Wenn helfen zum Problem wird

Es gibt Menschen und dabei lege ich den Fokus auf uns Frauen, die danach süchtig sind ständig anderen Menschen zu helfen! Mutter Theresa zu spielen und ihren Samariter-Komplex unters Volk zu mischen. Leider ist es so, dass dabei die eigenen Bedürfnisse vollkommen im Hintergrund verschwinden. Darüber hinaus ist es so, dass sich viele dieser „Mutter Theresa Frauen“ Dankbarkeit und Anerkennung wünschen, wenn sie helfen. Bleibt das aus, sind sie enttäuscht und schlüpfen in die Opferrolle. Ein Teufelsding … sie helfen noch mehr, in der Hoffnung, dass sie dann ihre Wertschätzung und Dankbarkeit erhaschen …

Wusstest Du, dass der größte Gegner unseres „Ich muss helfen“ unser Selbstbewusstsein ist? Ich wusste das lange nicht. Ich dachte mir immer das helfen nicht Schlimmes ist im Gegenteil! Anderen Menschen unter die Arme zu greifen ist etwas Löbliches, gutes und anständiges und was sollte das mit unserem Selbstwert zu tun haben?! Das kann man auch so stehen lassen, blöd nur, wenn wir es übertreiben!

Bist Du Dir Deiner selbst bewusst?

Diese Frage kommt dabei heraus, wenn wir uns  das Wort Selbstbewusstsein anschauen … es beinhaltet genau diese Frage und sie bedeutet nichts anderes, dass je stärker unser Selbstbewusstsein ist, umso schwächer wird unser „Mutter Theresa Tun“. Du fragst Dich warum? … Dann geht es Dir nicht anders als es mir vor einigen Jahren. :D Wenn wir ein gestärktes Selbstwertgefühl besitzen, erkennen wir unseren eigenen Wert, unsere Stärken und all das was uns ausmacht und es ist ziemlich egal was andere dabei über uns denken oder wie sich uns gegenüber verhalten! Wir brauchen ihren Dank und ihre Anerkennung nicht um uns „gut“ zu fühlen …

Wenn wir ein gesundes Selbstbewusstsein unser eigen nennen können, richten wir unseren Fokus automatisch mehr und mehr auf uns selbst, unsere Bedürfnisse, Ziele und Wünsche. Und glaub mir, das hat nichts mit Egoismus zu tun! Das zum Thema Selbstwert, der scheinbar nicht ausgeprägt genug ist, wenn helfen zum Problem wird!

Wie erkennst Du nun ob Du hilfsbereit bist, oder Mutter Theresa sein musst?

Ich kann gleich mal sagen und deshalb schreibe ich diesen Artikel. ICH war Mutter Theresa ohne Selbstwert, bis das „helfen“ zum Problem für mich wurde. Ich meinte allen ernstes, immer helfen zu müssen, ohne dass mich jemand darum gebeten hätte! Ich drängte mich auf, gab und stopfte Löcher, obwohl mein eigenes Loch dringenst saniert gehört hätte … und ich war danach bitter enttäuscht weil ich trotz meiner Hilfe, übersehen wurde. Was soll Dir das sagen? Null Selbstwert und unübersehbare Enttäuschung blieb über.

Meine Hilfe orientierte sich nie an der Notwendigkeit des anderen, sondern es war immer eine Notwendigkeit für mich.

Ist Dir dieses Gefühl bekannt? Ist Dir egal ob andere Deine Hilfe überhaupt brauchen oder wollen, Du hilfst auch nicht ganz selbstlos sondern sehnst Dich dabei insgeheim immer nach Anerkennung und Danksagungen. Es ist sozusagen der „Antrieb“ für Dein Leben. Bleibt das alles aus, fühlst Du Dich ausgenutzt …

Frag Dich doch mal: Würdest Du auch jemanden helfen, wenn Du wüstest, dass Du keinen Dank dafür erhältst? Wenn Du die Frage mit einem ehrlichen „JA“ beantworten kannst, dann handelst Du ziemlich sicher aus Hilfsbereitschaft.

