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Wenn wir das Wort „Wunden“ hören, ist wahrscheinlich der erste Gedanke ein spitzer scharfer Gegenstand, der tiefe Verletzungen an uns hinterlassen kann. Stimmt. Darum geht es aber heute nicht in meinem Beitrag. Die Wunden von denen ich heute schreiben werde, bluten nicht … jedenfalls sind sie nicht sichtbar für andere! DU hingegen spürst sie deutlich. Sie brennen in Deinem Herzen und es gibt kein Medikament dagegen … Es sind Wunden, die ganz leise und nach und nach entstanden sind … Wunden entstehen nicht immer durch scharfe Gegenstände, sondern durch Lügen, falsches Verhalten und Worte.

Wenn ich mich zurück erinnere, haben meine blutenden Schienbeine und Hände, mir damals nicht solche Schmerzen bereitet als die Sätze meiner Eltern, die zu mir sagten: „Kannst Du nicht einmal Deine Beine heben so wie alle anderen es auch tun?“ Bam  … das saß. Ich weinte nicht weil mir das Blut über meine Strümpfe lief, ich weinte weil ich wieder mal nicht entsprochen habe. Es ist nur ein Beispiel das hängen blieb und womit ich sagen möchte: Wunden, die durch Worte entstehen, können mehr Schmerz verursachen als offensichtliche und blutende Verletzungen.

Verletzungen, die unsere Seele berühren, verändern uns

Wir alle wurden oder werden verletzt.  Und wir alle tragen so manchen Scherbenhaufen mit uns. Sei es eine dramatische Kindheit, der Verlust eines geliebten Menschen oder eine schmerzlich endende Liebesbeziehung. Tag für Tag treffen wir Menschen, ohne zu wissen welche Wunden sie mit sich tragen.

Jeder von uns hat seine persönlichen Kämpfe, die er auszutragen hat. Wer verletzt wurde, kommt eine lange Zeit nicht wieder hoch. Wir trauern, wir weinen und wir geben uns unantastbar. Wir merken, dass wir uns verändert haben. Dieser Rückzug bedeutet reinen Selbstschutz und Selbstschutz bringt Misstrauen und sehr oft auch Wut mit sich. Es ist eine Taktik und ein Abwehrmechanismus, mit dem wir versuchen nie wieder so verletzt zu werden!

Ich nehme mich mal wieder selbst als Beispiel: Ich habe gut drei Jahre um eine Beziehung getrauert … war vollgestopft mit Wut und schlechten Gedanken. Ich konnte (wollte) vielen Menschen nicht verzeihen. Ich verkroch mich in mein Schneckenhaus und verwehrte mir selbst so meine Chance auf das Glück, dass irgendwo auf mich warten hätte können.

Mit Leid umzugehen ist eine gewissenhafte Aufgabe und nicht leicht

Eine jede seelische Wunde knabbert an unserem Selbstwert. Und sich damit auseinanderzusetzen ist nicht das selbe, als ein Eis essen zu gehen. Ich weiß noch genau, dass ich mir dessen gar nicht bewusst war. Ich glaubte mein Selbstwert war ok. Alles gut. Ich bin im Reinen mit der ganzen Geschichte und ich bin NICHT wütend. Das man sich als Mensch so viel vormachen kann, war mir gar nicht bewusst.

Kein Mensch kann ewig mit dieser Selbstlüge und mit dieser „Schneckenhaus-Taktik“ leben. Wir dürfen nicht wie Einsiedlerkrebse werden und uns selbst bemitleiden. Alle Verletzungen heilen … nach und nach. Wichtig dabei ist, sich mit seinem eigenen Schatten auseinander zu setzen. Ehrlich zu und mit uns selbst zu sein. Wir müssen unser Selbstwertgefühl wieder herstellen … heilen und das kann niemand ausser uns selbst tun! 

