Nein sagen
Lesezeit: 3 Minuten

In der heutigen Zeit ist die Fähigkeit die Zeit effizient einzuteilen, eine sehr wichtige Aufgabe. Wer die Zeit nicht richtig einteilen kann, wird sich sehr schwer tun was Arbeit und den dazugehörigen Erfolg betrifft. Ein strukturiertes Einteilen unserer so wertvollen Zeit ist jedoch leichter gesagt als getan.

Oft sind wir noch mit einem Bein im Bett und die ersten Fragen wie „Kannst du bitte … ich bräuchte dringend … bitte würdest du … oder es macht dir doch sicher nichts aus wenn du“ usw … all diese Fragen stapeln sich schon früh morgens im Raum.

Da nützt unsere ganze Tagesstrukturierung, die wir uns am Vortag zurechtgelegt haben gar nichts. Nehmen wir uns selber bei der Nase. Wir wollen UNS und dem Fragesteller nicht schon am Morgen den Tag vermiesen. NEIN … 4 Buchstaben, die wahrlich zu einer Herausforderung werden können. Wir wissen im Hinterkopf, dass das NEIN jetzt angebracht wäre, über die Lippen kommt es trotzdem nicht.

Warum können wir nicht NEIN sagen?

Mir wurde ja gesagt, dass dies wie so vieles, schon in unserer Kindheit begonnen hat. Wie sagten unsere Eltern NEIN, wenn wir mit Sachen hantierten, die uns schaden hätten können? Oder wenn wir Dinge taten, die wir nicht durften oder sollten? Dieses Wörtchen NEIN spielte damals schon eine wichtige große Rolle in unserem Leben.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie die Reaktion meiner Eltern war, wenn ich auf „Erwünschtes“ mit einem trockenen NEIN ankam. Es wurde mit bösen Blicken und Konsequenzen oder Strafe verbunden. Kein guter Deal. Daher versuchte ich doch lieber „brav“ zu sein und das zu tun, was von mir verlangt wurde.

Als Kind ist es völlig in Ordnung, den Eltern zu „gehorchen“. Nur viele haben vergessen es abzulegen. Als erwachsener Mensch kann man nicht zu allem ja sagen. Auf sich selber zu schauen und zu achten wäre sehr wichtig. Unsere Eltern, die dies früher für uns getan hatten, haben uns abgenabelt.

Die Angst als Erwachsener bestraft zu werden bei einem NEIN, bleibt (in den meisten Fällen jedenfalls) aus. Konsequenzen gibt es nicht wirklich.

Menschen sind verschieden

Warum das Wort NEIN so schwer über die Lippen geht, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche haben null Problem, andere wiederum tun sich extrem schwer damit. Denke dabei auch an mich selbst.

Es gibt Personen, da sag ich aus Prinzip schon NEIN. Und bei Anderen könnte ich mir ein Nein nicht verzeihen. Klarerweise ist es auch sehr oft situationsbedingt.

Hierfür gibt es auch einige Gründe

Der Grund ein NEIN nicht auszusprechen, hängt auch damit zusammen, dass wir anderen helfen möchten. Es fühlt sich ja auch sehr gut an, unentbehrlich zu sein und gebraucht zu werden! JEDER strebt nach Anerkennung und positiven Feedback.

Nur nochmal gesagt … Es ist wichtig auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten. Ein gesunder Egoismus hat noch niemanden geschadet. Ein Lernprozess der sehr gesunde Auswirkungen auf unser Leben haben kann. :-)

Verlustängste

Nur gemocht und geliebt zu werden, wenn wir statt NEIN ein JA sagen, das ist uns noch aus unserer Schulzeit bekannt. Damals, möglicherweise, kann es so gewesen sein, heute als Erwachsener, ein Irrglaube! ICH entscheide in der Zwischenzeit sehr genau, wem ich meine Hilfe und kostbare Zeit schenke. Menschen, die versuchen mich auszunutzen, haben mich und meine wertvolle Zeit nicht verdient.

Die Befürchtung dadurch „Freunde“ zu verlieren

Sicher, diese Angst ist nicht ganz unbegründet. Ein NEIN kann durchaus Konflikte entstehen lassen. Hier heißt es einfach Prioritäten setzen. Und außerdem, ein richtiger Freund kündigt uns nicht nach einem für uns gerechtfertigten NEIN, die Freundschaft! Wenn doch, dann sei dir gesagt, es war kein Freund.

Die Befürchtung etwas zu versäumen

Der Tag war lange im Büro, Firma oder auch zu Hause! Man ist geschafft, aber auch glücklich einen guten Tag und somit gute Arbeit geleistet zu haben. Endlich nach Hause. Punkt!

Wenn da nicht Kollegen, Freunde oder unser Boss noch auf einen After-Work Drink einladen würde. Jedes Mal dachte ich mir: Dieses Mal sagst du NEIN thx, vielleicht beim nächsten Mal. Klappte nie bei mir! Die Angst etwas Wichtiges zu versäumen war mir wichtiger als meine Privatgestaltung und mein gemütliches Sofa zu Hause.

Ich wollte natürlich auch mitreden können und dazugehören, nichts verpassen. Auch wenn ich mir jedes mal dachte, dass es mir zu Hause mehr gebracht hätte.

Keiner von uns ist ein schlechter Mensch, wenn er hin und wieder eine klare Ansage macht. Nämlich ein NEIN. Gebt euch diese Erlaubnis! An sich denken – ein Lebensinstinkt! Öfter mal NEIN zu sagen bedeutet auch weniger Stress und mehr Wohlbefinden.

Wenn wir selber keine Kraft und Power mehr haben, können wir auch sehr bald keine der Bitten der Anderen erfüllen.

Vielleicht konnte ich euch das Wörtchen NEIN wieder mehr ins Bewusstsein rufen. Und möglicherweise fällt es euch beim nächsten „sei doch so lieb blablabla“ etwas leichter mit einem klaren NEIN SRY, zu antworten.

Eines kann ich euch jetzt schon versichern. Die Augen eures Fragestellers werden größer sein als gewöhnlich. :-)

XOXO Sandra FrauenPunk

Jetzt bist Du gefragt!

Hast Du Anregungen, Ergänzungen oder weitere Tipps für mich und andere Leserinnen? Dann freue ich mich auf Deinen Kommentar.

Ich möchte mit FrauenPunk viele Frauen erreichen und freue mich wenn Du diesen Artikel teilst und weiter empfiehlst. Ich bin Dir für jede Unterstützung dankbar!

Teile diesen Artikel mit Deinen Freundinnen ...

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.