Schwarz-Weiss Denken

Eines muss ich gleich mal vorweg sagen: Vielleicht denkt sich die ein oder andere von euch warum ich mir anmaße über Psychologie zu schreiben? Eine Thematik für „Studierte“! Ich bin keine Ärztin und will hier auch keinesfalls „wichtige“ Sprüche klopfen. Ich möchte nur manches erklären, meine Ratschläge und Erfahrungen darüber weitergeben.  Ich bin selbst betroffen und habe über die Jahre eine Menge darüber gelernt, gelesen und klarerweise durchlebt. In dieser Zeit habe ich viele Menschen kennengelernt, die in der Zwischenzeit zu echten Freunden geworden sind. Zu den „Studierten“ zähle ich mich nicht, nein, aber der Zuspruch vieler von euch auch diese Themen mit ins Boot zu nehmen, radierten meine Bedenken vom Anfang sehr schnell aus …

Ein gutes Beispiel dazu sind Menschen, die in den oberen Etagen eines Unternehmens sitzen, nur gute Ratschläge austeilen und oft Unmögliches verlangen, selber aber noch NIE in der Lage eines  „Ausführenden“ waren, diese haben für mich einfach keine Berechtigung mitzureden (nicht mehr!). Ausnahmen bestätigen die Regel klar. Es sind Zahlen-Fakten-Daten Menschen, sicherlich wichtig, aber sehr wenig realistisch und schon gar nicht menschlich!

Was ich damit sagen will ist, mir haben in den vielen Jahren DIE Menschen geholfen, die auf Grund gewisser Erkrankungen und den dazu gehörigen Erfahrung ihren Beruf daraus gemacht haben. Die sich neu orientiert haben und dazu muss man keinen 3fachen Doktor-Titel besitzen.

Annehmen, Zuhören, Weitergeben. Mehr soll es nicht sein.

Das Schwarz-Weiss denken ist gar nicht so unüblich wie man glauben möchte. Ich bilde mir schon im Unterbewusstsein meine Meinung: „Finde ich gut“ oder „finde ich nicht gut“, Schwarz oder Weiss. Ein Schwarz-Weiss Urteil wird meist dann gefällt, wenn ein labiler Zustand, eine unerträgliche starke Belastung zur Krise führt, man in der Krise steckt.

Schwarz bedeutet bei diesem Vergleich – der Gegensatz zu allem Positiven. Schwarz entspricht dem unbedingten NEIN. Schwarz bedeutet auch soviel wie „vernichten“. Schwarz bedeutet auch keine andere Meinung und Lebensweise zu akzeptieren.

Weiss bedeutet die absolute Freiheit, Freiheit von allem was dich behindert. Weiss ist der Ausdruck der Auflösung und der Befreiung, eine Bereinigung und bedeutet Neuanfang.

Schwarz-Weiss, das Denken eines Borderliners

Das liest sich ganz normal und klingt nicht schlimm. Ist es aber. Das Borderline Syndrom (BLS) drückt sich in einer Reihe von klassischen Symptomen aus. Jede Menge Ängste, keinerlei Eigenliebe, Depression, Selbstverletzung und ein extremes Denken in jeder Hinsicht. Schwarz oder Weiss. Entweder ist ein Mensch gut oder böse. Schön oder hässlich. Es gibt nur richtig oder falsch. Grauzonen oder ein Mittelmass existieren nicht. Eine „falsche“ Handlung oder ein gesagtes nicht „passendes“ Wort, genügen, damit ein Mensch komplette Abwertung erfährt!

Womit ein Borderliner gar nicht zurecht kommt ist SCHULD. Mitgegeben wurde dieses Gefühl der Schuld meist in der Kindheit oder Jugendjahren, so auch bei mir. Nach mehreren Jahren Therapie und sehr viel Arbeit mit und an mir selbst, hab ich es ganz gut unter Kontrolle. Ganz weg wird es jedoch nie sein.

