Schlagwortarchiv für: Stille

Lesezeit: 4 Minuten

Es gibt keine Gespräche mehr. Keine Telefonate oder Mails, die im Postfach landen oder verschickt wurden. Von einem persönlichen Gespräch ist überhaupt nicht mehr zu denken. Wenn Nahestehende den Kontakt abbrechen, ist das oftmals schwerer zu verdauen, als wenn lieb gewonnene Menschen sterben. Ein Artikel mit Erfahrungswerten …

Ein Abschied ohne Worte hinterlässt reine Ohnmacht

Anrufe werden nicht mehr entgegengenommen. Briefe nicht beantwortet. Zufällige Begegnungen sind schwer zu ertragen und werden, wenn überhaupt, mit ein paar kühlen Worten aus dem Weg geräumt. Es gibt Menschen, die beenden völlig unvermittelt und ohne Erklärung die Beziehung zu jenen Menschen, die ihnen am nächsten sind.

Betreten bleiben Geschwister, Eltern, Kinder oder Partner zurück. Sie fühlen sich nicht mehr gewollt … aussortiert und weggeschmissen. Ich kenne alle Seiten davon, wobei das Schlimmste davon das Stillschweigen der Eltern war. Die Gefühle dazu sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Aber in den meisten Fällen, ist es so, dass sich bei einem radikalen Kontaktabbruch die Zurückgelassenen fühlen, als würde ihnen der Boden unter den Schuhen weggezogen.

Bei mir waren es sehr viele Fragezeichen, Sorgen, Tränen und letztendlich ein Sack voll schlechtem Gewissen. Es ist kein schönes Gefühl zu wissen, dass man nicht mehr gehört werden will und auch keine Möglichkeit bekommt sich mitzuteilen und Differenzen gemeinsam auszutragen.

Besonders belastend wird ein solcher Abschied, weil es so verdammt schwerfällt, mit dem Kontaktabbruch seinen Frieden zu machen, vor allem wenn die Gründe ungeklärt bleiben!

Wenn jemand stirbt, ist diese Situation schmerzhaft und schlimm. Aber wir haben die Möglichkeit uns zu verabschieden. Wir können das Grab besuchen und uns alles von der Seele reden. Ein Abschied in dieser Hinsicht ist also möglich. Anders ist es bei einem, ich nenne es mal, „uneindeutigen Verlust“. Es ist nämlich eine Situation, in der wir die Trennung von „verlorenen“ gegangenen Menschen nicht betrauern können, weil noch so viel Unklarheit und jede Menge Hoffnung zurückbleibt.

Von nichts kommt nichts

Hinter jedem Kontaktabbruch steht eine Vorgeschichte, davon bin ich überzeugt. Manchmal sind es ungeschickte Bemerkungen, für den anderen ein nicht gerechtfertigtes Verhalten, Versäumnisse und Zurückweisungen. Man könnte die Liste bestimmt noch ausführlicher gestalten! Oft zeigt sich dann im Nachhinein erst, was sich so alles im Laufe der Jahre angestaut hatte und man die kleinen Warnsignale übersehen bzw. überhört hat.

Ein Kontaktabbruch entsteht meistens aus einer Notsituation heraus. Weil man so verletzt und gekränkt ist (wurde), denken wir, der Abbruch bringt uns Ruhe und Frieden! Leider ist das nicht der Fall. Jedenfalls nur vorübergehend.

In meinem Fall waren Gespräche mit meiner Familie aus mir unerklärlichen Gründen nicht mehr möglich. Ich nutzte den Geburtstag meiner Mutter, um ein liebevolles Gespräch zu führen. Es kam nichts, nur Kälte und Stille. Ich war vorbereitet und gab meinen Eltern beim Verlassen des Hauses einen sehr langen Brief. Ohne Bewertungen oder Schuldzuweisung, stattdessen mit Verständnis und ganz viel Liebe und der Zuversicht, dass es danach möglich sein wird, bestehend „Konflikte?“ zu lösen. Das ist nun bald fünf Jahre her und es vergeht kein Tag wo ich nicht daran denke. Es hat nie wieder auch nur ein Lebenszeichen von meiner Familie gegeben. Geschwister und Eltern sind zwar nicht gestorben, jedoch sind sie für mich auch nicht mehr greifbar.

