Atmen - mehr als nur Luft holen

Wir atmen, so lange wir leben. Wir atmen, ohne darüber nachdenken zu müssen. Selbst im Schlaf funktioniert die Atmung einwandfrei. Wir atmen, um aus der Luft den Sauerstoff zu bekommen der uns am Leben hält. Eine Selbstverständlichkeit für dich und mich. Doch atmen ist schon mehr als nur Luft holen!

Die richtige Atemtechnik – sie hilft dir bei vielen Dingen im Alltag

Ich bin schon hunderte Male über solche oder ähnliche Artikel gestolpert. Gerade wenn man etwas finden möchte das einem helfen kann um Spannungen, Angst, Stress und Schmerzen abzubauen. Die „richtige“ Atmung wird auch sofort mit Entspannungsübungen in Verbindung gebracht. Wie zum Beispiel Yoga oder Meditation. Dir wird es auch ebenso bewußt sein, dass die Atmung – sofern wir richtig atmen – uns in vielen alltäglichen Situationen sehr hilfreich sein kann … und trotzdem, atmest du deshalb richtig? Also ich hab es nicht getan. Ich hab mich zwar immer wieder bemüht aber diese achtsame Atmung wurde rasch wieder ein normales Luftholen.

Ich gehöre zu den hochempatischen Menschen und ich verfluche diese Eigenschaft sehr oft. Seit meiner Geburt besitze ich diese Fähigkeit und es wird intensiver, je älter ich werde. Ich kann dieses Gefühl auch nicht abstellen. Ein zweischneidiges Schwert. Über eine lange Zeit dachte ich verrückt zu werden, ein psychisches Häufchen Elend zu sein. Auf der einen Seite ist Hochsensibilität eine wunderbare Gabe andererseits aber auch zugleich eine große Bürde. Doch darauf gehe ich  demnächst in einem meiner Artikel genauer gehen. Nur damit du mich auch verstehst: Es ist ein scheiß Gefühl, zu spüren wie sich ein anderer Mensch nach einer OP gerade fühlt, welche Schmerzen er hat. Wenn man weiß, dass eine Untersuchung bevor steht, in der sich eine lange Nadel den Weg in dein Rückenmark sucht … und du schon drei Tage im Voraus genau diesen Schmerz fühlst! Haben sich meine Hunde verletzt, tut mir die selbe „Pfote“ weh wie ihnen, nur um ein paar Beispiele zu nennen. 😀 Ich könnte über dieses Thema jetzt wirklich darauf los schreiben weil es so endlos viele Begebenheiten in meinem Leben dazu gibt.

Irgendwann, wurde ich in einem Workshop zum Thema „Atemtechnik und Schmerzen“ richtig wach gerüttelt. Und wenn jemand sagt: „Atmen geht doch von alleine“ stimmt das zwar in einer gewissen Weise, aber es ist alles andere als einfach richtig zu Atmen!

Hektik und Stress zerstören den natürlichen Atemfluss

Es kam mir sehr oft so vor, als würde sich meine Lunge nie ganz füllen. Mein Atem war kurz und sehr oberflächlich. Ich glaube sogar, ich habe nie wirklich tief durchgeatmet. Mir viel es wahnsinnig schwer auf der Matte zu liegen und eine Bauchatmung durchzuführen. Unsere Atmung funktioniert unbewusst und passt sich unserem individuellen Lebensrhythmus an. Deshalb meine oberflächliche und verkrampfte Atmung. Dauernder Stress und ebenso Ängste können zu einer Atemfrequenz führen, die eigentlich nur in Fluchtsituationen erforderlich sind! Und betrachten wir uns aufmerksam – stimmt dies auch.