„Du hast nur diese eine Chance. Wenn du sie verpatzt kannst du dich gleich begraben lassen“

Ich hab es damals verpatzt … Damals wurde mir schon gesagt es geht um alles oder nichts im Leben. Ein Satz den ich mir ab da selber suggeriert habe. Ich habe diese Worte mitgeschleppt und bin sie nie mehr los geworden. Weitere verpatzte Chancen blieben nicht aus. Ich bin eine Versagerin auf ganzer Linie. Unperfekter gehts gar nicht! Bei jedem neuen Projekt (beruflich sowie in der Beziehung), stand ein riesiges Panikorchester vor mir das mir in den grellsten Tönen die bevorstehende Katastrophe vorspielte, sollte ich versagen. Jedesmal begleiteten mich Riesen-Ängste wenn wieder etwas Wichtiges bevorstand. Es gibt ja nur eine Chance … wie mir gesagt, wie ich erfahren und wie ich mir selber einredete. Und daran hielt ich mega fest.

Das Schwarz-Weiss Denken frisst dein Selbstwertgefühl

Und du lebst ständig in Angst. Du fühlst dich minderwertig und als Schuldiger für alles. Du suchst dir Ventile um das alles auszugleichen. Alkohol, Drogen, Selbstverletzung, extremes sexuelles Verhalten und vieles andere mehr. Selbstwert gibt es keinen mehr. Ohne die richtige Hilfe kommst du da nicht mehr raus!

Positive Veränderung erlangst du nur durch Therapie. Es gibt sehr viele Therapieformen. Wichtig für dich ist der entscheidende Faktor, daß die „Chemie“ stimmt zwischen deinem Therapeuten und dir. Eine Form der Beziehung, die du eingehst in der Vertrauen und Wertschätzung gross geschrieben wird!

Wenn du dich für diesen Weg entschieden hast, wirst du es anfangs sehr schwer haben aber die Aussicht auf den gewünschten Erfolg, darauf das es dir wieder besser gehen wird, ist dir sicher!

Ich würde mich sehr freuen wenn du deine Gedanken oder sogar Erfahrungen mit mir teilst, manche Dinge gelingen zusammen einfach besser!

XOXO Sandra FrauenPunk

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2 Kommentare
  1. Dagmar
    Dagmar sagte:

    Hui, noch kein Kommentar… Na, dann trau‘ ich mich mal… Vorsicht an die Lesenden, ICH bin eine Studierte, wenngleich auch keine Psychologin, lediglich einige Semester Pädagogische Soziologie und Psychologie im Rahmen einer Ausbildung eines anderen Studiums. Meine persönlich Meinung dazu, basiert somit teils aus meinem Wissen aus dieser Ausbildung und nicht aus persönlicher Erfahrung und meine folgende Schlussfolgerung (meine eigentliche Meinungsäußerung dazu) ist rein meine persönliche Meinung…
    Folgend ist ein Auszug aus der Seite http://www.dr-gumpert.de/html/borderline_symptome.html – eine, so finde ich, halbwegs gute Erklärung, was die Psychologie unter Schwar-Weiß-Denken im Zusammenhang mit dem Borderline-Symptom denkt:
    „7. Schwarz – Weiß – Denken
    Das Schwarz-Weiß bzw. Alles-oder-Nichts Denken ist ein ständiger Begleiter des Borderline – Patienten. Es gibt für ihn meistens nur diese zwei Möglichkeiten. Diese Denken findet sich im Umgang mit anderen Menschen, dies bedeutet z.B. wenn jemand eine Verabredung absagt, kann das eigentlich nur heißen, dass er mich hasst. Aber auch im Umgang mit der eigenen Person ist es nicht selten. Wenn ich mich z.B. in meiner ersten Tennisstunde ungeschickt anstelle, kann es sein, dass ich nie wieder einen Tennisschläger anfasse und auf Nachfrage angebe, dass dies der dümmste Sport ist, den es gibt.“
    Und nun, zu meiner Unterscheidung bzw zu meiner persönlichen Meinung und Schlußfolgerung Sandra… Toll, dass du das alles erkannt, verarbeitet und offenbar darüber hinweg bist. Für einen gesunden, selbstbewussten Menschen, der du nun bist, ist Schwarz-Weiß-Denken, im gesunden Sinne, unbedingt notwendig! Es ist wichtig, selbst zu entscheiden, was einem gefällt und was man nicht mag. Nehme ich den schwarzen, oder den roten Mantel. Es gefällt mir, oder auch nicht. DEIN Mantel gefällt mir, oder eben auch NICHT! Was – im Gegensatz zum Borderline-Symtom – jedoch bedeutet, dass ich dich trotzdem mag bzw., wenn du mir sagst, dass Dir mein Mantel nicht gefällt, ich trotzdem weiß, dass du zum Beispiel noch immer meine Freundin bist und du mich trotzdem magst. Das Zauberwort hierfür ist Tolleranz und Akzeptanz. Mir muss eine Farbe, eine Meinung, eine Einstellung, ein politisches Denken, eine sexuelle Orientierung, außer die meine, nicht gefallen, ich tolleriere sie jedoch, ohne über den Menschen negativ zu urteilen. Ob ich diesen Menschen auch wertschätze, das ist für mich eine völlig andere Thematik. Kurz gesagt, „gesundes Schwarz-Weiß-Denken ist Ausdruck Deiner Persönlichkeit, Deines Selbstwertgefühls – sei Du selbst. Dir muss nicht alles gefallen, nur weil „man“ so denkt, weil es Mainstream ist. Ich bin keinesfalls mainstream. Ich werde mich auch nie mit einem Grau idetntifizieren, oder zufriedengeben. Für mich ist immer alles Schwarz oder Weiß. Entweder oder. Wobei Weiß nicht gut und Schwarz nicht schlecht ist. Nur weil es MIR nicht gefällt, ist es noch lange nicht schlecht. Es ist halt nicht MEIN Weiß. Ev ist es Deines und Du erfreust dich daran, dann freu ich mich, weil ich dich mag. Also Sandra, hab Mut zu DEINEM Schwarz-Weiß! LG Dagmar