Hier muss ich noch etwas hinzufügen: Menschen mit dem sogenannten „Helfersyndrom“ belügen sich an dieser Stelle sehr gerne selbst! Glaub mir … sie halten sich nämlich für total selbstlos, aber in Wahrheit sind sie nur bedacht Anerkennung „einzusacken“. Wie gesagt … ich war dabei. >zwinker<

Ich habe noch ein Paar Fragen für Dich, stelle sie Dir und finde heraus, ob Du Mutter Theresa oder einfach nur hilfsbereit bist.

  • Du bittest selbst so gut wie nie jemanden um Hilfe?
  • Du fühlst Dich schlecht und nutzlos wenn du aus irgendwelchen Gründen nicht helfen kannst?
  • Dich braucht man nicht um Hilfe bitten, denn sobald Du jemanden entdeckst, der Hilfe bräuchte, bist Du sofort da
  • Du findest nie Zeit für Dich selbst? … Weil Du nur damit beschäftigt anderen unter die Arme zu greifen?
  • Du bist verärgert, wenn Dein „Einsatz“ nicht wertgeschätzt wird?

Und? Wo stehst Du … Trifft zu, vielleicht zu oder gar nicht zu? Ich denke mal, Du kennst die passende Antwort. Nun, ganz egal wie hoch bei Dir die Wahrscheinlichkeit für Deine Rolle als zweite Mutter Theresa ist, ich habe das Gegengift dafür.

Als bei mir das helfen zu einem wahrhaftigen Problem wurde, weil ich wirklich darunter gelitten habe und dieses Gefühl ausgenutzt zu werden mich so sehr dominierte, mein Selbstbewusstsein immer mehr schrumpfte machte ich mich, durch ein einschneidendes „Helfer-Erlebnis“, auf die Suche nach dem Warum!

Bevor wir etwas verstehen können, müssen wir das warum kennen

Ich bin mir ganz sicher, dass wir, wenn wir etwas verändern oder überwinden wollen immer zuerst das „warum“ zerlegen sollten! Dieses krankhafte Helfen müssen hat seine Ursache meistens in der Kindheit. Sätze wie „Wenn Du da und dort nicht hilfst, wird Dir das und jenes gestrichen „… oder sogar “ … dann hab ich Dich nicht mehr lieb …“ So lernen wir schon als Kind, dass wir nur dann liebenswert und wertvoll sind, wenn wir anderen helfen. Grauenhaft wenn ich darüber nachdenke.

Noch ein Satz zu unseren Eltern: Wir sollten unseren Eltern dafür jetzt nicht unbedingt einen Vorwurf machen, die meisten von uns sind ebenfalls Mutter und Eltern. Und ich glaube wir alle haben versucht, unsere Kinder zu fleißigen und hilfsbereiten Menschen zu erziehen … daran ist nichts falsches! Die Dosis macht das Gift … wie man so schön sagt und ich denke mal, dass die Generation vor uns manchmal nicht das richtige Maß zur Hand hatten?!

Jetzt aber das versprochene „Gegengift“

Ein guter Rat von mir. Versuche nicht Dein Mutter Theresa dasein krampfhaft zu drücken. Du würdest darunter leiden da dieses „helfen müssen“ sehr stark mit Deiner Persönlichkeit verwurzelt ist! Besser ist es, wenn Du versuchst es ganz langsam in eine neue Bahn zu betten … es soll Dir gut gehen dabei und andere sollten sich nicht „vergewaltigt“ fühlen!

Los gehts:

  • Stärke Dein Selbstbewusstsein, es ist der Gegner Deines Helferleins.
    Werde Dir Deiner selbst bewusst. Erkenne Deinen Wert und Deine Stärken, kümmere Dich nicht, was andere über Dich denken. Wenn Du dann noch Deinen ganz eigenen Wünschen und Zielen folgst und Dich darauf konzentrierst, wird dein Leben sehr bald viel positiver und erfüllter sein. (Versprochen :D)
  • Hilf nie ohne vorher zu fragen.
    Das ist eine der wichtigsten Regeln, die ich gelernt habe! Nicht jede Hilfe ist erwünscht. Denke dabei an Dich selbst? >lach< Auch dann wenn Du Dir denkst, dass es doch wesentlich einfacher für den anderen wäre, wenn Du helfen würdest … NO, halte Dich zurück.
    Das Schöne ist, wird Deine Hilfe angenommen, wirst Du dafür auch ehrliche Dankbarkeit erfahren. <3
  • Hilfe kann auch schaden.
    Besonders wenn es um unsere Sprösslinge geht. Als Mutter sind wir darauf bedacht, dass wir unsere Kinder zu fleißigen und hilfsbereiten Menschen heranziehen möchten. Uns sollte aber auch klar sein,  dass wir wenn wir unsere Hilfe aufdrängen, nicht unbedingt helfen! Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht gut ist, wenn wir als Eltern unseren Kindern alles aus dem Weg räumen und fern halten! Wie sollen sie es jemals schaffen, ihr Leben alleine zu meistern wenn Mama bei jeder Kleinigkeit antanzt? (Meine ganz persönliche Meinung.)
  • Du darfst ruhig egoistisch sein!
    Kümmere Dich mal um DEINE eigenen Bedürfnisse! Mir als Mutter Theresa ist das am Anfang absolut schwer gefallen. Für einen Menschen der zwanghaft helfen muss, ist das als würde man Dracula in die Sonne stellen. :-)
  • Entwickle ausreichend Selbstliebe. <3
    Ja Du liest richtig. Auch Selbstliebe gehört dazu! Je mehr Selbstliebe wir entwickeln, umso mehr befreien wir uns aus dieser emotionalen Abhängigkeit. Der Drang ständig helfen zu müssen, ist der verzweifelte Wunsch nach Dankbarkeit, Liebe und Anerkennung und dadurch machen wir uns von anderen abhängig!
  • Rede über Deine Gefühle … vor allem über die  nicht so schönen.
    Ich weiß noch wie schwer mir das gefallen ist! Gerade wenn man sich wie Mutter Theresa fühlt, will man keine Schwäche zeigen … Frau will immer stark sein und für andere da sein … ich habe so lange damit gewartet, bis ich in ein großes Loch namens Burnout gerutscht bin. Lass es nicht soweit kommen … öffne Dich!
  • NEIN … ist ein ganzer Satz …
    Auch das ist ein sehr schwieriger Punkt wenn Deine Aufopferung bislang uferlos war. Finde Deine persönlichen Grenzen und am besten fang gleich damit an! Ein kurzer und knapper Punkt, passend zum Wörtchen NEIN.

Abschließend

Das wars schon … wenige aber sehr hilfreiche Tipps. Ich möchte abschließend noch mal ganz klar sagen: Es geht nicht darum, gar nicht mehr zu helfen … es geht darum, dass Du dabei nicht auf der Strecke bleibst und dass es DIR gut geht! Gerade wenn es um Partnerschaft und Beziehung geht, kann sich dieses „helfen müssen“ negativ aufbauen.

Ich weiß dass sich gerade Frauen mit einem Helfersyndrom oft schon bei der Partnerwahl unbewusst für „schwache Männer“ entscheiden, weil sie unbedingt helfen wollen! Sehr häufig findet man dieses „ich muss helfen“ in Kombination mit Narzissmus wieder. Hier ist die Gefahr von Depressionen und Burnout beim helfenden Part besonders groß. Narzissten nehmen nämlich auf Grund ihrer krankhaften Störung keinerlei Rücksicht auf „Mutter Theresa“ und quetschen sie bis zum letzten Tropfen aus … DAS wäre aber schon wieder ein eigenes Thema.

Ich hoffe ich konnte Dir  mit meinem Beitrag etwas Licht in den Tunnel spenden … und falls Du jemanden kennst, auf den dieses Tun passt … schicke den Post gerne weiter oder erzähle davon! <3

Ich für meinen Teil wünsche Dir, dass Du Deinen Selbstwert jeden Tag aufs Neue auffrischt und Dich gut um DICH kümmerst und danach falls notwendig, erst Deine Mutter Teresa Schürze anlegst. >lach<
Pass auf auf Dich und bis ganz bald …

XOXO Sandra FrauenPunk

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