Die Psyche, ein komplexes und sehr gewinnbringendes Thema wenn wir uns damit auseinandersetzen. Probleme erkennen, annehmen und gemeinsam lösen sollte das Ziel sein.

Berufliches Vorankommen und Erfolg erfordert Wissen, Wollen und Neugierde. Öffne neue Türen! Mit dem Beschreiten und Begehen neuer Räume und Wege beginnt es …

Ein Sprichwort sagt so schön: „Schliesst sich eine Tür, öffnet sich irgendwo eine andere“. Das kennt jeder, aber jeder der vor einer verschlossenen Tür steht oder vor eine Tür gestellt wird, denkt im ersten Moment nicht daran eine offene Türe zu suchen! Im Gegenteil man ist blind.

Manche dieser Türen werden auch erst unter bestimmten Voraussetzungen sichtbar. Um eine Türe öffnen zu können musst du sie erst mal entdecken – klar! Je mehr man seinen Horizont erweitert, desto mehr Türen werden sichtbar.

Keine Resignation bitte!

Ich kann mich erinnern als das kleine Einzelunternehmen in dem ich sehr lange gearbeitet hatte, wegen Pensionierung zusperrte … 12 Leute, jung bis mittelalter … es gab keinen Nachfolger. Eines Tages Türe zu, danke es war nett mit euch und Tschüss. So in etwa. Angebote in der Branche waren dünn gesät, dementsprechend waren wir alle etwas bedrückt. Schon damals konnte man erkennen, wer resignierte und wer nach kurzer „Wehmut“ eine neue Sache anging.

Viele wollten ihre Komfortzone nicht verlassen geschweige denn etwas in ihrem Leben verändern, eine Chance darin zu sehen ihren Horizont erweitern zu können, neue Wege ausprobieren und versuchen. Ich hab das Ganze nicht sehr lange verfolgt – ich wusste jedenfalls, dass ich mehr und vor allem neue Aufgaben wollte! Wo wir schon beim „wollen“ wären. Ich stand also kurze Zeit auch vor einigen verschlossenen Türen, weil gewartet hatte keiner auf mich!

„Wer jeden Tag durch die gleiche Tür geht, wird nie etwas Neues kennenlernen und macht das, was er ohnehin schon kann, und bleibt das, was er schon ist “ … sagte Henry Ford 🙂

Den Horizont erweitern

Da das für mich nicht in Frage kam, musste ich mich verändern. Dazu lernen und weiterbilden. Ich wollte andere neue Menschen kennen lernen, Kontakte knüpfen die mich weiter brachten. Das musste so sein wenn ich weiter kommen wollte d.h. ich öffnete neue Türen.

Es waren auch Türen dabei die mich nicht weiter brachten. Aber das weiß man eben vorher nicht ohne den Raum betreten oder den Weg gegangen zu sein. Wichtig ist, das DU sie öffnest und schaust was sich dahinter verbirgt. Und sei es nur um eine weitere Erfahrung gemacht zu haben. Es ist nichts umsonst in unserem Leben! Jedem Öffnen einer neuen Tür geht eine Entscheidung voraus. Man muss sich also erst dafür entscheiden. Und da beginnt das Problem bei vielen von uns schon …

Wovor haben wir Angst, neue Türen zu öffnen?

Hier ein paar Beispiele die mir erzählt wurden:

  • Bequemlichkeit
  • das „Alte“ nicht vergessen können, nicht loslassen
  • Angst vor der Veränderung, vor dem Unbekannten, vor dem was sie erwartet
  • fehlender Mut und die Neugierde

Oft wird man durch Lebenssituationen gezwungen neue Wege zu gehen und was anfangs so aussichtslos erschien, zeigte sich im Nachhinein als der bisher beste Weg seines Lebens! 🙂

Kurzum: Hinter vielen Türen stecken oft sehr wertvolle Chancen. Also sei mutig , neugierig und entscheidungsfreudig und das Leben wird dich belohnen!

Ein Ende war in Sichtweite

Nach meiner „Kreativ-Arbeit“ und der Erfahrung mit Plastilin aus der  Kindergartenzeit zu arbeiten, fing ich an mich für so weiches Material zu interessieren. Ich mochte das warme weiche Gefühl in den Händen, deshalb entschied ich mich in den kommenden Stunden mit Speckstein zu arbeiten. Mit dem einen Unterschied – diese Male ging es nur um kreatives arbeiten ohne Hintergrund. Ich wusste gar nicht, dass ich so ein „Händchen“ für solche Tätigkeiten besaß 🙂 , es entstanden einige coole Schmuckstücke, die ich an Lederbändern angebracht hatte und die bis heute zu meinen Lieblings-Accessoires gehören.

Die Zeit verging sehr flott, in den Gruppen wurde langsam der Abschied vorbereitet. Das bedeutete für viele von uns ein Resümee zu ziehen. Was hat sich durch den Aufenthalt verändert, hat sich überhaupt etwas verändert? Wie sind die Pläne wenn wir/ich nach Hause kommen? Was und wie werde ich es angehen … jede Menge Fragen, mit denen wir uns alle auseinandersetzen mussten. Für Menschen die sich zwei oder drei Monate in einer „geschützten“ Umgebung befanden, keine einfache Sache …

Wir hatten alle einen Klos in der Magengegend

Diese bevorstehende Veränderung war für uns alle spürbar. Einige freuten sich sehr darauf endlich wieder nach Hause zu kommen, andere wiederum, und so empfanden die Meisten von uns, hatten Angst! So gestaltete sich unsere Abendrunde zunehmend anders. Wir wurden ernster, besprachen nicht das was tagsüber gewesen war, sondern was uns alle in den nächsten Wochen erwarten wird. Wir waren alle so zusammengewachsen und die Vorstellung, dass wir alle in den nächsten zwei Wochen wieder unsere eigenen Wege gehen werden machte uns nervös, ängstlich und hilflos! Kaum zu glauben das erwachsene Menschen sich plötzlich so verhalten können als müssten sie bald auf „Schulwoche“ fahren … ohne Eltern und ohne Freunde.

Dieses Gefühl mochte ich nicht! Für mich war es nicht normal mich plötzlich an etwas zu klammern das ich anfangs verfluchte! Ich besprach dies alles mit meiner Bezugsschwester, auch sie war eine wichtige Person in den vielen Wochen geworden. Wahrscheinlich war es auch genau DAS. Menschen um sich zu haben die einen verstanden, einen ernst nahmen und für jede Situation die richtige Lösung hatten. Dinge erklären konnten, so dass man es auch verstehen konnte.

Eine Menge Neues wartet

Ich bereitete mich anders vor als die Meisten. Auf mich wartete keine Familie, keine kleinen Kinder, die sehnsüchtig auf ihre Mam warteten und auch kein Partner, der wahrscheinlich wieder froh sein würde, wenn die Hausarbeit wieder von Frauenhand gemacht wird. Auf mich warteten nur Entscheidungen. Entscheidungen, die mein Leben etwas verändern würden. Neuer Job, neue Wohnung, neues soziales Netzwerk. Mich von alten Dingen und auch Menschen trennen, Familienangelegenheiten ebnen, sortieren oder sogar beenden. Also eine ganze Menge Dinge denen ich mich stellen muss, die ich jedoch lieber vermieden hätte!

Natürlich versuchen wir auch positiv zu denken!

Abends wenn wir dann alle „strickend“ gg in der Runde gesessen sind wurde natürlich auch viel gelacht. „Was hast du vor Evi? Sie war die Erste, die nach langen drei Monaten, nach Hause durfte. Und sie freute sich auf ihre Familie, ihren Job der für sie „warm“ gehalten wurde und ihre Freunde. „Zu Hause wird es mir schnell besser gehen, ich werd bald wieder die alte sein und dann werde ich die Welt auf den Kopf stellen … 🙂 “ JA, sie ist so alt wie meine Tochter und hat ihr ganzes Leben noch vor ihr, DAS ist ein guter Plan! Meli und Gabriela überlegten viel, Gabriela wäre am liebsten als Frau Doktor nach Hause entlassen worden gg, auf ihrem Programm stand Weiterbildung und ein Mann, der sie auf Händen trägt und SIE und ihre Kinder über alles liebt. Einfach Ordnung machen in ihrem hektischen, nicht organisiertem Leben. Eine Herausforderung für eine Mutter mit 4 kleinen Kindern ohne Unterstützung! Davor zog ich den Hut. Meli freute sich auf der einen Seite auf ihren Partner und ihre Kinder, fühlte sich aber hier sehr gut behütete. Einer ihrer Pläne war ebenso ein Wohnungswechsel und eine berufliche Veränderung, sobald es ihr wieder besser geht. Meine Pläne wussten sie und trotzdem sahen mich alle irgendwann mal in der Toscana sitzen auf einem alten Weingut, mit einem älteren Italiener an meiner Seite. Natürlich für alle Mädels immer ein Zimmer gerichtet wenn sie mich besuchen kommen! 🙂