Es ist mir gelungen abzuschließen. Ich warte und erwarte nichts mehr. Allerdings musste ich mit dieser Situation lernen, richtig umzugehen. Eis sehr langer schmerzhafter Weg. Eines sei gesagt: Durch die Funkstille alleine, werden Probleme nur verdrängt, das Grundproblem bleibt! Beide Seiten bleiben innerlich miteinander beschäftigt. Auch wenn es wie in meinem Fall, nur mehr sehr selten und nicht mehr schmerzhaft ist.

Bindungserfahrungen der Kindheit

Ich habe mich sehr viel und ganz lange mit diesem Thema beschäftigt. Und ich kann heute sagen, ob jemand dazu tendiert, eine Beziehung unerwartet abzubrechen oder anderenfalls, um beinahe jeden Preis festzuhalten, hängt weitgehend davon ab, wie die Bindungserfahrungen in der Kindheit erlebt wurden! Ja … und schon wieder ist sie da, unsere Kindheit die uns so sehr prägt. :D

In meiner Familie fehlten immer die Worte um Konflikte ordentlich zu klären. Oder sich vernünftig zu trennen. Es wurde immer nur geschwiegen. Diese Sprachlosigkeit kann über Generationen wiederholt werden und soweit ich mich erinnere, war das auch so. Es ist leider so, unbewusst wiederholt man etwas das man erlebt hat, wenn es nicht reflektiert werden konnte.

Sich aus der bedrückenden Situation befreien

Manchmal braucht es radikale Schritte, um wieder Durchatmen zu können. Die Ablehnung und fehlende Möglichkeit miteinander zu reden, fühlt sich an als würde man einfach wegradiert werden. Trotzdem muss man den Tatsachen ins Auge sehen. Liebe, Freundschaft und Anerkennung können wir nicht erzwingen. Nicht von Freunden oder vom Partner und auch nicht, von den Eltern!

Mir gelang es während meiner Ausbildung, ein eigenes Leben aufzubauen. Anders als das Leben meiner Eltern. Mein Leben wurde allerdings immer infrage gestellt. Es gab immer wieder Annäherungen, erfolgreich waren sie immer nur kurz. Es war ein ständiger Kreislauf von Verletzungen, Ärger und Missverständnissen. Danach folgte wieder Stille.

Aber irgendwann war sie wieder da … diese Stimme, die flüsterte: „Hey, es ist doch deine Schwester, es sind deine Eltern, sei nicht so, sie haben es nicht anders gelernt …“ so in etwa und die Spiele begannen von vorne. Diese Geschichte ist meine, aber ich weiß von ganz vielen Menschen, dass es ihre eigene sein könnte.

Viele „Verlassene“ müssen zumindest versucht haben, den Kontakt wieder aufzunehmen und sei es nur mit einem Brief. Wenn das nicht gelingt, und man genügend Bedenkpause gegeben hat, ist es wirklich besser loszulassen. Wenn alle Bemühungen nicht wahrgenommen werden wollen, sollte das Wort Selbstliebe vorrücken. <3 Man quält sich sonst nur.

Ich habe für mich ein Ritual gefunden, mit dem Familienverlust umzugehen. Ich schreibe gedanklich einen Brief in dem steht, dass ich das, was in der Familie in den ganzen Jahren geschehen ist und ich nach großer Kraftanstrengung zu der Erkenntnis gekommen bin, ihre Entscheidung anzunehmen und zu akzeptieren. Ich habe mein Bestes gegeben, mehr kann ich nicht tun.

Meiner Meinung nach ist es außerordentlich wichtig innerlich aufzuräumen. Frieden zu schließen und auch zu vergeben. Obwohl ich mit der „Vergebung“ noch nicht ganz fertig bin >ehrlich bin<!“ Wie das jeder für sich handhabt, ist individuell. Eines steht jedenfalls in Stein gemeißelt: Nichts auf der Welt kann man erzwingen.

Falls Du vielleicht gerade in solch stillen Zeit steckst, schenk Dir die Zeit um richtig zu handeln und am besten ohne Erwartungen. Du bist auch ohne diese Menschen vollständig und wunderbar. Ganz viel Selbstliebe.

