Streiten - aber bitte mit Achtsamkeit

Streit oder Meinungsverschiedenheit oder eben andere Sicht der Dinge gibt es immer wieder in unserem Leben. Gründe dafür gibt es viele, oft sind wir einfach gestresst, der Alltag überfordert uns weil wir Unmengen an Einzelaufgaben und Anforderungen ausgeliefert sind. Es reicht oftmals ein falsches Wort, ein falsches „Tun“ und eine Auseinandersetzung ist im Anflug. Das Meinungsverschiedenheiten geklärt werden müssen, ist klar. Doch es kommt immer auf die Art an wie du mit Streitsituationen umgehst. Streiten wie ein Buddha … mein Gedanke zum Thema „Streit“.

Jeder von uns ist anders und braucht auch etwas anderes. Wenn wir eine Auseinandersetzung mit jemanden haben, macht das jeder auf seine Weise, geht jeder anders damit um. Mich hat es zum Beispiel in den Wahnsinn getrieben, wenn mein Partner mir nicht mal ein halbes Ohr geschenkt hat, wollte ich etwas klären! Er stellte sich beinahe tot. :-) Dann fehlte mir die Aufmerksamkeit, das machte mich noch wütender! Ich war ein sehr impulsiver Mensch sobald es um die Klärung mancher Dinge in meinem Leben ging. Ich war lautstark, mit einer Menge „Handgedeute“,  zudem sehr ungeduldig und oftmals auch verletzend. Heute weiß ich: Ein Streit wird erst dann zum Streit, wenn sich einer von beiden angegriffen oder in eine Ecke gedrängt fühlt. Ich fühlte mich sehr oft gedrängt und falsch verstanden.

Sich zu streiten ist normal und sogar wichtig!

Selbst in der besten Beziehung oder der tollsten Freundschaft, kommt es zu Meinungsverschiedenheiten, es wird gestritten. Konflikte sind wichtig und machen uns stärker … wenn wir sie richtig austragen. Gemeinsamkeiten und Konflikte entscheiden über eine langlebige Freundschaft oder Partnerschaft. Sie sind es die dazu beitragen unsere Grenzen zu setzen, Meinungsverschiedenheiten auszutragen. Streiten hilft uns dabei, uns selbst und den anderen besser kennenzulernen. Unser Denken in Worte zu fassen. Streiten bedeutet sich nicht dabei aufzugeben, sondern zu versuchen, seine Bedürfnisse dabei zu finden.

Streiten ist kein Ego-Trip

Worum geht es in Wahrheit? Ich nehme mich selber wieder als Beispiel. Es gibt bestimmt Menschen die „streiten“ zu ihrem Hobby gemacht haben. Von diesen Menschen habe ich mich entfernt. Sie färbten auf mich ab, wie es unser engstes Umfeld eben macht. Lies dazu Zeig mir dein Umfeld und ich sage dir wer du bist Es ging immer nur um das eigene ich. Nichts anderes wurde von diesen Menschen akzeptiert. Klarerweise kam man dadurch selten auf einen gemeinsamen Nenner. Auch mir wurde nachgesagt ich würde egoistisch zu streiten. >lach< Damals fand ich das nicht so lustig weil ich den Makel nur an mir suchte.

Heute ist vieles anders und ich kann auch sagen das es normal ist, erstmal die eigene Person in den Vordergrund zu stellen, wenn es um Auseinandersetzungen geht! Seine individuellen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu kennen hat etwas mit Selbstfindung zu tun. Man ist ganz bei sich. Es ist der erste Schritt Konflikte richtig zu lösen. Unsere soziale Intelligenz, unser Geist wird davon profitieren, streiten wir achtsam. :-) Wenn wir wissen wo unsere Grenzen sind und was uns wirklich wichtig ist.