    Antworten
    • Sandra Mayer
      Sandra Mayer sagte:

      Hallo Dagmar 🙂
      Erstens vielen Dank für deine Kommentare! Für viele bedeutet es eine Überwindung ihre, vor allem ehrliche, Meinung kund zu tun, auch wenn es auf der Zunge brennt. 🙂 Aber genau um das geht es, dadurch wird ein Blog lebendig finde ich – also nochmals ein DANKE von mir!

      Allora: Es ist genauso wie du es auch beschrieben hast. Das alles oder nichts denken ist unser ständiger Begleiter als Borderliner, und die Beispiele die du angeführt hast – was sich dann in den Köpfen eines BL abspielt, trifft den Nagel auf den Kopf! Das werden dir die Betroffenen auch bestätigen können … Weg von diesem Denken bin ICH noch nicht,das bedeutet, dass ich alles SEHR gut unter Kontrolle habe, aber noch nicht dort bin, wo ich hin möchte! Borderliner haben 2 Seelen in sich. Eine die in Ordnung ist, und eine die dich endlos Quälen kann. Die die in „Ordnung“ ist, lässt mich normal denken und handeln (aber was ist schon normal??). Da hab ich genug Selbstvertrauen und Mut so zu sein wie ich möchte – und ich bin grundsätzlich jemand der gegen den Strom schwimmt! 🙂 Passiert aber etwas, das mir so gar nicht „schmeckt“, mich aus meinem Rhythmus wirft und ich nicht sofort gegensteuern kann, macht sich der überdimensionale schwarze Teil in mir breit! Und zwar in einer Geschwindigkeit, der ich nicht folgen kann. Den weiteren Ablauf hast DU ja sehr gut wieder gegeben …

      Ein ganz gesunder Mensch – der ICH aber noch nicht ganz bin, tut sich wesentlich leichter, unvorhergesehene Situationen zu bewältigen. Durch mein enorm intensives Arbeiten an MIR, ist meine Toleranz und mein Selbstwertgefühl viel viel grösser geworden! Ich weiss das ich zu 100% authentisch bin und ich werde nichts daran ändern. 🙂 Ein klein wenig „Verrücktheit“ gehört meines Erachtens dazu gg. Mutig bin ich wieder, sonst würde ich solche Dinge wie diesen Blog erst gar nicht beginnen. 🙂

      Im übrigen finde ich es eine sehr grosse Bereicherung mit DIR hier zu kommunizieren – für mich eine „Herausforderung“ von der ich nur profitieren kann! XOXO Sandra

      Antworten

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