Die nächsten Tage entschieden wann wir nach Hause durften

In den kommenden Visiten erfuhren wir ob wir nach Hause „mussten“ oder eine Verlängerung angebracht wäre. Evi war die erste die uns mit breitem Lächeln erzählte das sie am Mittwoch fährt. Gabriela und Meli wurden um eine Woche verlängert, ich hatte ohnehin das volle Mass ausgeschöpft und mir wurde der Antrag für eine Reha im Anschluss meines Aufenthaltes ans Herz gelegt. Das bedeutete wir verließen die Station beinahe, bis auf ein paar Tage, zeitgleich. Die Nächste nach Evi war dann ICH. Abends wurde die Abreise von Eveline gefeiert. Wir fuhren, heimlich, in der Zeit des Ausgangs in die City. Offiziell stand auf der Liste wo wir uns immer austragen mussten wenn wir die Station verliessen „Spazieren am Gelände“ gg DAS musste einfach sein! Ein kurzer Ausflug, der in knapp 3 Stunden ohnehin wieder zu Ende sein musste. Getrennt und in Etappen trudelten wir wieder ein und teilten sich uns unsere Zimmer auf. 😀

Das Frühstück war tränenreich

Jeder hatte Evi eine kleines Andenken auf ihren Platz gestellt. Sehr viel Zeit zur Verabschiedung blieb uns nicht, da unsere Therapien um 8 Uhr begannen. „Wir bleiben ohnehin in Verbindung!“ und wenn wir alle draussen sind wird erzählt und gefeiert … geweint hatten wir alle genug an diesen Morgen … Abschied. Für mich etwas ganz Neues, damit meine ich nicht den Abschied an sich, sondern den dazugehörigen, ehrlichen Schmerz, der mich überkam! Mensch bin ICH „weich“ geworden, waren meine Gedanken, die ich ganz behutsam durch den Tag trug …

In der Abschlusswoche wartete eine besondere letzte Aufgabe auf mich. Mein Faden Behutsamkeit und Eigenliebe war mein Thema für meine letzte Woche im KUK.

Wenn du dabeisein möchtest? Den letzten Teil meiner Altagsgschichten kannst DU in 2 Wochen lesen 🙂 , bis dahin eine gute Zeit.

Kennst du schon die weiteren Teile der Alltagsgeschichten?
Alltagsgeschichten B102 #1
Alltagsgeschichten B102 #2
Alltagsgeschichten B102 #3
Alltagsgeschichten B102 #4
Alltagsgeschichten B102 #5
Alltagsgeschichten B102 #6
Alltagsgeschichten B102 #7
Alltagsgeschichten B102 #8
Alltagsgeschichten B102 #9
Alltagsgeschichten B102 #10

Was mich die letzten Tage beschäftigt hat … nämlich „was wäre wenn“

Ich muss dazu sagen dass ich die letzten Tage eine andere Art von „Nachdenken“ hatte. Ich habe den Bazillen von Jürgen einen neuen Wirt gegeben und sie fühlten sich sehr wohl bei mir und blieben länger als geplant gg. Wenn ich krank bin und nicht das machen kann was ich möchte, bin ich sehr unzufrieden. ABER – ich habe jede Menge Zeit um Verschiedenstes zu durchdenken. Unter anderem: Was, wäre, wenn ich vor einem Jahr nicht mein ganzes Leben umgekrempelt hätte?

Was würde ich genau jetzt zu diesem Zeitpunkt machen? Vielleicht hätte ich keine Grippe weil ich irgendwo mit irgend jemanden den Winter im Süden bei 28°C verbracht hätte? Oder ich hätte gar keine Zeit darüber nachzudenken ob ich nun fit bin oder ins Bett gehöre, weil ich meinen Dienstleistung-Job wie immer gewissenhaft durchzuführen habe, ein neues Jahr mit neuen Umsatzvorgaben, vielen Messen usw. Keine Zeit um „sich auskurieren“! Oder wäre ich noch immer eine Suchende? Umzug? Job? Partner? Was wäre wenn ich nicht so radikal durchgegriffen hätte und alles aus Bequemlichkeit hätte weiterlaufen lassen?

Ich mag dieses Spiel … ab und zu

Dieses Spiel kann man alleine am besten spielen, weil nämlich ein Zweiter mit Sicherheit sagen würde „Es ist aber nicht so, also weshalb denkst DU darüber nach bitteschön?“ Gedankenverschwendung und Zeitverschwendung würde Jürgen es nennen. Es bringt nix über „was wäre wenn“ nachzudenken. Mir gefällt es aber trotzdem hin und wieder ohne dabei wehmütig oder traurig zu werden! Es ist eher die reine Neugierde, die mich dazu veranlasst – auch wenn dabei nichts herauskommt. 😀

Fang ich erstmal damit an, dreht sich bei mir ganz schnell der Kopf. War es richtig, war es falsch, war ich zu streng mit mir und meinem Umfeld? Manchmal würde es mir eben gefallen wenn ich wüsste „was wäre wenn“.

Nach sämtlichen ausmalerischen Überlegungen komme ich dann jedesmal zu dem Resultat: Es sind immer die eigenen Entscheidungen oder auch „Zufalle“, für die ich jedesmal sehr dankbar bin, die das/mein Leben zu dem machen was und wie es jetzt ist! Nämlich sehr schön. 🙂 Hätte ich vor gut einem Jahr nicht all das getan was ich getan habe, wären Jürgen und ich uns nie begegnet, hätte ich meinen Lebensstandard nicht verändert (verändern müssen), würde ich heute vieles nicht so sehr schätzen wie ich es jetzt tu. Wäre ich zu feige gewesen ein klares „NEIN – so will ich es nicht mehr“, auszusprechen … daran will ich erst gar nicht denken.

Doppelt lebt wer auch Vergangenes genießt!

Marcus Valerus Martialis

Schlechte Entscheidungen gibt es ohnehin nicht. Es gibt immer Gründe weshalb man so und nicht anders entschieden hat! Darüber nachzudenken macht eine Sache und das Leben einfacher als gedacht. 🙂 Ich danke DIR dass du meinen Gedanken gefolgt bist … gut möglich das auch DU ab und zu mal mein Spiel spielst „Was wäre wenn“.

Ich wünsche Dir eine schöne Woche und bleib gesund.

Das Gefühl wenn Stille herrscht … Du kommst nach deinem Arbeitstag nach Hause, bist geschafft – und doch wieder auch nicht. Du hast dir fest vorgenommen heute Abend mal so richtig zu entspannen und faul zu sein. Dein Wohnungstüre nähert sich und somit sind auch schon die ersten Gedanken wieder da, wie „was ist zu Hause noch zu tun …“

10 Min in der Wohnung – ist es wieder da – dieses Gefühl, dass dich immer dann aufsucht, wenn du mit dir alleine bist, wenn Stille herscht. Wenn grad mal Zeit wäre um die Schuhe auszuziehen und die Füsse hochzulegen.

Die Stille und du kannst nicht entspannen

Jeder Mensch ist im Normalfall in der Lage sich zu entspannen. (Im Normalfall!) Es gehört zu unseren innersten Betriebssystemen, die uns schon als Baby mitgegeben wurden. Wenn uns dieser „Relax-Faktor“ schon über einen längeren Zeitraum abhanden gekommen ist wissen wir unser Betriebssystem ist gestört. Erste Anzeichen dafür sind auch die fehlende Konzentration, wir neigen zur Ungeduld und wir können einfach nicht Abschalten und zur Ruhe kommen.

Irgendwann – den Kopf voller Gedanken – schlafen wir möglicherweise vorm TV ein, statt ins Bett zu gehen. Ein interessanter Beitrag oder eine Doku halt uns auf dem Sofa fesst. Kaum läuft das Programm, sind wir auch schon down under.

Ich hatte dieses Problem sehr lange Zeit, ich brauchte TV um überhaupt schlafen zu können. Die Ruhe im Schlafzimmer war alles andere als ermüdend. Mein Arzt sagte damals dieser Fernseh-Schlaf sei alles andere als gesund und regenerierend. Man schläft ein ohne richtig abzuschalten, das Unterbewusstsein nimmt während dieser Einschlafphase den ganzen Müll aus dem TV-Programm auf. Reizüberflutung pur! Alles andere als ein gesunder ruhiger Schlaf und nicht gut für unseren erschöpften Körper.

Schlaftrunken schleppte ich mich dann oftmals ins Bett, oft davon gefolgt, dass ich panisch aus dem Schlaf aufschreckte. Ich fand selbst in meinen Träumen keine Ruhe. Begleitet wurde das Ganze mit Herzrasen und Beklemmungen, oft auch die Angst Sterben zu müssen. Ich war auf der einen Seite froh als ich den Weckton hörte, anders rum war ich total gerädert und fühlte mich schwach und unausgeschlafen.

Jeder kennt und hat mal diese Phase, wo es in im Job mal stressiger ist. Man muss Überstunden schieben oder das Betriebs Klima hängt grad etwas schief. Das heisst dann wir sind kopftechnisch mehr verplant. Leichter reizbar, und im Schlaf finden wir auch nicht die Ruhe, wie wir sie eigentlich brauchen würden. Darf alles mal sein und gehört zum Alltag. Kritisch nur wenn sich diese Phase über längeren Zeitraum erstreckt.

Ein schleichender Prozess

Leider ist das ganze ein schleichender Prozess. WIR und unser Umfeld nehmen die ersten Anzeichen gar nicht wirklich war. Die nicht wahrgenommene Erschöpfung – ein erstes Warnsignal und die Vorstufe eines stillen BURNOUTs.

Mir ist auch aufgefallen, das Menschen die ihre ganze Leidenschaft in ihren Beruf legen, engagiert sind und auch immer gute Laune (tagsüber) vorlegen, die am meisten betroffenen Menschen sind!