Nur wenn es uns gelingt, sich all diesen schmerzhaften Erfahrungen mutig und voller Entschlossenheit zu stellen, können wir aus dieser Situation als neuer Mensch wieder aufstehen. Die Auseinandersetzung mit unseren Themen die Narben hinterlassen haben, die feindseligen Menschen, die uns langsam und still verletzt haben müssen wir als erledigt sehen können. In eine Schublade packen können und versperren. Diese Arbeit an und mit uns verändert. Man ist danach nicht mehr der selbe Mensch. DU WIRST DADURCH STÄRKER.

Das ist der erste Schritt zur Akzeptanz!

Balsam für meine Wunden war die ehrliche Auseinandersetzung. Das wieder ins Gleichgewicht kommen. Damit konnte ich mich von all dem befreien was so schwer auf meinen Schultern saß und was so viele Jahre so sehr weh tat. Es war eine Entscheidung, mir eine dickere und schönere Haut zuzulegen … eine, die sich nicht so sehr ausgeliefert anfühlte und verletzlich war.

Ich meine jeder Mensch ist auf seine Weise verletzlich. Der eine mehr der andere weniger. Manche wollen es auch nicht zugeben. Ich hasste meine Verletzlichkeit! Für mich war es ein Schwächeakt gegen den ich ankämpfte. Zu mal unsere Gesellschaft auch „verbietet“ Verletzlichkeit zu zeigen. Schwachsinn … das ist heute meine Meinung dazu. Es ist wichtig und macht uns menschlich, unsere zerbrechlichen Teile in uns zu akzeptieren und auch zu zeigen! Wir müssen uns aber auch immer vor Augen halten, dass wir es verdient haben glücklich zu sein … unser Glück zu finden und mit allem Frieden zu schließen.

Ein wichtiges Thema dazu ist die Wut

Wie gesagt, ich war ein zorniges Rumpelstilzchen … voller Wut und Hass. Es brachte mir nichts ausser Kopfschmerzen, Falten und ein Magengeschwür. Und ob wir es glauben oder nich, diese Wut vergiftet das Gehirn, die Denkweise verändert sich.

Die ständige innere Wut sorgt dafür, dass wir die positive Sichtweise auf unser Leben und auf andere Menschen verlieren. Und bitte – wer soll in so einem Zustand seinen Frieden finden und abschließen können? Wie sollen unsere Wunden heilen, wenn wir voller Wut sind? Diese unsichtbaren Wunden würden immer in uns schlummern.

Was zu tun ist, um aus diesem Wutdenken auszusteigen, möchte ich noch mit Dir teilen:

  • Öffnen wir unser inneres Auge um uns selbst wieder Hoffnung zu geben. Es bringt uns nichts, sich immer und immer wieder auf das Leid und auf den Schmerz zu konzentrieren, die unsere Wunden verursacht haben. Diese negativen Gedanken versperren uns den Weg der Möglichkeiten etwas daraus zu lernen!
  • Um das zu erreichen, müssen wir aufhören misstrauisch zu sein. Nicht jeder Mensch will uns verletzen!
  • Gedanken, die sich ständig um Angst und Wut drehen, bremsen uns darin unseren Fokus auf die Zukunft zu legen!
  • Wir müssen unser Gesicht in die Sonne drehen … neue Klarheit und neue Hoffnung finden, und auf neue Projekte zu gehen!

Diese Punkte sind sehr wichtig um abzuschließen zu können. Es wird immer so sein, dass Menschen anderen Menschen im Laufe ihres Lebens Leid und Schmerz zufügen  … Wunden, die sie still hinterlassen und sich dann davonschleichen. Dennoch sollten wir uns immer daran erinnern das wir in der Lage sind, uns selbst zu heilen! <3

Manchmal ist die Art wie wir handeln nur ein Spiegel unserer Wunden.

Ich bin heute glücklich und dankbar, mich intensiv mit meinen „Wunden“ auseinander gesetzt zu haben. Ich habe Frieden gefunden und es kostet mir nur noch ein sanftmütiges Lächeln wenn ich an diese Zeit denke … das Rumpelstilzchen ist Vergangenheit. :-) Der Platz für meine Verletzlichkeit ist geblieben … der Rest ist ein positives, glückliches und zufriedenes Gefühl! <3

Ich wünsche Dir ein Leben ohne Wunden und wenn, dann jede Menge Selbstliebe, die Dich heilt.
Pass auf auf Dich.