Ich habe begonnen Konfliktsituationen zu hinterfragen

Macht mich die kurzfristige Absage einer Einladung wirklich so sauer, weil ich ja „etwas anderes“ zu tun hätte, oder fühle ich mich in meinem Vertrauen verletzt? Oder hat mich die stichhaltige Kritik meines Chefs geärgert, oder fühle ich mich insgesamt nicht wertgeschätzt? Oder in die andere Richtung „Weshalb ist mein Gegenüber plötzlich so gereizt“?

Je besser ich die eigene Persönlichkeit reflektiere, desto mehr Akzeptanz und auch Empathie entwickle ich für mich selbst und mein Gegenüber – eine sehr wichtige Grundlage für „achtsames“ auseinandersetzen! Einmal tief durchatmen, ist ein sehr einfacher Weg sich selbst dabei unter Kontrolle zu bekommen. Ein paar tiefe Atemzüge können unsere Reaktion auf einen vermeintlichen (Streit) Angriff entscheidend verändern. Eine Taktik die ich selber immer wieder anwende und die sehr hilfreich ist. Innerlich ruhig und gelassen zu bleiben, schafft Raum für sich und ist offener für andere Sichtweisen. Ein regelmässiges Üben dieser „Kontrolle“ heisst, dass du seine Emotionen viel leichter steuern kannst. Auch wird sich dein Emphatievermögen erhöhen. Es ist nun mal so – mit Gelassenheit gelingt alles einfacher oder lässt sich sogar vermeiden! :D

Sprich wenn DU wütend bist und es wird die beste Rede, die DU ewig bereuen wirst!

Ambrose Bierce

Auch wenn du dieses Zitat heute erst zum ersten Mal gelesen hast, wird er dir möglicherweise sehr bekannt vorkommen.

Es ist wichtig, Worte und Handlungen bewusst zu wählen

Ein Sprichwort sagt „Wenn Wasser verschüttet ist, kann es nicht mehr aufgesammelt werden“. Gesagt ist gesagt. Getan ist getan. Du verstehst was ich damit sagen will.

Statt unüberlegt verbal zurückzuschlagen oder sich einfach zu verkrümeln, was uns nicht weiter bringen wird und uns auch nicht gut tut, sollten wir überlegt formulieren und handeln. Natürlich ist es dabei wichtig seine eigenen Motive nicht aus den Augen zu verlieren

  • was will ich für mich?
  • was will ich für die Beziehung?
  • was will ich für die anderen?

Haben wir das verinnerlicht kann ein Streit konstruktiv genutzt werden deine und die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen. Der Streit bekommt dadurch einen anderen Charakter. Aus einer Auseinandersetzung wird ein Miteinandersetzen. Damit ist gemeint, unterschiedliche Bedürfnisse miteinander in Verbindung zu bringen. Weg vom klassischen „Ich hab recht“ hin zu einer Kultur des Zuhörens, ein ehrliches Interesse an dem Anderen und seinen Absichten, unter Beachtung der eigenen Ziele!

Es geht nicht darum einen Schuldigen zu finden

Die Konfliktbereitschaft von den Menschen wird immer geringer. Wenige legen Wert auf Harmonie. Jeder spricht davon, jedoch hat keiner mehr die Fähigkeit, Konflikte ordentlich zu führen und zu lösen. Sie haben es verlernt. Es gibt nur eine Motivation die mir sehr oft begegnet sofern es um Auseinandersetzung geht. Nämlich „Bestrafen oder gewinnen wollen“. Das einzige Motiv des Auseinandersetzen. Ein grauenvoller Gedanke. Ein achtsamer Umgang mit uns selbst und unseren Freunden und Partnern macht die Qualität jeden Beziehung reich und liebevoll … auch wenn man nicht immer ein und den selben Gedanken hat!

Worte können vieles. Amüsieren, trösten heilen oder verletzen. Eines können sie jedoch nicht. Zurück genommen werden!

Ich wünsche DIR eine konfliktfreie Woche und wenn sich dennoch etwas ergeben sollte: Atme durch, schenk dir Raum und sei achtsam mit deinen Worten :-). Hab es gut, bis bald.

XOXO Sandra FrauenPunk

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