Viele von euch werden dieses BURN OUT Thema vielleicht auch schon gar nicht mehr hören können. Es wird ja sehr viel darüber geschrieben und zerredet.

Als „Mode-Krankheit“ deklariert…

„Fahr einen schicken Wagen … und leg dir ein Burn Out zu.“, das war mal ein Spruch den ich hörte, und der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist! DAS sagen dann die, die keine Ahnung von nix haben, aber überall ihre Klappe aufreissen!

Ich find es ist ein Thema das uns immer wieder begegnen wird, möglicherweise bekommt es einen anderen Namen – schickeren Namen, keine Ahnung. Die Thematik bleibt trotzdem die gleiche.

Die ersten Anzeichen

Wahrscheinlich können die Betroffenen Parallelen ziehen.

Ich hatte plötzlich den verstärkten Drang und Zwang mich beweisen zu müssen. Ich vernachlässigte meine eigenen Bedürfnisse und warf mich noch mehr in die anfallenden Projekte. Wenn Konflikte in Anmarsch waren – die radierte ich aus und von Problemen wollte ich sowieso nix hören. Ausserdem veränderte ich mein gewohntes Verhalten und wenn mich jemand darauf ansprach, ging ich auf Rückzug. Ich verlor das Gefühl meiner eigenen Persönlichkeit und war zudem innerlich komplett leer. Ich fühlte gar nichts!

Ausser den Drang von der Stille und Ruhe zu fliehen! ARBEITEN – das befriedigte mich. Ich musste aber sehr bald fest stellen, dass ich meine Leistung nach und nach verlor und nicht mehr bringen konnte. Resultat: Unzufrieden mit mir selbst.

Es war immer sehr sehr wichtig viele Menschen um mich zu haben, nur um keine Ruhe zu haben, nichts durfte „einschlafen“. Je mehr Gewusel und Lärm herrschte, desto sicherer und abgelenkter fühlt ich mich.

Doch in der damals, wie ich heute weiß, beginnenden Anfangsphase meines BurnOuts, ertappte ich mich wie langsam jegliche Art von Terminen absagte oder umlegte, nur um zu Hause zu bleiben bzw. bleiben musste.

Tat mir anfangs der ganze Trubel gut und war angenehm, machte er mich jetzt fast wahnsinnig! Dinge die ich vorher kaum wahrnahm, so wie das Ticken einer Uhr – Klimaanlage in der Firma – Stimmfarben von Menschen zb. machten mich verrückt und aggressiv. Alles was zu Hause abzustellen war, stellte ich auf off. Wahninnig zu werden, stellte ich mir damals genauso vor, ein schreckliches Gefühl.

Dazu kamen Angst, grosse Zweifel und ein riesiger Druck von Aussen. Mein Magen fuhr 8er Bahn und die immer stärker werdenden Rücken- und Nackenbeschwerden trieben mich dann endlich zum Arzt.

Ich schämte mich so „schwach“ zu sein und um Hilfe zu bitten. Versuchte sogar nochmal ein gutes Schauspiel vor meinem Arzt zu spielen, mit schlechtem Ausgang. Nichts ging mehr, meine Akkus waren leer … Game over, rien ne va plus.

Es folgte der totale Zusammenbruch. Es war mein 2tes Burnout, dem schenkte ich mehr Beachtung.

Burnout und was kommt danach?

Ich habe nach meinem 1sten diagnostizierten Burnout den Fehler gemacht, es sehr locker zu nehmen. Ich fürchtete um meinen Job und startete viel zu früh wieder in die Arena. Damals ging es mir wahrscheinlich um die Anerkennung der anderen, Schwächen kam für mich nicht in Frage! Nur Versager haben Schwächen …

Ein grosser Denkfehler, den ich mit einem heftigen Rückfall bezahlen musste! Das volle Programm. Meine Arbeit war ich los, meine Gesundheit für eine längere Zeit auch.

Beim „2ten“ war ich vernünftig. Ich befolgte die Anweisungen meines Arztes, peppelte mich erstmals wieder auf, fuhr auf Reha und befasste mich mal mit MIR. Ich pfiff auf die „Anpassung“ – ich rebellierte und verweigerte das was mir nicht gut tat.

Ich nahm mir die Zeit, die ich für mich brauchte. GESUNDER GEIST = GESUNDER KÖRPER, eine Formel die treffend ist! Ich nahm eine gewisse Zeit eine SCHONHALTUNG ein, lernte viel über mich und von anderen. Eine Erfahrung, die nicht missen möchte, auch wenn es eine harte Zeit war.

Jetzt, im Nachhinein gesehen, war dieses Burnout ein Weckruf für einen besseren Weg, in ein besseres glücklicheres Leben.

Alles hat seinen Sinn im Leben – auch wenn die Erleuchtung erst etwas später eintritt :-)!

  • Heute lass ich mich nicht mehr treiben. MEIN individuelles Tempo – die Balance ist wichtig!
  • Energie auftanken! Mal hol ich SIE mir in der Ruhe, dann wieder in der Action – ICH brauch nämlich beides 🙂
  • Ein wichtiger Bestandteil meines Tages ist Tagebuch schreiben. Den Tag nochmal „durchkauen“.
  • Ich setze mir kleinere, erreichbare Ziele und versuche mich auch über kleine Erfolge zu freuen

Nur wer auf seinem Weg geht kann von Niemandem überholt werden!

Marlon Brando, ein kluger Mann 🙂

Zum Schluss möchte ich noch sagen:

DAS beste Gegenmittel zu einem Burnout ist, dass wir das Richtige aus dem richtigen Grund tun. ICH vertrau mir jetzt, meine Seele kennt immer die richtige Antwort! Achtet auf die ersten Warnsignale und was auch sehr hilfreich ist, versucht den übertriebenen Perfektionismus auszuschalten. DAS macht vieles lebenswerter! 🙂

Es brauchte einige Tage bis ich das letzte Wochenende verdaut hatte. Anfangs redete ich nicht sehr viel darüber, aber nach und nach wollte ich wissen wie die Anderen über diese Geschichte dachten, ob sie vielleicht ähnliches kennen und auch schon erlebt hatten? Es beschäftigte mich sogar so sehr, dass ich das vergangene Wochenende plus Nachwehen,  zum „Gruppen-Thema“ machte. Ich wusste jedoch das die Stunde ohne Arzt abgehalten wurde, sonst hätte ich es gelassen. Rausgekommen ist das was ich auch zu anderen gesagt hätte, wären sie in meiner Situation gewesen  „Vergiss diese sogenannte Freundin!“ Sie ist es nicht wert darüber nur 5 Sekunden nachzudenken, usw. … und wenn ich ehrlich war, hatte ich die anderen mein Thema zerlegen lassen. Die Stunde war vorbei und der Tag ging mir seit langem wiedermal tierisch auf den Geist …

Ich brauche nichts sagen – ich mache das mit den Augen!

Ich war ein sehr unangenehmer Mitmensch wenn ich grantig war, noch dazu wenn ich nicht mal genau sagen konnte weshalb, es war einfach so. Radikale Akzeptanz würde meine Bezugsschwester sagen. Annehmen und Hinnehmen. JA ich versuchs ja. Da mich die meisten ja schon etwas besser kannten, machten sie an dem Tag einen grösseren Bogen um mich, was wirklich gut war. Die „Neuen“ die meinten sie müssten nett sein und Fragen stellen, taten mir leid … ich brauchte keine Worte um zu zeigen wie ich mich gerade fühlte, meine Gestik und meine Haltung, aber vor allem aber mein Blick – ER reichte.

Auf unserem Plan stand KÖRPERWAHRNEHMUNG in der Gruppe im Freien. Es war noch immer sehr warm und man hielt es draussen nur vormittags unter den riesigen Bäumen aus. Ich hatte echt keine Lust, das Thema lautete „Wir werden heute unsere Sinne einsetzen ganz bewusst und aktiv! Jeder sucht sich aus ob er sehen, fühlen, hören usw. möchte und widmet sich ganz der Achtsamkeit … kurz vor Ende unserer Zeit wird jeder dazu berichten …“

… Heute war wieder genauso ein Tag wo ich darüber nachdachte was ich hier eigentlich soll! Ich hatte keine Lust rumzulaufen wie die anderen, ich setzte mich in den Schatten des riesigen Baumes im Garten und entschied mich für das „Fühlen“. Dabei beobachtete ich die anderen und merkte dass einige davon schnuppernd am Rosenbusch standen, die Blätter zwischen ihren Finger rieben und intensiv daran rochen als sei es ein neues Parfum. Andere standen angelehnt an einem Baum, die Augen geschlossen. „Wenn uns jemand zuschaut“ dachte ich mir dabei und musste in mich hinein lachen, und was machte ich? Keine Ahnung, ich saß nur da und stellte alles in Frage während dessen ich versuchte die Spitze eines Grashalms zu „spüren“!

Die schönsten Erzählungen kamen in der Abschlussrunde heraus als die Schwester uns fragte „Wie war es, was habt ihr wahrgenommen, wie ging es euch dabei?“ Ich hätte mir niemals gedacht dass man beim Hören soo viel empfinden kann und vor allem darüber erzählen kann!! Als meine Meinung gefragt war, kam ausser „Ich konnte mich  nicht konzentrieren“ nichts mehr.