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Ärger, Zorn und dem Zerreissen sehr nahe … es gibt viele Gründe weshalb man manchmal aus der Haut fahren möchte. Leider, oder vielleicht ist es auch gut so, kann und soll man seinen Ärger nicht immer Freiraum geben. Dadurch wird der Unmut zwar nicht weniger, aber die daraus resultierenden oft sehr unüberlegten Handlungen werden vermieden.

Ärger ist kein guter Berater, er verleitet zu voreiligen Handlungen!

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, als mir mein Vorgesetzter vor sehr vielen Jahren, ich war noch sehr jung, unrecht tat und mich das so dermaßen ärgerte, dass ich in dem Moment vergaß mit wem ich mich zu dem Zeitpunkt „anlegte“ … und es mir beinahe meinen Job kostete!

Zu schnell kommen in einer emotionalen Situation einem Worte über die Lippen, die sich, mal ausgesprochen, nicht mehr zurücknehmen lassen. Oft hilft nicht mal eine Entschuldigung. Gesagt ist gesagt und ein bitterer Nachgeschmack bleibt immer hängen.

Darum wäre es gut, wenn es die Situation ermöglicht, erst mal Abstand zu gewinnen. Auch dieser Schritt ist ein oft sehr schwieriger, aber ein sehr kluger! Es kommt auch immer darauf an ob es jetzt um eine „ranghöhere“ Person geht, oder ob du dich über deinen Partner oder Freunde grün und blau ärgerst.

Ich habe für mich entschlossen – IMMER zuerst mal ne Nacht drüber schlafen, das nimmt schon mal den Wind aus den Segeln. Und das Dinge die einem nicht gefallen oder einen eben so ärgern, sich nur durch ein Gespräch aus dem Weg räumen lassen ist logisch! Aber eben nicht vorschnell sondern mit Bedacht.

Ein Blatt Papier und ein Stift können dir dabei helfen

Du wirst dich jetzt fragen wozu das Ganze gut sein soll? Es geht dabei ausschliesslich um das Niederschreiben deiner Gedanken was das Ärgernis betrifft. Vielleicht schreibt der eine oder andere Tagebuch? Wenn ja, verstehst du sicher was ich damit sagen will. Schreiben ist ein befreiender und reinigender Prozess!

Die Objektivität zu dem Ereignis wird besser

Aus dieser Perspektive betrachtet entstehen dann oft Wege für eine Konfliktlösung, die sonst eventuell nie hervorgekommen wäre! Der Ärger wird ausserdem in ein erträgliches Mass abflauen.

Der Brief

Such dir einen Platz wo du ungestört bist. Formuliere deine Wut in geschriebene Worte, nicht darüber nachdenken – einfach losschreiben … WAS dich ärgert … WER dich ärgert. Nenne die oder denjenigen beim Namen. Die Wortwahl hat keine Bedeutung, DU hast jetzt das Sagen und es wird dir keiner ins Wort fallen! Du wirst sehen wie erleichtert du dich danach fühlen wirst.

Steck deine Zeilen in einen Umschlag, heb ihn auf oder verbrenne ihn. Wichtig nur das er nicht in „falsche“ Hände kommt! Dieser Schreibprozess trägt dazu bei, dass deine Gedanken wieder klarer werden. :-)

Meine Erfahrung

Aus eigener Erfahrung kann ich dazu sagen, dass diese Methode mir immer sehr hilfreich war und ist. Ich gehe wesentlich entspannter und mit einem Gefühl der Vorbereitung auf die ausstehende Aussprache heran. Bei der Aussprache selber ist mir wichtig, dass mein Gegenüber dabei sein Gesicht nicht verliert. Damit beweist man IMMER Grösse und Stärke! Ausdrücke unter der Gürtellinie lasse ich anderen über und eine Auseinandersetzung sollte auch nicht vor Publikum stattfinden.

Mit dieser Strategie kannst DU nur als Gewinner aussteigen. :-)

Also … lass dich nicht ärgern und falls doch – schreibe einen „bösen“ Brief und schick ihn NICHT ab!