Richtiges Atmen darf nicht anstrengen

Oder anders gesagt: Die Atemluft soll ohne Anstrengung durch unseren Körper fliessen. Der Atem soll tief bis in den Bauch  und das Becken spürbar sein. Ich kann es nicht vergessen, als ich diese Übungen das erste Mal machte. Ich lag auf der Matte und dachte dabei ans Essen. 🙂 Ich krieg wirklich viel in meinem Bauch hinunter, aber es war mir unmöglich meinen Bauch mit Sauerstoff voll zu bekommen! Mir wurde sogar ein wenig übel und schwummerig. Das sei aber normal wenn man immer nur oberflächlich geatmet hat, wurde mir erklärt. Menschen die immer zu schnell und oberflächlich atmen, versorgen den Körper einerseits mit zu wenig Sauerstoff und es wird auch zu wenig Kohlendioxid abgeatmet. Der Körper reagiert auf Dauer mit Erschöpfungserscheinungen!

Richtiges Atmen und Schmerzen

Wenn Schmerzen, Angst und Stress dir förmlich die Luft nehmen. Kennst du? Ich auch nur zu gut. Ich hatte das Glück, einen tollen Physiotherapeuten zu treffen und mich in seine Hände zu begeben. Mein Problem ist meine Wirbelsäule, speziell geht es um kaputte Halswirbel, die es so weit treiben, dass  Lähmungserscheinungen, starke Schmerzen und auch eine unangenehme Verschlechterung der Sehnerven aufgetreten sind. Dazu kam die Angst. Das Lustige an der ganzen Sache ist,  dass es immer wieder vorkommt das diese unerträglichen Schmerzen von einer Stunde auf die andere verschwunden sind. Keine glaubwürdige Sache für jeden Arzt den man aufsucht. Das die Psyche dabei eine große Rolle spielt ist in der Zwischenzeit bekannt doch wird in der westlichen Medizin daran nicht ganzheitlich gearbeitet sondern jeder Arzt will in „seine“ Richtung ziehen! … Lies mehr zu Psychosomatik – von vielen immer noch belächelt.

Es braucht viel Zeit und möglicherweise auch Glück und leider nicht wenig Geld,  bis man die richtigen „Helfer“ findet die einem dabei behilflich sind etwas zu verändern ohne daß sie dir Unmengen an Tabletten einflössen oder das Skalpell ansetzen was in Wahrheit oft alles noch schlimmer machen würde … Und dann triffst du jemanden der dich sofort versteht und auch weiß was zu tun ist und der einem sogar Beispiele von anderen Patienten sagen kann, die sich mit den eigenen Erfahrungen und  Problemen decken! 🙂 Nach langem Hin und Her entschieden wir uns, vorerst eine richtige Atmung zu trainieren. Unter manueller Behandlung seinerseits und das zeitgleiche richtige „Schmerzatmen“ von mir, kam vieles an die Oberfläche. Angenehm ist es nicht, wohltuend schon gar nicht und die Reaktionen danach waren oft grenzwertig. Aber ich blieb dran, mache meine Übungen brav und bin jetzt schon gut in der Lage Schmerzen,  Angst und unangenehme Gefühle mit der richtigen Atmung zu reduzieren !:-) Das hätte ich zuvor nicht geglaubt. Vor allem kommt mir das sehr zugute wenn es um meine Übersensibilität geht, was das Aussen betrifft. Ich bin dadurch viel entspannter .