Nachmittag war meine Kreativität gefragt

Diese zwei Stunden mochte ich ja immer sehr gerne. Wie der Name schon sagt. Kreativ sein und dabei nicht belächelt zu werden … das mochte ich. Es war eine Einzel-Theraphie. Ich kam mit meiner zugewiesenen Therapeutin sehr gut zurecht, ich kannte sie vom Zug fahren … wir sprachen allerdings nie miteinander und sie hatte mich wahrscheinlich auch gar nicht wahrgenommen damals. Was ich allerdings an diesen Tag nicht wusste, sie gab mir ein Thema vor. Wahrscheinlich hat es sich seit dem Morgen herumgesprochen das ich nicht sehr kooperativ gewesen sei, das lief hier so. „Sandra wie ist ihre Befindlichkeit im Moment?“ fragte sie leise und ruhig. „Ich liege in der Skala von 10 auf … gut 7“ sagte ich bestimmt. Dabei klopfte ich mit den Fingern auf den Tisch. „Oh das ist hoch, gibt es einen Grund dafür? Wollen sie darüber sprechen oder möchten sie es künstlerisch ausdrücken?“

Ich war kurz davor aufzustehen und zu gehen – ich wollte weder darüber sprechen (ich wusste ja auch nicht mal worüber?) und ich wollte auch meinen Ärger oder war es Unzufriedenheit, keine Ahnung was, malen! „Und wenn ich nur meine Ruhe haben möchte?“ sagte ich mit versteinertem Gesichtsausdruck … Sie ging zum Schrank und nahm 3 Klötze Plastilin heraus weiß, rot und schwarz und sagte zu mir „Sie haben jetzt beinahe 2 Stunden Ruhe, machen sie was draus!“

Na ganz super – wie im Kindergarten!

Diese Masse hat ich das letzte Mal in den Händen als meine Kinder noch klein waren, ich mochte es nie weil man die bröseligen Fussel, die sich anfangs lösten, überall reintreten konnte … und es roch komisch. „Wenn sie mich brauchen – ich bin nebenan, ich gebe ihnen ihre RUHE, die sie fordern …“ sagte sie.

Die ersten 10 Minuten geschah nichts. „Ich hasse ROT“ dachte ich mir. „Schwarz und weiss“, das passt. Aber was soll ich jetzt damit tun? Ich kam mir ein weiteres Mal sehr sehr doof vor. Irgendwann musste ich an meine eigene Kindergartenzeit denken, an unser Tante, die jeder liebte weil sie so gut roch 🙂 , mir fiel auch ein dass ich sehr oft in der Ecke stehen musste. Ja ich machte damals schon immer was ich für richtig fand. Und an meine Eltern, meine Erziehung. Ich war so versunken in dem Gedanken dass ich erschreckte wie meine Therapeutin sagte „Wir sind fast am Ende der 2 Stunden.“

Ich war überrascht

Vor mir lagen keine 3 Klötze mehr, es lag ein grosser schwarzer Fleck in der Form eines Rechteckes da. Ein weisser kleiner Teil mit Händen und Füssen, ein winziges geformtes Herz lag neben dem Körper. Irgendwie dürfte ich den Rest der übergebliebenen Farben zusammengemischt haben und zu einem Quadrat geformt.

Ein grosser schwarzer Fleck, ein Quadrat aus allen drei Farben und ein kleiner weisser Körper, dessen Herz daneben lag.

Als ich gefragt wurde was ich dachte und fühlte als ich diese „Skulpturen“ gemacht hatte, wusste ich keine Antwort. Ich hab es ja nicht mal mitbekommen wie meine Hände während meines Denkens „aktiv“ waren! Das war auch ganz ehrlich genauso! Als mich meine Therapeutin fragte ob alles in Ordnung sei, fing ich an zu heulen … mir tat mein Inneres weh und ich wusste für mich wer oder was diese drei Skulpturen darstellen sollten …

Es war an diesem Tag meine letzte Stunde, es war gut so, denn ich wollte mich mit nichts mehr auseinander setzten. Über die drei „Plastilin-Stücke“ jedoch musste ich die ganze Nacht denken.

Am nächsten Morgen las ich ein Zitat das schon die ganze Zeit an der Wand hing …

Zu oft wollen wir für andere Perfekt sein und merken dabei nicht wie es uns kaputt macht.

„Es gibt noch viel zu tun bei mir“ dachte ich als ich meinen Kaffes im Stehen auf der Terrasse trank …

Wie die ersten „Verabschiedungen“ liefen und wir uns langsam damit auseinandersetzten mussten wieder für uns selbst zu sorgen – DAS hab ich dann in 2 Wochen für DICH.

Deine Sandra FrauenPunk

Kennst du schon die weiteren Teile der Alltagsgeschichten?
Alltagsgeschichten B102 #1
Alltagsgeschichten B102 #2
Alltagsgeschichten B102 #3
Alltagsgeschichten B102 #4
Alltagsgeschichten B102 #5
Alltagsgeschichten B102 #6
Alltagsgeschichten B102 #7
Alltagsgeschichten B102 #8
Alltagsgeschichten B102 #9
Alltagsgeschichten B102 #10

Wer nicht vertraut, wird auch kein Vertrauen finden. Vertrauen ist ein sehr wichtiges und kostbares Gut. Ist es mal erschüttert, geht es erstmal verloren und ist es sehr schwer wieder zu finden. Vertrauen hat auch nichts damit zu tun, sich die Welt „schön zu reden“, sondern es ist eine fundamentale Beziehungsqualität.

Es ist der Raum in dem das Leben stattfindet. In diesem Raum teilen wir Gefühle, Empfindungen, Bilder und Gedanken miteinander. Also ein Raum des Lebens, in dem wir miteinander lachen, atmen, weinen, streiten und lieben … so lernen wir einander zu vertrauen.

Jeder von uns ist schon mal von einem anderen Menschen enttäuscht worden. Wo wir wieder bei dem Thema wären, schlechte Erfahrungen gehören zu unserem Leben, es macht uns kompletter und wir sollten daraus lernen. Der erste Gedanke, der einem nach so einer Enttäuschung durch den Kopf jagt, ist „kann ich den niemandem mehr trauen?“

Enttäuscht und traurig zu sein, wenn man hereingelegt wurde, ist eine absolut normale Reaktion. Aus eigener Erfahrung muss ich leider sagen, dass ICH nach wie vor mit Misstrauen an „neue“ Menschen heran gehe. Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern habe auch eine teilweise feindselige Haltung gegenüber anderen entwickelt.

Für mich ein Schutzschild

Nach dem Motto ich rechne mit dem Schlimmsten und habe absolut keine Erwartung, dann kann ich auch nicht enttäuscht werden. Nur leider macht es dieses Verhalten oder diese Einstellung nicht unbedingt einfacher im Umgang mit anderen Menschen! Positive und befriedigende Erfahrungen mit anderen bleiben quasi aus – man lässt es nicht zu. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser …

Vertrauen ist die Basis jeder Beziehung

Vertrauen ist die wichtigste Basis für jede Beziehung! Ob im privaten, persönlichen oder beruflichen Bereich. Jeder Mensch hat sich im Leben seine eigene bestimmte Grundeinstellung hinsichtlich anderer Personen zugelegt. Diese Grundeinstellung würfelt sich aus unseren Erfahrungen aus der Kindheit zusammen. Kinder haben absolutes Vertrauen in ihr Umfeld, bis etwas passiert wo sie erfahren, dass sie auch enttäuscht werden können!

Beispiele dafür können sein

  • wenn Eltern ihr Versprechen nicht einhalten
  • wenn sie Hilfe brauchen und keiner da ist
  • wenn von ihnen zu viel erwartet wird und sie immer wieder erleben es nicht zu schaffen
  • zu viel Kritik
  • grundloses Bestrafen oder sogar Schlagen
  • ein zu überbehütetes Aufwachsen, so dass Kinder keine eigenen Erfahrungen sammeln können
  • die schlechte Laune der Eltern auf die Kinder übertragen

All diese Beispiele tun ihr Bestes um unsere Grundeinstellung schon als Kind im Bezug auf Vertrauen in anderen Menschen oder in das Leben zu entwickeln.

Wie kann ich vertrauensvoll leben?

Eine Frage die ich mir auch immer wieder stellen muss. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: trete ich einem Menschen immer wieder mit Misstrauen gegenüber, werde ich auch immer öfter enttäuscht bzw. ich seh mich darin bestätigt, dass mein Misstrauen berechtigt war.

Mein Umgangsstil ruft in meinen Mitmenschen genau diese Verhaltensweisen hervor, die meinen Erwartungen entsprechen. „Selbsterfüllende Prophezeiung“ nennt sich das in der Fachsprache …

Deshalb versuche ich in der Zwischenzeit, trotz unendlicher Enttäuschungen, anderen Menschen nicht immer, aber so oft es für mich möglich, einen „Vertrauensvorschuss“ zu gewähren. Meinetwillen und wegen der anderen. Ich fühl mich besser wenn ich nicht gleich mit negativen Gedanken auf andere Menschen zugehe – und die Chance anderen Menschen nahe zu kommen ist einfacher.