Lesezeit: 4 Minuten

Heute spiele ich mal „Lehrerin“. Ich fordere Dich zu einem Selbsttest heraus. Sein einfach mal still. Einfach mal nur dasitzen und nix tun. NICHTS reden. Nur beobachten was diese Stille so mit Dir anstellt. Schaffst Du das und wenn ja für wie lange? Beginnst Du nach fünf Minuten schon unruhig hin und her zu wetzen? Oder bist Du vielleicht eine geübte Meditations-Tante und schaffst es sogar eine Stunde oder länger?

Mein persönlicher Rekord liegt bei zwei Tagen. Abgesessen bei einem Schweigeseminar, das mich an meine Grenzen gebracht hat. Aber es geht ja nicht darum Rekorde aufzustellen, sondern darum zu sich selbst zu finden und dadurch endlich zur Ruhe zu gelangen. Also ich fordere Dich heute auf: Sei still und beobachte Dich dabei.

Die Tasche voller Konflikte trägt sich schwer

Nur so mal angenommen, es geht Dir genauso wie es mir ergangen ist. Ein Berg voll Sorgen, jede Menge ungelöste Probleme. Schwierigkeiten bei der Arbeit und ja – da sind ja auch noch die psychischen Probleme. Angst und Panikattacken, körperliche Tiefpunkte, das volle Programm also. Ich hatte ziemlich viel zu bieten. Was denkst Du, was ich damals gemacht habe?  Richtig – ich habe mir 200 %ige Ablenkung gesucht!

Diese bestand aus ganz viel Arbeit, die ich mir sogar mit nach Hause genommen habe, vielen Partys und vielen Menschen, die ich zu mir eingeladen habe. Dabei verfliegt die Zeit schon relativ schnell und laut! Es war mir nur wichtig gewesen, mich nicht mit meinen Problemen auseinanderzusetzen. Mit einem Wort: Ich habe die Flucht ergriffen!

Hat mich dieses Verhalten in irgendeiner Form weiter gebracht? Ein klares NEIN. Ganz im Gegenteil. Ich spielte dieses Versteck und Flucht Spiel sehr lange, bis es irgendwann einen lauten Knall gab. Das Spiel war vorbei und ich wurde ausgeknockt. Erst als ich „zwangs-sediert“ zur Ruhe kam, konnte ich eines feststellen …

Mein Sack voller Probleme lag auf einmal glasklar vor mir

Meinen freiwilligen Aufenthalt in einer Spezialklinik hatte ich die ersten Tage schwerstens bereut! Kein Fernseher, keine Musik, kein Handy oder MacBook, kein Buch und keine Menschen, die einen bespaßen. Nur Stille und der Blick aus dem Fenster stand am Rezept. „Schluss mit dem davonlaufen, jetzt ist die Zeit gekommen, um sich auf die wesentlichen wichtigen Dinge in Ihrem Leben zu kümmern … SIE SELBST.“

Dass dies in der Stille am besten gelingt, war mir da noch nicht so klar. Es machte mir sogar Angst. Dieses Nichtstun zählte halt gar nicht zu meinen Merkmalen. Und in der Welt wie ich sie kannte, war Stille und nichts Tun sowieso wie eine ansteckende Krankheit!

Diese Zeit war damals sozusagen meine Premiere. Ich habe viele Stunden in Stille verbracht und meine Erfahrungen damit sammeln dürfen. In dem Moment, wenn man keinerlei Ablenkung zur Hand hat und man ganz bei sich ist, fängt ein Film an zu laufen … und zwar der Film des eigenen Lebens. Du schaust aufmerksam zu und stellst schnell fest, wo Deine größten Baustellen im Leben sind. Glasklar liegen sie plötzlich da …

Die Stille hilft Dir, Lösungen für Dein Problem zu finden

Es ist tatsächlich so, während man so still sich selbst beobachtet, wird einem bei vielen Dingen klar, was man zu tun hat! Die Lösungsansätze sind definitiv nicht einfach. Meine waren schmerzhaft und mega anstrengend. Eine riesige Veränderung stand mir bevor, aber es wurde mir klar, dass es nur so gehen würde, wollte ich in Zukunft ein anderes Leben führen wollen!