Falsches Atmen führt zu Krankheit und Schmerz

Optimal mit Sauerstoff angereichertes Blut bleibt flüssig und geschmeidig, kann dadurch schnell jede Zelle des Körpers erreichen. Auf seinem „Rückweg“ nimmt es Gifte mit nach draussen. Heilungsprozesse jeglicher Art werden bestmöglich unterstützt. Ist unser Blut mit zu wenig Sauerstoff angereichert, kleben Blutkörperchen zusammen und stauen sich mit Eiweißen zusammen im Lymphsystem. Gifte bleiben im Körper stecken und Mineralstoffe erreichen ihren Zielort nicht. Diese Gifte können sich in den Gelenken absetzen und werden später als Arthritis diagnostiziert. Ablagerungen in den Augen zum Beispiel, können zum grauen Star führen, Ablagerungen in den Blutbahnen führen zur Ateriosklerose. Die Blutbahnen bleiben unterversorgt sie müssen sich mit Giften auseinandersetzen die sich in den Zwischenzellflüssigkeiten einlagern. Körperteile können sich entzünden, das ist die Folge eines massiven Sauerstoffmangels. Ich bin natürlich keine Ärztin,  die Fachausdrücke dazu bleiben aus. Aber es soll ja auch verständlich sein …

Lachen, bewegen und richtig Atmen!

… Das war ein Satz den ich mir hinter die Ohren geschrieben habe. 🙂 Gut, das mit dem „Lachen“ ist jetzt nicht so mein Problem. Mit der Bewegung und damit meine ich kein spazieren gehen, da ich das mehrmals täglich mit meinen Hunden mache. Es geht um gezielte, effektive und nachhaltige Bewegung! Sehr schwer wenn einem der ganze Körper weh tut und das Ganze dann zum Handicap wird! Ich war immer sportlich, das war mir sehr wichtig und plötzlich ging es nicht mehr, ich wurde träge. Doch mit der „richtigen Atmung“ kam ich auch wieder zur Bewegung.

Im Klinikum in dem ich mich vor Weihnachten befand, wurden Qigong, Meditation und Yoga angeboten. Qigong ist eine prima Ergänzung zum Atemtraining. Auch hierbei ist die Atmung sehr wichtig und deshalb fühle ich mich dabei auch so wohl. Qigong ist eine Methode, um unser Leben zu „kultivieren“ und zu „pflegen“. Das bedeutet, die Gesundheit, körperliche Beweglichkeit und geistige Wachheit wieder herzustellen und zu erhalten. 🙂 Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Stunde! Ja und bei einem richtigen Lachanfall wird unser Zwerchfell so richtig durchgerüttelt. Dabei entspannt sich die Muskulatur und unser Kreislauf wird ordentlich in Schwung gebracht! Wann hast du das letzte Mal so richtig herzhaft lachen können?

Atemübungen für …

Da ich ja schon ein kleiner Profi in Sachen Atmen bin, hab ich mir gedacht ich geb dir ein paar Tipps dazu: Die Luft zum Atmen kostet uns nichts, das Einzige was dazu notwendig ist, ist sich Zeit zu nehmen, Geduld – da es nicht von Anfang an so funktionieren wird, wie du möchtest und natürlich der Wille es zu versuchen. >zwinker<