Zwar ist meine alte Methode die sicherste, sofort innerlich ab zu blocken und dadurch keine Enttäuschung zu erfahren, jedoch nehme ich mir auch gleichzeitig die Möglichkeit und die Erfahrung eine vertrauensvolle Beziehung zu diesen Menschen aufzubauen! Ausserdem lebe ich besser mit dem Gedanken, dass es auch vertrauenswürdige und nette Menschen auf der Welt auch gibt …

Vertrauen entsteht, wenn wir sagen was wir meinen

Es wird immer wieder mal vorkommen von anderen Menschen enttäuscht zu werden, jedoch ist die Einstellung dazu ausschlaggebend. Werde ich ausgenutzt, enttäuscht, abgelehnt oder dergleichen, versuche ich umgehend meine Enttäuschung darüber mitzuteilen! Verhält sich mein Gegenüber weiterhin in der gleichen Weise, distanziere ich mich und denke mir „schade dieses Verhalten“. ICH kann es nicht ändern … doch kann ich darüber entscheiden, ob ich weiterhin Kontakt haben möchte oder nicht. Ich versuche „nachsichtig“ zu sein und mir zu sagen „er hat es wahrscheinlich nicht anders gelernt“.

Das bedeutet ohne Umschweife und ohne Schmeicheleien auszudrücken was man meint! Dazu gehört ein geradliniger Geist. Ein Mensch der nicht geradlinig denken kann, wird es sehr schwer haben damit. Es ist eine Fertigkeit und diese muss durch aufmerksames Beobachten des Geistes kultiviert werden. Wenn man weiß das jemand geradeheraus ist, ist es viel einfacher sich auf diesen Menschen zu verlassen! Man weiß was er sagt und was er denkt. Es gibt kein Herumrätseln was er gemeint haben könnte. Solchen Menschen können wir vertrauen.

Vertrauen ist wichtig für unser seelisches und körperliches Wohlbefinden

Ohne Vertrauen geht es nicht. Es ist einfach so. Wir müssten ständig auf der Hut sein ausgenutzt, benachteiligt und verletzt zu werden … wenn wir ständig den Drang verspüren immer zu kontrollieren – wir wären rasch ein Nervenbündel!

Fazit:

Wer vertraut, geht willentlich davon aus, dass sich eine Sache so entwickelt wie versprochen oder erhofft. Ob es dann tatsächlich auch so eintritt, steht freilich auf einen anderen Blatt.

Vertrauen findest du nur bei Menschen, die mit deiner Seele umgehen, als wäre es ihre eigene!

Die letzten Tage bei uns auf der Station sind nach unserem „Bauchtanzabend“ mehr oder weniger gut gelaufen. Keine besonderen Vorkommnisse. Alles hatte seinen Lauf und unsere Stimmung war sehr zuversichtlich und positiv. Wir saßen abends bis zur letzten Minute, die wir aufbleiben durften, auf der Terrasse und strickten um die Wette, erzählten uns gegenseitig von unseren Vorhaben wenn wir uns erst wieder im „normalen“ Leben befinden würden. Wenn niemand an unserer Seite ist den wir fragen können, wenn wir unsicher sind, wenn keiner ein offenes Ohr für uns hat, würden wir in unser altes Verhalten schlittern. Wenn wir als erwachsene Frauen auf uns alleine gestellt sind. Ohne Pufferzone …

Ein weiteres Wochenende kam auf uns zu

Das ich nicht nach Hause wollte (obwohl ich musste) war klar. Dieses Wochenende war es aber eben so. Ich sollte das Wochenende NICHT auf der Station verbringen. Es war wichtig für die Zeit „danach“, um nicht ganz weltfremd das Krankenhaus zu verlassen. Einfach ein paar Stunden für sich selbst die Verantwortung übernehmen. Jedoch gab es immer die Option – falls man es nicht mehr zu Hause aushalten würde, oder wenn man in sein „altes Muster“ (das für die meisten Frauen hier wahrlich DAS Hauptproblem ist), wieder hinein kippen sollte, durfte, konnte, sollte man unverzüglich wieder auf die Station zurückkehren. Das soviel bedeutete: keinen Alkohol, keine Drogen, keine wilden Partys, da dort genau solche Dinge auf einen warteten. Klipp und klar KEIN dysfunktionales Verhalten was gegen uns selbst gerichtet ist! Diese Abmachung wurde sogar von jeden von uns Frauen unterschrieben, wer jetzt genau was und wie in seinem „Vertrag“ stehen hatte war klarerweise unterschiedlich. Jeder hatte ja so seinen eigenen Rucksack mit.

Mein Wochenende war also fix

Ich war eingeladen zu einer kleinen Feier, und mir wurde angeboten auch bei meiner Bekannten schlafen zu können. Dieses Angebot nahm ich an. Besser als zu Hause wo mir die Decke wieder auf den Kopf fällt. Auch wenn ich nicht genau wusste welche Leute erscheinen würden. „Alle total nett und behutsam, es wird dir gefallen und einige kennst du ja ohnehin … es tut dir auch wieder mal gut unter fröhlichen Menschen zu sein …“ (Wenn sie gewusst hätte, daß wir wahrscheinlich ebenso fröhlich sind, hätte sie diese Meldung stecken lassen). Egal – sie meinte es ja nur gut.

Besprochen wurde unser Wochenend-Ausgang immer mit der eigenen Bezugsschwester. Ein Plan A, B und zur Sicherheit auch der Plan C, wurde aufgestellt und alle möglichen Situationen die hätten kommen können, wurden durchgespielt. „Und SIE wissen ja Sandra, sie können jederzeit auch früher als vorgesehen, wieder kommen.“ Ja ich hatte verstanden, wird aber nicht vorkommen …

Es war eine kleine Einweihungsfeier der Luxus-Klasse!

Ich wurde abgeholt und ich merkte schon dass meine Bekannte nicht wirklich wusste was sie mich fragen sollte. Ich nahm es ihr ab indem ich lachend sagte „Keine Sorge, ich bin NICHT tot krank, es geht mir gut und ich würde sagen, wir machen uns einen schönen lockeren Abend 🙂 !“ Als sie merkte das ich einen ganzen Satz – normal formulieren und verständlich aussprechen konnte … war ihr leichter, das sah ich ihr ganz deutlich an gg.

Insgesamt waren 4 Pärchen wovon ich 2 von ihnen kannte, der Rest bestand aus Männern, ca. 6 die alleine gekommen waren. Der Abend war perfekt für ihre Einweihungsparty, die Temperatur am Abend war wieder mal wie im Süden … dieser Sommer war einfach genial (mochte man diese unentwegte Hitze ). Die neue Wohnung war ein Traum. Mitten in der Stadt über den Dächern mit einer riesigen Terrasse, begrünt und bepflanzt als würde man in einem grossen Garten sitzen. Riesige Loungemöbel und eine stylische Feuerstelle für die Gemütlichkeit. Coole Musik und ein geniales Catering warteten auf uns. Stil hatte sie immer schon gehabt.

Wir machten uns alle miteinander bekannt, die meisten kannte ich ja nicht, und ich wurde etwas unsicher. Es dauerte auch nicht lange bis der erste fragte „Und warst du gerade im Urlaub? Verboten braun und du wirkst, als bist du noch im Urlaubsfeeling …“ Hmm, ok … und jetzt ? Was sag ich? Ich mach es wie früher, dachte ich mir. Also lächelte ich, bedankte mich fürs Kompliment und einem „beinahe richtig“. Mein Weg war schnurstracks zur Catering-Bar. Ich fühlte mich nicht sonderlich wohl. Wären die Mädels da, oder irgend jemand der mir ein klein wenig bei dem Fragen & Antwortenspiel helfen würde, ginge es mir besser.

Nach ca. 3 – 4 Stunden und zu vielen Drinks, die mir dabei halfen etwas lockerer zu werden und zu sein, war es bei mir aus. Diese oberflächliche Unehrlichkeit kotzte mich an. Oder vielleicht war ich empfindlich? Eines stand jedenfalls fest, hätte ich gesagt, das ich meine „verbotene Bräune“ vom KH-Garten habe und alles andere als „Urlaubsfeeling“ in mir trug, eigentlich nur für 42 Stunden Ausgang habe … Sie hätten mich alle ignoriert und mit Handschuhen angefasst! Ich hatte zu Rauchen aufgehört – was tat ich? ICH paffte eine nach der anderen. Ich sollte keinen Alk trinken – was tat ich? ICH trank Schampus der mir nicht mal schmeckte nur um anderen zu gefallen und in diese Truppe zu passen. Ich hörte mir die blöden Anmachsprüche der Männer an und ertappte mich dabei mich ebenso oberflächlich zu geben wie die es taten … Gute Miene zum Scheiss Spiel!

Ich wollte, ich musste nach Hause

Verabschiedet hab ich mich gegen 3.00 Uhr Morgens NUR bei meiner Bekannten, mit der Begründung mir ginge es nicht besonders (was ja auch nicht gelogen war), und mir sei es doch lieber „zu Hause“ zu schlafen… wir sprechen darüber wenn sie mich die Tage besuchen kommt. Und weg war ich. Im Taxi zur Klinik war ich enttäuscht von mir, von den Menschen. Am meisten aber von mir. Das Schlimmste wartete aber noch auf mich. ICH musste um halb 4 Uhr morgens einer der Schwestern oder Pfleger läuten. Einige Fragen beantworten müssen und mit Sicherheit einen Test auf Drogen und Alkohol mit machen.

Am Morgen lernte ich neues kennen

Ich schlief schlecht und mir war auch genauso schlecht! Das Rauchen und der Alkohol in Kombination mit den Leuten die mir nicht lagen, reichte mir einfach. 4 Stunden später sah die Sache schon anders aus. Ich „durfte“ in Begleitung mit einer Schwester auf die Toilette. Da ich so etwas noch NIE machen musste, war ich überrascht und schockiert als sie sagte „ich muss leider dabei bleiben … es werden Stichproben gemacht und das ist nur zur Kontrolle“. Ich fühlte mich schrecklich.