Mein „Film“ hat mir gezeigt, dass ich mit meinem Job nicht mehr glücklich war, dass ich mich mit den falschen Menschen umgab. Menschen, die sich an mir bedienten. Das mein schmerzhaftes Familien-Thema endlich angesprochen werden musste und das ich zu meinen psychischen Problemen stehen musste.

Es war viel. Aber ich lernte aus dem Stress auszusteigen. Es war immer alles viel zu schnell. Überlege doch selber mal, wie oft hast Du heute schon gesagt: „Ich muss noch schnell einkaufen, noch schnell aufs Klo, schnell dies und das …“? Siehst Du, wusste ich doch. Diese Schnelligkeit tut uns aber leider nicht gut. Sie laugt uns auf Dauer aus. Still zu werden ist der erste und beste Schritt zur Langsamkeit.

Ich verspreche Dir, wenn Du das ein paar Mal versucht hast und sich Dein gehetzter Geist an die Stille gewöhnt hat, wirst Du diese Qualität des SEINS nicht mehr missen wollen. Das Gute an der Sache, es kostet Dich keinen Cent. Du kannst das täglich anwenden. Du hast die Möglichkeit in Deiner Mittagspause Dein Handy zu inhalieren oder Dir zum hundertsten Male die langweiligen Geschichten Deiner Kollegin anhören oder Du setzt Dich einfach mal raus. Auf eine Bank und tust nichts außer in Stille beobachten. ›lächel‹

Die Stille hat mich süchtig gemacht

Das Ganze ist ein Prozess, der seine Zeit braucht um es auch wirklich verinnerlicht zu haben. Damit klarzukommen! Aber wenn Du diesen Weg mal gewählt hast, bin ich mir sehr sicher, dass noch weitere Dinge folgen werden. Vielleicht fängst Du auch mit dem Meditieren an? Meditation ist für mich ein wesentlicher Bestandteil um meine Ängste und Panikattacken gut im Griff zu haben. Vielleicht reduzierst Du Deinen Medienkonsum, weil Dir die dauernden negativen Nachrichten auf die Semmel gehen?

Vielleicht fühlst Du Dich in der Natur sehr viel wohler als in lauten Cafés oder stickigen Kinosälen? Gerade in der Natur ist die Stille und Ruhe allgegenwärtig. Ganz egal was Du daraus machen wirst – es wird Balsam für Dich und Deine Seele sein.

Nachsatz:

Nach all meinen Erfahrungen, die ich mit der Stille machen durfte, begann ich damit sie täglich zu konsumieren. Ich bin ein „Stille-Junky“ … ich brauche das für meine Balance, für mein Wohlbefinden, meine Gesundheit und meine Kreativität! Ich bin kein Profi im Meditieren, aber ich könnte nicht mehr ohne sein. Ich liebe es aus der Großstadthektik abzutauschen, in Orte und Momente einzutauchen, die  mir absolute Stille schenken. Die damalige Zwangsruhe hat mein Leben verändert, wenn nicht sogar gerettet, aber das wäre schon wieder ein anderes Thema.

Erst in der STILLE erkennst DU, wer DU wirklich bist.

Und, wie ist es bei Dir so? Bedeutet Dir bewusste Stille auch so viel wie mir? Über Deinen Kommentar freue ich mich natürlich!

Lesezeit: 5 Minuten

Das Gefühl wenn Stille herrscht … Du kommst nach deinem Arbeitstag nach Hause, bist geschafft – und doch wieder auch nicht. Du hast dir fest vorgenommen heute Abend mal so richtig zu entspannen und faul zu sein. Dein Wohnungstüre nähert sich und somit sind auch schon die ersten Gedanken wieder da, wie „was ist zu Hause noch zu tun …“

10 Min in der Wohnung – ist es wieder da – dieses Gefühl, dass dich immer dann aufsucht, wenn du mit dir alleine bist, wenn Stille herscht. Wenn grad mal Zeit wäre um die Schuhe auszuziehen und die Füsse hochzulegen.

Die Stille und du kannst nicht entspannen

Jeder Mensch ist im Normalfall in der Lage sich zu entspannen. (Im Normalfall!) Es gehört zu unseren innersten Betriebssystemen, die uns schon als Baby mitgegeben wurden. Wenn uns dieser „Relax-Faktor“ schon über einen längeren Zeitraum abhanden gekommen ist wissen wir unser Betriebssystem ist gestört. Erste Anzeichen dafür sind auch die fehlende Konzentration, wir neigen zur Ungeduld und wir können einfach nicht Abschalten und zur Ruhe kommen.

