gefühle lieben wir, dynamische Präsentationen vor viel Publikum sind ebenso (meistens) kein Problem.  Die kleineren Gruppen oder der herkömmliche Small-Talk macht den Introvertierten eher Schwierigkeiten und das ist nicht schlimm. :-)

Also – es ist völlig in Ordnung introvertiert zu sein!
Früher habe ich mir gewünscht „anders“ zu sein … heute bin ich froh darüber genauso zu sein wie ich nun mal bin. :D Das von Dir selbst sagen zu können wünsche ich Dir auch.

Lesezeit: 4 Minuten

Lust auf Gesellschaft oder doch lieber alleine oder mit Auserwählten wenigen Menschen? Hast Du dieses Gefühl schon mal verspürt? Waren es früher ( und mit dem „früher“ meine ich, vor ca. zwei drei Jahren ), nur Orte gut wo sich die Masse aufhält, wo immer etwas los war, daß Gewusel nie aufhörte … nur an solchen Plätzen fühlte ich mich wohl. Zuviel Menschen daß gab es bei mir nicht! Mit mir alleine war es schwierig, ich konnte einfach nichts anfangen mit der Ruhe und ich hatte immer das Gefühl zu ersticken wenn ich keine Menschen um mich hatte! Ist es heute so, daß ich nach einem halben Tag auf den Strassen mich auf nichts mehr freue , als den Schlüssel zu Hause umzudrehen mich hinzusetzen und mir zu denken :“ Poah … es ist Luxus in den eigenen 4 Wänden seine Ruhe zu haben!

Klingt schlimm oder?

Manchmal erschrecke ich selber wenn in mir dieses Gefühl wieder hochkommt, aber es ist eben so. Seit einiger Zeit habe ich  keine Lust mehr auf zu viele Menschen und Gesellschaften. Früher hätte es nichts gegeben wo ich nicht dabei sein hätte müssen, über jeden Blödsinn mitgelacht und ich wäre bei den Letzten dabei gewesen die sich auf den Heimweg gemacht hätten. DAS war eben früher.

Vor einiger Zeit musste ich lernen das man auch alleine ohne einen selbst auferlegten “ Gruppenzwang“ leben kann, und da begann eigentlich mein umdenken. Viele soziale Kontakte langweilten oder nervten mich sogar. Hatte anfangs auch keine Ahnung wie ich damit umgehen sollte?! Ich zog mich zurück – freiwillig … daß war meine selbst gewählte Isolation. Es störte mich plötzlich nicht mehr „ohne Wirbel“ zu sein.

Worum geht es dabei?

Richtig bewusst ist mir das ganze  bei einem ehemaligen Kollegen Treffen. Ich wollte nicht schon wieder kneifen und so folgte ich der Einladung. Es dauerte nicht lange bis ich bemerkte das ich mit dem „Tischgeschwätz“ null anfangen konnte! Ich hatte mir eher einen regen Austausch über Berufliche Werdegänge usw. erhofft nach beinahe 10 Jahre des sich nicht Sehens … Es interessierte keinen der 15 Leute die gekommen sind. Und mich? Mich interessierte das Stammtisch Geschwätz nicht, die ins Detail gehenden Scheidungs und Fremdgeh – Geschichten,  Missgeschicke wie verwaschene Wäsche und sitzengebliebene Kuchenrezepte – Entschuldigung, aber da war mir meine Zeit zu wertvoll und deshalb verlies ich dieses „Kabarett “ nach dem Essen!

Beim nach Hause fahren fühlte ich mich ein wenig schlecht, oder  eher … wie soll ich das nur nennen … ja es war die Gleichgültigkeit dieser Gespräche! Und eigentlich waren es n nicht nur die Gespräche, sondern auch die Menschen die mit grösstenteils egal waren.

Gedanklich tobe ich mich manchmal aus

Es kommt ja immer wieder vor daß man gezwungen wird manche Gespräche mit zu hören, sei es in der Bahn, Bus, Kasse  oder beim Arzt – ach da gibt es unzähliges! Mein Lieblingsbeispiel ist das Bahn fahren. Das funktioniert nur mehr mit Kopfhörer bei mir. Menschen die in den Abteils alleine sitzen, zücken sofort ihr Phone sobald sie sitzen und telefonieren lautstark. Diskutieren über irgend welchen Scheiss wo mir sofort das Fremdschämen wieder hochfährt, „schlichten“ ihre Beziehungen oder erzählen ihr Erlebtes … und das bis zum aussteigen. Da hilft auch das wechseln des Abteils nicht, sie sitzen überall! Rücksicht ist ein Fremdwort und interessiert niemanden. Trau dich freundlich zu fragen etwas leiser zu sein, wird es überhört oder bekommst eine patzige Antwort.

Bin ich unter solchen Menschen, gehe ich Gedanklich sehr oft die Dinge durch, welche ich ihnen gerne ins Gesicht sagen würde. Und ich kann nur eines dazu sagen : freundlich und nett würde das nicht ausfallen!

Mein Umfeld ist mir sehr wichtig geworden

Die Zeit ändert sich, die Menschen verändern sich. Das ist nun mal so. Deshalb bin ich der Meinung, mir mein Umfeld auszusuchen. Menschen die ähnlich ticken wie ich, wo gleiche Interessen vorhanden sind und vor allem solche wo ich weiß, SIE sind echt und authentisch! :-)

Ich bin KEIN Menschenhasser

Möglicherweise kommt dir durch den Sinn :“ die hasst ja alle Menschen?!“ ( Übrigens finde ich das Wort ganz schön extrem … ) Nennen wir es ordentlich : Ich bin auch kein Misanthrop! Ich mag nur diese Massen Ansammlungen nicht. Bin ich in der Öffentlichkeit unterwegs, bin ich ja automatisch ein Teil davon. Das Gefühl zu haben in der Menge bedrängt und getrieben zu werden von anderen. In der dicht gedrängten Strassenbahn den Körper des anderen zu spüren, Gerüche einzuatmen die mir Gänsehaut bereiten und vor allem dem Gerede ausgeliefert zu sein!

Es ist nicht möglich sich dem Gewusel zu entziehen weil – es ist überall. Heut zu Tage findet man eine völlig andere Umwelt vor. Viele von uns ziehen sich dann eben zurück  ( Introvertiert ). Mir wurde schon mehrmals vorgeworfen ein unmenschliches verhalten an den Tag zu legen. Sehe ICH nicht so. Im Gegenteil, ich bin SEHR Menschlich genauso wie auch mein Verhalten. Nur weil man/ICH gerne gegen den Strom paddelt wird man schon wieder gerne gekennzeichnet (Ich habs mir sogar Tättowieren lassen :-) ) – auch wenn es so ist, ist man deshalb kein schlechterer Mensch.

Ich sehe mir die Menschen an …

und stelle sehr oft fest, daß viele davon gestresst sind, andere traurig, andere wieder total fixiert und konzentriert. Und dann gibt es noch die, die sind wie ich. Sie versuchen dem ganzen zu entkommen, wollen von der Masse nix wissen. Sie fliehen in die Musik, lesen ein Buch während sie warten, sitzen oder stehen. Und jedesmal wenn ich das beobachte, muss ich schmunzeln … es gibt sehr viele die so sind wie ich! :-)!

Eigentlich hab ich mich m it diesen Artikel wieder ein kleines Stück “ ausgezogen“. Wie geht es DIR wenn du das liest und vor allem wie kommst DU mit der Menschenmasse klar? Würde mich interessieren und gleichzeitig sehr freuen von DIR zu lesen …