Jetzt wurde mir wieder bewusst wo ich war

Selbst jetzt wenn ich darüber schreibe, überkommt mich das unwohl sein. Es ist eben kein Strandspaziergang sondern Arbeit am Menschen. Und da ich hier wirklich eine andere Art von Problemen zu bewältigen habe, als Drogen und Alkohol, werde ICH nicht ausgenommen diese Tests zu machen, noch dazu wenn ich angebe erst am nächsten Tag um 18.00 wieder in die Klinik zu kommen und aber in der selben Nacht mit einer wahrscheinlichen „Fahne“ schon wieder auf dem Teppich stehe … Mich schmiss dieses Erlebnis völlig aus der Bahn. Andere lachen darüber …

Ich wartete auf meine Bekannte

Am späteren Nachmittag wollte meine „Gastgeberin“ mich besuchen kommen. Ich wartete im Café auf sie. Die Zeit war auf 16.00 angesetzt. Ich trank meinen Cappuccino und las mein Buch nebenbei. Es war bereits kurz vor 17.00 Uhr geworden und es war nix von ihr zu sehen. „Sicher sehr lange geworden gestern bei ihr …“ war mein Gedanke. Auch als ich sie anrief tat sich nichts. So maschierte ich über Umwege auf die Station zurück. Als ich zur späteren Stunde noch einige Male versuchte sie zu erreichen, sie aber NICHT ans Telefon ging, machte ich mir sorgen.

Am nächsten Morgen hatte ich eine sehr lange WhatsApp Nachricht am Handy von ihr, die ungefähr so lautete: „Es tut mir sehr leid, aber ich kann dich nicht besuchen kommen. Es wäre nicht von Vorteil für mich, was wenn ich jemanden treffe der mich kennt! Die Erklärung wäre mir und DIR sicher auch sehr unangenehm! Meine Freunde gestern, wollten nach deinem raschen Verschwinden auch wissen wie – wo – und was … aber keine Sorge, ich hab ihnen nichts genaues erzählt! Wir können aber gerne wieder in Kontakt treten wenn es dir wieder gut geht …“.

Wenn ich mich genau erinnere, hab ich diese Nachricht mindestens 10 mal gelesen, was bitte sollte das? Frau „VIP“ schämte sich für mich! Unglaublich … ICH bin also nur „passend“ für sie wenn ich Champagner und Austern schlürfend neben ihr ein hübsches Gesicht bringe … !? Menschen, die sich in einer vorübergehenden „Krise“ befinden und versuchen alles wieder in Gang zu bringen – nein also … das ging anscheinend gar nicht!

Alltagsgschichten aus B102 #7

An diesem Morgen begann bei mir das Ausmustern meiner Freundes-Liste. Es musste wahrscheinlich so sein um zu erkennen, wer wirklich zu deinen Freunden oder guten Bekannten zählt und wer es nicht verdient hat, an meiner Seite zu verweilen. Es waren schmerzhafte Tage, aber sehr notwendige!

Meine Antwort auf diese Nachricht war kurz: „Meine liebe, ich wünsche DIR ein immer ausgeglichenes Leben, ohne holpriger unebener Strasse! Falls du trotzdem mal ne Panne haben solltest – sollen deine „Freunde“ immer hinter DIR stehen … blöd wär es, wenn sie zu diesem Zeitpunkt mit „Schampus & schlitzigen Muscheln“ beschäftigt sind. Ciao und Thx.“

So schnell kann es gehen, und nach den vielen „guten Tagen“, die ich hier erleben durfte, kommen auch wieder welche die dir einen Bauchstich versetzen…

Beim nächsten Mal erzähle ich DIR, was dabei herauskommt, wenn Kopf und Hände wie von selbst arbeiten, von der Stunde im Gras … und ein wenig Meditation. 😀 Also ich freu mich IMMER auf Dich und vergiss nicht: DEINE Meinung dazu ist mir immer sehr wichtig!

Kennst du schon die weiteren Teile der Alltagsgeschichten?
Alltagsgeschichten B102 #1
Alltagsgeschichten B102 #2
Alltagsgeschichten B102 #3
Alltagsgeschichten B102 #4
Alltagsgeschichten B102 #5
Alltagsgeschichten B102 #6
Alltagsgeschichten B102 #7
Alltagsgeschichten B102 #8
Alltagsgeschichten B102 #9
Alltagsgeschichten B102 #10

An Tagen wie diesen … so könnten viele schöne Geschichten beginnen … nur hab ich keine auf Abruf, tut mir leid. Möglicherweise sind dir solche Tage auch bekannt?! Wenn ja – weisst du ja Bescheid. Wenn du nach dem weiterlesen sagen kannst „Nö – gibts bei mir nicht“, tu mir einen Gefallen und sei sehr dankbar!

Von 0 auf 100

Am Morgen aufgestanden, gut gelaunt mit einigen „das möcht ich heute unbedingt machen“ Gedanken im Kopf. Mann & Hund geherzt und anschliessend Kaffee geschlürft, mit Vorfreude aufs Wochenende. Also alles gut! Meinte ich jedenfalls. Aber da war es wieder mal … dieses schleichende, ekelhafte und krampfende Gefühl das mich fast erdrückte.

„Nicht daran denken sondern ablenken, es vergeht sicher rasch wieder“, so in etwa hören sich dann meine Selbstgespräche an. „DU bist ja Profi, nimm deinen Zaubertrank und hey – entspann dich, ok?“ Klappt meistens ganz gut, ich weiß ja jetzt das ich nicht daran sterben werde … Wieder. „Alles gut, nix passiert“ sag ich mir wieder.

Mein Herz rast, meine Hände und Beine möchten schlafen, der Rest funktioniert, also rein ins Auto den Einkauf erledigen. Es nervt, es nervt gerade alles! Rote Ampeln. Der Stau. Haben die Leute alle den selben Gedanken wie ich gehabt? Die gelben und grünen Autos, wie kann sich jemand ein grünes Auto kaufen! Ja und natürlich einen Parkplatz am Arsch der Welt. Ich merke soeben, die die es wirklich gut gelernt hat beinahe tiefenentspannt zu sein, zuckt beinahe aus. Weil es jetzt auch noch zu regnen begonnen hat und vor mir maschiert eine Flodder Familie, die trotz dicker Jacken so extrem nach Schweiss riechen, das mir das Atmen noch schwerer fällt. Das bedeutet für mich so viel wie von 0 auf 100…

Grünes AutoWas ist los?

Hey altes Mädchen, was ist los? So kenn ich dich doch schon ewig nicht mehr! Es ist ein ganz normaler Freitag, da sind nun mal mehr Menschen unterwegs als sonst, welche Farbe jemand für sein Auto wählt kann dir doch egal sein – solange du selbst kein grünes fährst? Außerdem hast du heute eine ganz extra feine Nase … kann das sein? Und bitte stell dich nicht so an wegen ein paar Regentropfen – DU hast ne Mütze auf, schon vergessen? Und überhaupt – weshalb bitte diese Unzufriedenheit und Gereiztheit?

Dir geht es doch wirklich gut! Es läuft alles so fein bei dir, erinnere dich, all das was vor ein paar Wochen noch unklar war, ist so gelaufen wie du es dir erhofft hast, deine Arbeit entwickelt sich gut, nicht zu vergessen dein Mann der dich und deine „Macken“ liebt … und dein Mädchen auf 4 Pfoten – alle sind für dich da! Und was machst du? Du bist genervt weil dich ein grünes Auto überholt hat und 3 Regentropfen auf deine Mütze gefallen sind oder wie?!“ (Fragen an mich selbst)

In der letzten Ecke

Es waren weniger Menschen da hinten – Zeit um zu zählen, zu atmen und sich zu sammeln. Alles ist gut. NEIN eigentlich nicht. Weshalb, aus welchem Grund bitte hab ich so eine grässliche Panik/Angst Attacke? Mein schlechtes Gewissen machte sich breit. ICH die so viel von dankbar sein schreibt, denkt und redet … ist alles andere als dankbar! Ich will nach Hause, schnell, schnell raus und weg hier!

Mein Körper schmerzt und nichts  ist wirklich besser geworden. Schlafen, nicht viel reden, mein Plan. Unsere Hunderunde wurde übernommen, Jürgen kennt mich eben und das ohne viele Erklärungen. I love him. Augen am nächsten Morgen auf und das Gefühl ist noch immer da. Nur ich habe keine Zeit zum Grübeln, ich darf mit Monja wieder auf den Hundeplatz. Welpenstunde. Hausaufgabe vorführen, lernen und spielen. Das Ganze bei Sturm und Schnee sowie gefühlten minus 15°. Monja ist ein Traum von Hund, wirklich, alles ist gut gelaufen bis auf das dass ICH dieses Mal versagt habe. Mir war kalt, ich war nicht richtig bei der Sache und überhaupt … Wieder Zuhause angekommen war mein  Herzrasen weniger geworden aber ich spürte nicht sehr viel an mir. Game over.

Zwei Tage sind genug und kommen ins Archiv!