Irgendwann – den Kopf voller Gedanken – schlafen wir möglicherweise vorm TV ein, statt ins Bett zu gehen. Ein interessanter Beitrag oder eine Doku halt uns auf dem Sofa fesst. Kaum läuft das Programm, sind wir auch schon down under.

Ich hatte dieses Problem sehr lange Zeit, ich brauchte TV um überhaupt schlafen zu können. Die Ruhe im Schlafzimmer war alles andere als ermüdend. Mein Arzt sagte damals dieser Fernseh-Schlaf sei alles andere als gesund und regenerierend. Man schläft ein ohne richtig abzuschalten, das Unterbewusstsein nimmt während dieser Einschlafphase den ganzen Müll aus dem TV-Programm auf. Reizüberflutung pur! Alles andere als ein gesunder ruhiger Schlaf und nicht gut für unseren erschöpften Körper.

Schlaftrunken schleppte ich mich dann oftmals ins Bett, oft davon gefolgt, dass ich panisch aus dem Schlaf aufschreckte. Ich fand selbst in meinen Träumen keine Ruhe. Begleitet wurde das Ganze mit Herzrasen und Beklemmungen, oft auch die Angst Sterben zu müssen. Ich war auf der einen Seite froh als ich den Weckton hörte, anders rum war ich total gerädert und fühlte mich schwach und unausgeschlafen.

Jeder kennt und hat mal diese Phase, wo es in im Job mal stressiger ist. Man muss Überstunden schieben oder das Betriebs Klima hängt grad etwas schief. Das heisst dann wir sind kopftechnisch mehr verplant. Leichter reizbar, und im Schlaf finden wir auch nicht die Ruhe, wie wir sie eigentlich brauchen würden. Darf alles mal sein und gehört zum Alltag. Kritisch nur wenn sich diese Phase über längeren Zeitraum erstreckt.

Ein schleichender Prozess

Leider ist das ganze ein schleichender Prozess. WIR und unser Umfeld nehmen die ersten Anzeichen gar nicht wirklich war. Die nicht wahrgenommene Erschöpfung – ein erstes Warnsignal und die Vorstufe eines stillen BURNOUTs.

Mir ist auch aufgefallen, das Menschen die ihre ganze Leidenschaft in ihren Beruf legen, engagiert sind und auch immer gute Laune (tagsüber) vorlegen, die am meisten betroffenen Menschen sind!

Viele von euch werden dieses BURN OUT Thema vielleicht auch schon gar nicht mehr hören können. Es wird ja sehr viel darüber geschrieben und zerredet.

Als „Mode-Krankheit“ deklariert…

„Fahr einen schicken Wagen … und leg dir ein Burn Out zu.“, das war mal ein Spruch den ich hörte, und der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist! DAS sagen dann die, die keine Ahnung von nix haben, aber überall ihre Klappe aufreissen!

Ich find es ist ein Thema das uns immer wieder begegnen wird, möglicherweise bekommt es einen anderen Namen – schickeren Namen, keine Ahnung. Die Thematik bleibt trotzdem die gleiche.

Die ersten Anzeichen

Wahrscheinlich können die Betroffenen Parallelen ziehen.

Ich hatte plötzlich den verstärkten Drang und Zwang mich beweisen zu müssen. Ich vernachlässigte meine eigenen Bedürfnisse und warf mich noch mehr in die anfallenden Projekte. Wenn Konflikte in Anmarsch waren – die radierte ich aus und von Problemen wollte ich sowieso nix hören. Ausserdem veränderte ich mein gewohntes Verhalten und wenn mich jemand darauf ansprach, ging ich auf Rückzug. Ich verlor das Gefühl meiner eigenen Persönlichkeit und war zudem innerlich komplett leer. Ich fühlte gar nichts!

Ausser den Drang von der Stille und Ruhe zu fliehen! ARBEITEN – das befriedigte mich. Ich musste aber sehr bald fest stellen, dass ich meine Leistung nach und nach verlor und nicht mehr bringen konnte. Resultat: Unzufrieden mit mir selbst.

