Von NEID und anderen ätzenden Gefühlen

NEID! Oh mein Gott, welch ätzendes Gefühl … was für ein hässliches Wort. Was für ein unmoralischer, sündiger Zustand. Neid dieses Gefühl ist so allgegenwärtig und spürbar! Es ist so: wenn wir jemanden „beneiden“, dann hat sie oder er etwas, das wir selber auch gerne hätten! Vom missgünstigen „Tzzz“ Neid bis hin zum „das möchte ich auch gerne können“ Neid. Dazwischen liegt ein kleiner Unterschied …

Ich zitiere Konfuzius, der sagte: „Der Mensch hat dreierlei Wege klug und neidlos zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“

Also, wo liegt also dann das Problem? Wir können entscheiden genau diese Wege zu nehmen, ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die meisten von uns auch diese Wege gehen aber trotzdem vor Neid beinahe zerplatzen.

Beneidest Du jemanden?

Ich. JA! Voll … Früher lag mein Fokus eher auf der äußeren Schönheit, Jugend und der Lebensform anderer. Heute ist es etwas ganz anderes. Ich versuche mich jetzt echt kurz zu halten >lach<. Nun, ich gebe es zu, ich beneide Menschen, die auf einen hervorragenden Wissensspeicher zurückgreifen können. Damit meine ich dieses Fach-, Sach- und Datenwissen, dass sie auf Knopfdruck abrufen können und damit beeindrucken und erfolgreich sind und so strahlen das man diesen Menschen ohne Sonnenbrille, gar nicht ins Gesicht schauen kann! Also würde ich das jetzt zusammenzählen sind es schon mehrere „Neide“ die ich habe. :-)

Es gibt schon Zeiten da muss ich echt aufpassen. Aufpassen, dass dieses ätzende Gefühl mich nicht zernagt. Es ist diese bestimmte Sorte Neid, die mit der anderen nicht zu verwechseln ist! Es gibt den Neid, bei dem ich anderen von ganzen Herzen gönne was sie geschafft haben … ich möchte nur selbst auch gerne so weit kommen und SEIN. Diese Art Neid treibt mich eher voran!

Und dann gibt es den Neid, der sich wie Säure durch mein Innerstes ätzt. Ein selbstzersetzender Prozess, der nicht nur schlecht für Magen und Eingeweide ist, sondern auch alle lebensbejahenden Daseinsfreuden zu Staub werden lässt. Ja gut, ich hab jetzt etwas übertrieben, aber ich möchte das Du verstehst was ich damit ausdrücken möchte.

Diese Art Neid möchte ich nicht … man möge ihn mir nehmen … bitte danke. Schickt ihn in die Wüste wo er vertrocknet! Es schickt sich nicht für einen Menschen, der lebensaufklärende Arbeit macht. Vor allem mag ich seine überfallsartige Geschwindigkeit nicht mit der er mich vereinnahmt.

Wer oder was löst dieses Neidgefühl aus?

Bei mir ist dieses Gefühl an Beruf und Existenzängste gebunden. Und die wiederum haben mit Konkurrenz zu tun. Und die wiederum verleitet mich, mich immer wieder mal mit anderen zu vergleichen. Jaja … ich glaube es manchmal selbst nicht! Und in solchen Momenten frage ich mich dann: „Bitte wem musst Du denn etwas beweisen? Was hat der Neid mit Dir zu tun?“ Neid hat bei vielen Menschen auch etwas mit Ungerechtigkeit zu tun.

Ich kann mich noch so gut an eine Situation aus meiner beruflichen Laufbahn erinnern. Ich übernahm eine Aufgabe mit großer Verantwortung. Mein Vorgänger kam nicht aus der Branche und er kam mit dem vorgegebenen Budget nie zurecht. Es war auch unübersehbar,  dass ihm die Arbeit keinen Spaß machte. Der einzige Grinser, der ihm über die Lippen kam war, wenn er seinen Gehaltsscheck bekam. Das wars auch schon mit seiner Freundlichkeit. Meine Chance … dachte ich, als mir diese Stelle angeboten wurde.