Du fühlst dich wie nach einer OP. Schwach, der Kopf leer und ein wenig sediert. Meine zwei Lieblinge haben mich wieder. Es wird nichts zerlegt und hinterfragt. Es ist wie es war – wichtig ist es ist wieder weg. Das Ganze kommt so schnell wie es auch wieder verschwindet, darüber nachzudenken macht keinen Sinn. Mich gibts eben nur mit diesem Chaos 🙂 !

Ich habe es getan, einen Einblick zu geben in „2 Tage Scheissgefühl!“ Nicht ausführlich, aber ein wenig. 2 Tage, die mich blockiert haben in meinem Handeln und Denken so wie ich es eigentlich wollte. Du bist machtlos aber du hast alles in deiner Hand um aus dieser Situation zu kommen. Heute muss ich lachen wenn ich ein grünes Auto sehe 🙂 ! Solche Tage gehören eben auch dazu, sie sind zwar zu nichts nutze aber scheinbar sollen oder wollen sie auf etwas aufmerksam machen?!

Es ist sicher ok wenn ich dem Ganzen keinen Rahmen gebe?! Ich kann dem nichts mehr hinzufügen, außer „Hab es gut, geniesse den Regen ohne Mütze, freu dich über den „bunten“ Verkehr und stell dich in die Menschenmenge …

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, was ihr euch wünschen würdet wenn plötzlich jemand vor euch steht und sagen würde: „DU hast einen einzigen Wunsch frei und ich werde ihn DIR erfüllen! Überlege bewusst – es ist nur ein Wunsch!“

Klingt wie die Einleitung eines Märchens, ich weiß, aber es gibt ja bekanntlich auch Märchen für Erwachsene …

Schon als junges Mädchen stellte ich mir sehr oft selbst diese Frage, ich spielte diese „Tag-Träume“ bis ins kleinste Detail durch. Damals wusste ich sofort was ich mir wünschen würde! Es waren immer die gleichen Wünsche – lange Zeit, immer das selbe. Ich hätte also alles abgespeichert gehabt, falls ich Aladin begegnet wäre.

Immer wollte ich kleiner und dicker sein (ich war so riesengroß für ein Mädchen und viel zu dünn 🙁 ), wünschte mir lange blonde Haare wie die meisten meiner damaligen Freundinnen und ein eigenes Pferd wollte ich besitzen. Gelegentlich war auch der Wunschgedanke da so lange unter einem Schoko-Brunnen zu liegen bis mir übel war. Wünsche einer 7 Jährigen oder vielleicht war ich auch schon 10? Ich weiß es nicht mehr.

Heute mit 50 drüber, möchte ich nicht mehr kleiner & dicker sein, bin eigentlich sehr froh darüber etwas „herauszuragen“ :-), von Blond bin ich geheilt und in der Zwischenzeit weit davon entfernt! Und die Geschichte mit dem Pferd? Ich liebe sie noch immer, aber Pferde seh ich mir auf der Messe an. 🙂 Bin also über die Entwicklung meiner NICHT in Erfüllung gegangenen Wünsche recht dankbar.

Vor kurzem durfte ich ein Interview mit einem jungen Mann (Miguel Costa) führen, auf meine Frage was er sich denn wünschen würde, hätte er einen einzigen Wunsch frei, überlegte er nicht – sofort hatte er die Antwort parat.
„Meine Eltern … ich würde mir wünschen das meine Eltern noch ein schönes Leben haben“ Punkt. Das war sein Wunsch.

Das zu hören, von einem 26 jährigen Kerl, berührte und beschämte mich gleichermaßen. ICH hätte an meine Eltern nicht gedacht. Seit dem denke ich immer wieder darüber nach was es denn für mich sein würde? Für mich ist es seit dem auch sehr interessant was sich die Anderen so Wünschen würden. Erstaunlich was da alles so kommt wenn man diese Frage in einer lockeren Freundschaft-Runde stellt.

Was ist ein Wunsch?

Der Wunsch ist ein Begehren nach einer Sache oder Fähigkeit, ein Streben oder eine Hoffnung auf eine Veränderung. Das Erreichen eines Zieles, für sich selbst, oder für jemand ANDEREN.

Es gibt gute und böse Wünsche, vernünftige und unvernünftige, mögliche oder eben auch unmögliche Wünsche.

Und genau DIESE kommen dabei heraus, wenn ich diesen „wünsch dir was“ Satz in die Runde schmeisse. Spontan – ohne viel nachzudenken! Die meisten antworten darauf mit dem Satz: „Viel Geld, dadurch wird vieles einfacher“ – OK, wird es das aber wirklich?

Eine antike Überlieferung besagte, das König MIDAS von PYRGIEN, einen Wunsch erfüllt bekam. Alles was er berührte sollte dabei zu Gold werden. MIDAS wäre bei all dem Gold verhungert und verdurstet. DIONYSOS befreite ihm von diesem Wunsch und rettete ihm damit sein Leben. Eine Geschichte mit sehr viel Tiefsinn!

Geld ermöglicht sicherlich „Mehr“ und ebnet eventuell auch schwierigere Wege. Aber macht es auf Dauer glücklich oder gesund? NEIN.

Eine oft geäusserte Antwort ist auch: „Jung & Fesch, das wärs noch mal“, mit einem Riesen Smilie im Gesicht. Selbst wenn die Erfahrungen und das Gelernte mitgenommen werden könnten in das „Jung & Fesch“ sein – ICH würde mir das genauso wenig wünschen.

„Macht und Einfluss“ – sagte vor kurzem jemand. „Ich würde die gerade aus den Fugen geratene Kugel wieder in ihre Bahn bringen und Ordnung schaffen!“ … sagt genau jemand den ICH nicht an die oberste Weltpolitik wünschen würde!

Eine Freundin antwortet auf meine Frage nach ihrem Wunsch „ich möchte unsterblich sein“, auch gut dachte ich mir. Den ganzen Wahnsinn bis zum bitteren Ende durchstehen? DANKE NEIN! Auch nicht meins.

Dazu fällt mir jetzt Rosa ein

Ich habe während eines längeren Klinikaufenthalts eine sehr nette gebildete alte und leider sehr kranke Dame kennen lernen dürfen. Wir teilten uns IHR Klasse-Zimmer. Eigentlich wollte ich meine Ruhe haben, aber diese Frau tat mir gut und so entstanden einige tiefsinnige Gespräche. Und witzig fand ich, das genau SIE mich fragte „Schatzi (alle waren immer IHR Schatzi 🙂 ), was wär denn dein Wunsch, wenn du einen haben würdest?“

Ich kann mich noch gut daran erinnern das ich sehr lange gar nix sagte, weil SO VIEL im Kopf kreiste. Aber ich kann mich noch sehr gut erinnern was Rosa auf meine Gegenfrage antwortete. „Meine Kleine – (ich war 2 Köpfe grösser und damals auch schon 48J.!) ich würde dir meine restliche Zeit schenken, aber umgewandelt in gesunde Zeit, keine Ahnung wie lange die noch ist, aber es würde deine Zeit verlängern.

Klingt kitschig? JA. Und ich weiß auch das man so etwas oftmals ausspricht, weil man weiß das es ohnehin nicht funktioniert! Mir würde so etwas sowieso nicht über die Lippen gehen. Bei Rosa spürte ich jedoch, dass sie es genau so meinte.

Mein schlechtes Gewissen machte sich damals wieder ganz stark bemerkbar – da ich ganz andere egoistische Wünsche im Kopf hatte.

Ich glaube auch das erst am Ende eines Lebens, durch Abstand und viel Reife, die Gedanken zum Thema WUNSCH klarer werden. Was ist wichtig und was ist nebensächlich?

Wo wir bei einem für mich sehr wesentlichen Punkt angelangt wären. Der Wunsch gesund zu sein aber auch zu bleiben. War auch eine häufige Antwort, bei der auch ICH ein Hackerl darunter setzen würde!

Ja, wie wichtig sind jetzt unsere Wünsche

Können sie uns bei Erfüllung wirklich tief glücklich machen? Wir Menschen wünschen uns Liebe, Anerkennung, Sicherheit, Gesundheit, Geld, Macht, ewige Jugend und sogar Unsterblichkeit.

WÜNSCHE – sie sind die Brüder der ANGST.

Deshalb sollten wir uns unsere eigenen Wünsche besonders gut ansehen und hinterfragen. Was würde es wirklich verändern, wenn dieser in Erfüllung gehen würde? Was würde ER mir geben? Dadurch werden die Motive hinter den Wünschen klar. Wir lernen uns dadurch besser kennen.

EINSTEIN war es der sagte: „WILLST DU GLÜCKLICH WERDEN, DANN WIDME DEINEM LEBEN EINEM ZIEL DAS DIR WICHTIG IST“

Über die Wunschobjekte hinaus gibt es auch grundlegende Ziele, die den Sinn des Lebens ausmachen. Wir machen uns darüber nur sehr wenig Gedanken. Wenn wir uns jedoch die Zeit nehmen und dem nachgehen was uns wichtig ist in unserem Leben – die Antwort auf die Frage geben würden: „Du hast einen einzigen Wunsch frei“ für dein Leben….was ist dir das wichtigste für was du dein Leben aufs Spiel setzen würdest? Wenn du das weißt und für dich entschieden hast, bekommt der 12-Master plötzlich ein Ruder, die Segel stehen alle in die selbe Richtung und die Fahrt kann los gehen. 🙂

Ich muss meine Wünsche nochmal neu überdenken und meine Ziele besser benennen. 🙂 Gar nicht so einfach, aber eben ohne Wünsche ist das Leben wohl auch planlos.