Los geht´s

  • Atme deine Angst weg 
    Diese Atemtechnik kommt aus dem Yoga. Atme zuerst schnell durch Mund und Nase aus. Das Ganze 6 mal. Dann langsam nur durch die Nase ein und zähle dabei bis 12. Halte den Atem an während du bis 6 zählst. Beim Ausatmen zählst du wieder bis 6. Die Zahl während des Einatmens und Anhalten deines Atems kann abgeändert werden, doch das Zahlenverhältnis muss dasselbe bleiben. Wer eine gesunde gute Lunge hat, dürfte mit dem Rhythmus  12-6-6 keine Probleme haben. 🙂
  • Kopfschmerzen weg atmen
    Presse eine angewärmte Handfläche gegen den Hinterkopf und die andere leicht gegen deine Stirn. Atme ein und halte den Atem an, während du mit tiefer Aufmerksamkeit die Muskeln am Scheitel leicht zusammenziehst, als würdest du deine Stirn runzeln. Atme durch den Mund aus und entspanne dabei die Muskeln. Wiederhole 6 bis 8 mal.
  • Atemübung für den Magen
    Diese Übung fördert deine Verdauung, verhütet Verstopfung und Fettleibigkeit. Am besten ist es diese Übung morgens zu machen. Dein Magen sollte jedenfalls leer sein! Schnapp dir einen Stuhl, beuge dich mit ausgestreckten Armen nach vorne und umfasse beide Armlehnen. Lass all deinen Atem heraus. Während du deinen Atem anhältst, ziehst du deinen Unterleib so weit wie möglich ein. Dann drückst du ihn so weit als dir möglich wieder heraus. Wiederhole es 3 mal, ohne dabei zu atmen. Danach darfst du wieder ordentlich Luft holen. 🙂 Die ganze Übung sollte wieder 6 bis 8 mal getan werden.
  • Klarer Kopf ist immer gut 
    Atme aus ohne wieder einzuatmen. Spanne deine Gesichtsmuskeln an. Hebe die Augenbrauen hoch, runzle die Stirn und deine Nase. Beiss deine Zähne zusammen und lass deinen Mund ganz breit werden. (Solltest du  nicht unbedingt vorm Spiegel machen, sieht richtig doof aus.) Halte die Muskulatur bei voller Konzentration gespannt, während du dabei bis 15 zählst. Atme nun wieder ein und entspanne deine Gesichtsmuskulatur. Wie oben 6 bis 8 mal wiederholen.
  • Schwache Nerven? Ab jetzt nicht mehr.
    Diese Übung verwende ich ständig. Sie tut mir generell sehr gut. Sie stärkt mich, lässt meine Nervosität verschwinden und unterdrückt auch Schmerzen. Atme tief ein und halte den Atem an. Spanne deine ganze Körpermuskulatur gleichzeitig an. Spannung halten und bis 20 zählen, dabei konzentrierst du dich auf deinen gesamten Körper. Beim Ausatmen entspannst du dich wieder. Eine Übung die du jederzeit und überall machen kannst ohne dabei komisch auszusehen.
  • Hole dir mehr Lebenskraft in deinen Körper
    Diese Atemtechnik bewirkt dass du dir ganz bewusst mehr Lebenskraft einfangen kannst. Super für geschwächte  körperliche Organe und schwaches Bindegewebe. Auch um Schmerzen in Armen und Beinen zu beseitigen. Ziehe die Muskeln oder eben nur die betroffene Muskulatur leicht und mit tiefer Konzentration zusammen. Während du bis 20 zählst, atmest du aus. Kurz entspannen und wieder tief einatmen. 6 bis 8 Wiederholungen.

Es klingt alles sehr sehr einfach, ein wenig zählen, ein und ausatmen, fertig. Du wirst sehen dass das nicht so ist, führst du die Atmung richtig aus! Aber mit ein wenig Übung funktioniert das ganz gut und relativ rasch. Was ich vielleicht noch hinzufügen möchte, falls dich Schmerzen plagen – drücke mit deiner ganzen Kraft auf den zentralen Punkt des Schmerzes (soweit es für dich erträglich ist ), atme in den Schmerz hinein indem du tief Luft holst bis du diese Stelle durch die tiefe Einatmung richtig gut spürst. Halte den Druck und die Luft an indem du bis 8 zählst. Danach puste dich durch den Mund völlig leer und verringere den Druck deiner Finger oder Hand mit der du den Schmerzpunkt drückst. Tut anfangs weh aber die Erleichterung nach ein paar Minuten ist gut spürbar! Danke Herr Physiotherapeut. <3

Atmen … wirklich etwas mehr als nur Luft holen, wie ich jetzt auch selber bestätigen kann. Tu etwas für dich, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden. Atme richtig um mehr Freude im Leben und weniger Probleme im Alltag zu haben. Das Ganze kostet nichts … und bringt so viel … viel Spaß beim Ausprobieren. Erfolgserlebnisse sind gerne gesehen und wenn dir mein Artikel gefallen hat, darfst du ihn auch sehr gerne weiterreichen! >zwinker<

XOXO Sandra FrauenPunk

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