Ich legte mein ganzes Herzblut in dieses Projekt, ich hatte ausreichend Vorkenntnisse und ich machte sogar Budget-Einsparungen. Die Umsätze stiegen, die Kunden waren glücklich und ich war es natürlich auch. Es gab nur einen Fehler an der Sache. ICH war kein Mann … ich bekam nicht annähernd das Gehalt wie mein alles falsch machender Kollege! Und mein damaliger Boss der mir gerade mal bis zu den Schultern ging, hatte ein großes Problem mit meiner positiven Arbeit. Wäre ich ein Mann gewesen??? Und zack, da war er wieder … dieser Neid … das grenzenlose Gefühl der Ungerechtigkeit … das „Messen“! Verstehst Du was ich sagen will?

Radikale Akzeptanz sind ja immer meine Worte

Radikale Akzeptanz des nicht Änderbaren … Es ist wirklich bitter zu wissen und zu erfahren: eigentlich mache ich genau das, was mir Spaß und Freude macht, das was ich wirklich gut kann, wofür ich mich innerlich zerreiße, was meinen Verstand fördert und mein Herz erfüllt. Ich habe versucht alles richtig zu machen und darüber hinaus, und es reichte dennoch nicht. Mein erträumter Erfolg, die gewünschte Anerkennung … es blieb alles aus.

Und so ein ähnliches Gefühl überkommt mich auch jetzt manchmal, wenn ich mir so manche Kollegen anschaue. Sie gehen den leichtesten Weg, nämlich den der „Nachahmung“, wie Konfuzius zitiert. Sie arbeiten mit spitzen Ellbogen und falschem Lächeln, UND können damit sogar ihre Rechnungen bezahlen …

Wenn diese Gedanken zu Ende gedacht sind, muss ich mir dann wieder klar machen, dass ich nicht alle Dinge verstehen kann (muss), ich nicht alles beeinflussen kann und nicht alle Erfolge oder Misserfolge sind meinem Tun oder Nichttun zuzuschreiben.

Es gibt Dinge, die wir radikal zu akzeptieren haben. Betonung auf radikal. Weshalb? Sonst verliere ich mich persönlich und ich denke es wird auch für Dich treffend sein – weiterhin „im Neiden“. Ich verliere damit wertvolle Energie, die ich für andere produktivere Dinge nutzen könnte!

Oft hat Neid auch einen ganz anderen Grund

Ich erkenne oft, dass es nicht darum geht, Dinge oder Besitz eines anderen zu haben, sondern vielmehr um die Möglichkeit etwas neues Kreatives zu gestalten! Neid zeigt uns allen, wo ein Stück Selbstentfaltung, eine Ausdehnung unseres Lebens, möglich wäre. Wir sind vor allem auf das neidisch, was in uns als Potential vorhanden ist, das wir jedoch bisher zu realisieren versäumt haben. Neid sollten wir anerkennen und nicht unterdrücken … hinschauen was dahinter steckt! 

Ich glaube wenn wir das erkennen, können wir kreativ nach Wegen suchen um ihn, den Neid, in die Wüste zu schicken. <lach> Auf etwas zu blicken das einem nicht gefällt, ist wie so oft nicht leicht, aber alles ist besser als in bitterer Missgunst zu versauern. Wir Menschen sind eben leider sehr bequem, wirkliche Fortschritte machen wir nur wenn wir ein wenig leiden.

Solche Neidgedanken erleichtern

Sich damit auseinander zu setzen erleichtert. Ich habe dem NEID Raum gegeben, ich habe mich ein Stück aus dem Fenster gelehnt und auf das virtuelle Papier gebracht. Und NEIN, ICH schäme mich nicht für mein Geständnis! 50 cm MacBook Entfernung trennen mich jetzt von meinem Artikel. Mit dieser Distanz kann ich auf ihn schauen. Wir stehen uns gerade auf Augenhöhe gegenüber. Mehr „Höhe“ will ich ihm auch gar nicht schenken! Und die Sache mit „schickt ihn bitte in die Wüste …“ steht immer noch … ich kann auch ohne Neid  bestens leben. >lach<

Ich wünsche Dir eine neidloses Dasein und wenn Du magst … freue ich mich wenn Du den Artikel teilst. <3

XOXO Sandra FrauenPunk

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