Es war immer sehr sehr wichtig viele Menschen um mich zu haben, nur um keine Ruhe zu haben, nichts durfte „einschlafen“. Je mehr Gewusel und Lärm herrschte, desto sicherer und abgelenkter fühlt ich mich.

Doch in der damals, wie ich heute weiß, beginnenden Anfangsphase meines BurnOuts, ertappte ich mich wie langsam jegliche Art von Terminen absagte oder umlegte, nur um zu Hause zu bleiben bzw. bleiben musste.

Tat mir anfangs der ganze Trubel gut und war angenehm, machte er mich jetzt fast wahnsinnig! Dinge die ich vorher kaum wahrnahm, so wie das Ticken einer Uhr – Klimaanlage in der Firma – Stimmfarben von Menschen zb. machten mich verrückt und aggressiv. Alles was zu Hause abzustellen war, stellte ich auf off. Wahninnig zu werden, stellte ich mir damals genauso vor, ein schreckliches Gefühl.

Dazu kamen Angst, grosse Zweifel und ein riesiger Druck von Aussen. Mein Magen fuhr 8er Bahn und die immer stärker werdenden Rücken- und Nackenbeschwerden trieben mich dann endlich zum Arzt.

Ich schämte mich so „schwach“ zu sein und um Hilfe zu bitten. Versuchte sogar nochmal ein gutes Schauspiel vor meinem Arzt zu spielen, mit schlechtem Ausgang. Nichts ging mehr, meine Akkus waren leer … Game over, rien ne va plus.

Es folgte der totale Zusammenbruch. Es war mein 2tes Burnout, dem schenkte ich mehr Beachtung.

Burnout und was kommt danach?

Ich habe nach meinem 1sten diagnostizierten Burnout den Fehler gemacht, es sehr locker zu nehmen. Ich fürchtete um meinen Job und startete viel zu früh wieder in die Arena. Damals ging es mir wahrscheinlich um die Anerkennung der anderen, Schwächen kam für mich nicht in Frage! Nur Versager haben Schwächen …

Ein grosser Denkfehler, den ich mit einem heftigen Rückfall bezahlen musste! Das volle Programm. Meine Arbeit war ich los, meine Gesundheit für eine längere Zeit auch.

Beim „2ten“ war ich vernünftig. Ich befolgte die Anweisungen meines Arztes, peppelte mich erstmals wieder auf, fuhr auf Reha und befasste mich mal mit MIR. Ich pfiff auf die „Anpassung“ – ich rebellierte und verweigerte das was mir nicht gut tat.

Ich nahm mir die Zeit, die ich für mich brauchte. GESUNDER GEIST = GESUNDER KÖRPER, eine Formel die treffend ist! Ich nahm eine gewisse Zeit eine SCHONHALTUNG ein, lernte viel über mich und von anderen. Eine Erfahrung, die nicht missen möchte, auch wenn es eine harte Zeit war.

Jetzt, im Nachhinein gesehen, war dieses Burnout ein Weckruf für einen besseren Weg, in ein besseres glücklicheres Leben.

Alles hat seinen Sinn im Leben – auch wenn die Erleuchtung erst etwas später eintritt :-)!

  • Heute lass ich mich nicht mehr treiben. MEIN individuelles Tempo – die Balance ist wichtig!
  • Energie auftanken! Mal hol ich SIE mir in der Ruhe, dann wieder in der Action – ICH brauch nämlich beides :-)
  • Ein wichtiger Bestandteil meines Tages ist Tagebuch schreiben. Den Tag nochmal „durchkauen“.
  • Ich setze mir kleinere, erreichbare Ziele und versuche mich auch über kleine Erfolge zu freuen

Nur wer auf seinem Weg geht kann von Niemandem überholt werden!

Marlon Brando, ein kluger Mann :-)

Zum Schluss möchte ich noch sagen:

DAS beste Gegenmittel zu einem Burnout ist, dass wir das Richtige aus dem richtigen Grund tun. ICH vertrau mir jetzt, meine Seele kennt immer die richtige Antwort! Achtet auf die ersten Warnsignale und was auch sehr hilfreich ist, versucht den übertriebenen Perfektionismus auszuschalten. DAS macht vieles lebenswerter! :-)