Übrigens: EIN WUNSCH IST EIN TRAUM MIT TERMIN!

Eine neue Woche begann, die neuen Pläne für diese Woche hingen schon an der Pin-Wand. Die Montage waren für die Frauen, die zu Hause waren, entweder unerträglich wegen der Trennung von ihren Kindern oder wie eine neue Urlaubswoche ohne Familie! Was 2 Tage zu Hause so bewirken konnten. Andere konnten nicht konsequent sein, ihr altes Verhalten war stärker als das „neue ich will“, was für die ein oder andere Person ein Nachspiel hatte.

Beim Frühstück

Wieder war es sehr warm an diesem Morgen, wie immer trafen wir uns in der gewohnten Reihenfolge zum Frühstück. Gabriela war sehr glücklich wieder hier zu sein: „Endlich wieder Ruhe“, hauchte sie nach dem ersten Schluck Kaffee. Unterm Strich waren wir alle wieder froh zusammen zu sein! Nach der ersten Hälfte Nutella-Semmel fragte Gabriela mit einem Strahlen im Gesicht neugierig „Und … freut ihr euch schon? Ich habe alles mitgebracht!“ Dabei kaute sie die zweite Hälfte ihrer Semmel lautstark gg. Wir alle mussten lachen und ein einheitliches „JA sicher“ traf sich mitten am Tisch 🙂 ! Wir suchten den Mittwoch aus, für unsere arabische Nacht, sicherten uns den Besprechungsraum und verbrachten die Tage bis dahin mit viel Lern- und Lesestoff, Einzelgespräche und Kunst, worauf ich mich persönlich immer total freute!

Mein Vertrauen wurde auf die Probe gestellt

Mein Montag war gut eingeteilt. Ich mochte es in der Zwischenzeit wenn ich viele Einzelstunden hatte. Das gab mir immer das Gefühl ernst genommen zu werden. Ich genoss die Aufmerksamkeit, die mir entgegen gebracht wurde, sehr. Das Gefühl nicht belächelt zu werden sondern das Gegenteil … der Sache auf dem Grund zu gehen, das war was ich wollte und hier wurde es mir angeboten.

Vor dem Mittagessen hatte ich für diesen Vormittag meine letzte Einzel-Therapiestunde. Diese Stunden nannten sich Körperwahrnehmung, das war sehr vielseitig und es wurde jedesmal ein anderer „Schwachpunkt“ in Angriff genommen. Ging es beim letzten Mal um meine Wahrnehmung verschiedener Situationen, war diesmal mein Vertrauen an der Reihe. Ich musste in den anderen Block des Hauses und ging rechtzeitig los. Beim hinüber spazieren machte ich mir so meine Gedanken über dieses Wort „Vertrauen“… da gab es eigentlich nichts darüber zu denken, mein Vertrauen hatte ich zu dem Zeitpunkt verloren gehabt.

Ich musste noch 5 Minuten warten da noch jemand vor mir war. Ich setzte mich und meine Beine begannen schon wieder zu „schlottern“. Das taten sie seit Neuestem immer wenn ich mich unsicher und unwohl fühlte. Meine Vorgängerin kam verweint mit gesenkten Blick heraus, ein freundliches „Ich bin sofort soweit „und ein warmes Lächeln war mir zugeteilt.

Drinnen angekommen setzte ich mich wieder auf meinen Platz, ich mochte den hohen hellen Raum sehr! Die vielen Fenster mit den Blick nach draussen, wo riesige und dichte Bäume ihren Platz gefunden hatten, die man nur von dem hinteren Trakt aus sehen konnte. „Sandra, heute werden wir versuchen, ihr Vertrauen zu prüfen, bereit dafür?“ Ein „kommt drauf an“ kam blitzschnell von mir zurück. „Ich werde ihnen die Augen verbinden und an ein Seil nehmen und langsam durch den Raum führen. In einem Tempo das ich bestimme.“ sagte sie. Dazu muss ich sagen, dass dieser riesige Raum einige Sportgeräte und Boxsäcke sowie einige Entspannungsliegen in Miete hatte. Kabel und Bänder lagen am Boden und hingen von der Decke. Also ein kleiner Hindernisslauf wo ICH wie ein Hund hinterher sollte! Ich überlegte sehr lange da ich mit dem „Augen verbinden“ keine Freude hatte. „Anschliessend vertraue ich mich IHNEN an“ sagte sie mit ihrer Stimme, die mich jedesmal beinahe in Trance  versetzte.

Ich glaube nach nicht mal 1 Minute war das Spiel vorbei. Das Gefühl mich einem anderen Menschen anzuvertrauen hatte mich unter anderem schliesslich hierher gebracht. Es ging nicht. Nach dieser Minute war ich verärgert und mir war schlecht. Meine Therapeutin drückte mir ein Tuch und das Seil in die Hand. „Es kann funktionieren wenn man vertraut und ich vertraue ihnen“ sagte sie. Ich verband ihre Augen viel zu fest, legte sie an das Seil und schleifte sie in einem Tempo durch den Raum, so sagte sie gleich zu Beginn: „SIE haben die Verantwortung für mich! Ich sollte heil aus dem Rundgang aussteigen!“ Ich schleppte sie zu jeder Hürde und sagte kurz davor STOP! Beim Boxsack hatte ich plötzlich keine Stimme für „STOP“, sie erschreckte sich. Riss ihre Augenbinde herrunter und sah mich anders an als sonst. „Sie haben die Situation ausgenutzt“ sagte sie, so wie andere IHRE Situation ausnutzten … „Denken sie darüber nach und schreiben sie bitte auf was dabei in ihnen vorgeht“. Mahlzeit und bis Morgen.

Als ich mich im Lift im Spiegel betrachtete, schämte ich mich so sehr, dass ich mich am liebsten verkrochen hätte. 🙁 ! Eines wurde mir jedoch wieder klar: Ich musste viel an mir arbeiten … Mein Mittagessen blieb stehen. Kein Hunger.

Gabriela teilte ihre Tücher aus

Nach vielen Gedanken, die ich niedergeschrieben hatte, war es endlich später Nachmittag. Beim Stricken tauschten wir unsere Neuigkeiten des Tages aus. Wer wollte. Da nichts wirkliches anlag und ich meine Geschichte nicht erzählen wollte, das Stricken auch nicht so lief, veranstaltete Gabriela „grosse Anprobe“ 😀 . Das sie so gut ausgestattet war hatte ich  mir nicht gedacht! Ein lautes Geklimper als sie die Tasche lehrte, bunte Hüfttücher und Gürtel kamen zum Vorschein. Dazu die passende Musik. Natürlich wurde auch gleich eine Kostprobe ihres Könnens gezeigt. Und Hut ab – unsere Königin machte das wirklich gut!

Am Mittwoch Abend weihten wir die Stationsschwester ein und holten uns ihre Erlaubnis für unser vorhaben. Es waren auch noch andere Ladys dabei, jeder hatte seinen Klimper-Gürtel und stellte sich in Position. ICH musste wirklich über meinen Schatten springen, etwas zu tun was ich noch nie getan hatte und auch nicht konnte. ICH war schliesslich eine Perfektionistin und wenn ich etwas tat, egal was, musste das perfekt sein! Das war der Punkt. Das es aber dabei nicht um „wer macht es am besten“ ging, hatte ich natürlich verdrängt. Ich beneidete die Frauen, die so ohne Komplexe und so zwanglos an eine Sache heran gehen konnten. Ich konnte das nicht und so setzte ich wieder meine „Maske“ auf und tat mit. Ich bemerkte das ich NUR nach rechts diesen Schwung drauf hatte 🙂 . Ich kam mir vor als sei ich in einem Beduinenzelt … und die Ladys hatten es wirklich drauf – das war das unter sich sein, die Unbekümmertheit! Es war schön zu sehen, dass Frauen für eine Stunde am Tag sich im Tanz verlieren können! Dank unserer Gabriela, die so viel Lob und Wertschätzung erhielt, dass sie weinte und sich freute wie ein kleines schüchternes Mädchen…

Die Zeit verging viel zu schnell

Gute NachtWir wünschten uns alle eine gute Nacht als würden wir uns eine Woche nicht sehen, bedankten uns bei der Stationsschwester noch mal und teilten uns in unsere Zimmer auf. Für mich war dieser Abend etwas ganz Besonderes. Es tat mir gut Frauen zu sehen denen es bedeutend schlechter ging als mir und trotzdem mehr Ausstrahlung besaßen als ich. Mit dem Geklimper der Tücher in meinen Ohren schlief ich ein. Ohne Alptraum und ohne Panik …

Beim nächsten Mal werd ich dir erzählen wie es so ist wenn der Geist willig aber der Körper schwach ist … von der Hektik auf der Station und von dem Besuch, den ich erwartete, der sich aber schämte mich zu besuchen.

Also bis in 2 Wochen wenn DU magst – ICH freu mich auf DICH!

Kennst du schon die weiteren Teile der Alltagsgeschichten?
Alltagsgeschichten B102 #1
Alltagsgeschichten B102 #2
Alltagsgeschichten B102 #3
Alltagsgeschichten B102 #4
Alltagsgeschichten B102 #5
Alltagsgeschichten B102 #6
Alltagsgeschichten B102 #7
Alltagsgeschichten B102 #8
Alltagsgeschichten B102 #9
Alltagsgeschichten B102 #10