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Wenn einen nichts mehr erfüllt, alle Gefühle, die ein Mensch so haben darf, einfach nicht an die Oberfläche kommen, dann spricht man von innerer Leere. Manchmal kommen diese Gefühle schleichend und sie haben meistens geplant, länger zu bleiben. Ein längeres Telefonat mit einer sehr guten Bekannten erinnerte mich an meine eigene Lebensgeschichte. Vielleicht machst auch Du gerade diese Phase durch? „Ich fühle mich einfach nur leer …“ Wenn es so sein sollte, dann sehe diesen Artikel heute als den Deinen.

Tiefgründige Gespräche sind auch am Telefon möglich. Auch, wenn mir dabei die ins Gesicht geschriebene Emotion meines Gegenübers fehlt. In dem vergangenen Gespräch spiegelte sich ganz genau meine eigene Entwicklung wider, die ich durchmachte. Totale Leere, Einsamkeit und auch Traurigkeit bestimmten eine lange Zeit mein Leben.

Es ist die Sehnsucht, die dahinter steckt

Der Kopf ist voll, die Arbeit viel zu viel und die Partnerschaft, in der man glaubt, Kraft schöpfen zu können, fühlt sich ebenso leer an wie man selbst. Wenn ich diese Zeit Revue passieren lasse, hielten meine Beziehungen nie sehr lange. Mehr als sechs Monate hielten sie nicht stand. Wie auch, es waren „Zweck-Beziehungen“. Jedenfalls war es bei mir so. Nur nicht alleine sein, wenn all die Arbeit geschehen war. Hinter all dem versteckte sich eine riesige emotionale Ladung SEHNSUCHT!

Endlich mal etwas Längerfristiges. Etwas mit Gefühl und echter Liebe. Einige Schritte tiefer … wie soll ich sagen … einfach mal ankommen.

Diese Gedanken betrafen nicht nur meine Beziehungen, es war alles gemeint. Mein Job, mein Umfeld, meine Arbeit, meine zu Hause. Für den Moment waren die Dinge, die Menschen und Situationen in Ordnung. Doch schon nach wenigen Monaten folgte eine große Unzufriedenheit und Leere. Gefolgt von Kritik. Nichts fühlte sich auf Dauer gut an.

Ich entdeckte die Schattenseiten des Zusammenlebens, entdeckte Unperfektheit und langweilte mich rasend schnell. Alles schlug in pure Gewohnheit um. Und diese Gewohnheit die sich im „Außen“ zugetragen hat, erfüllte mich nicht mehr. Mein Gedanke: Mehr Arbeit vielleicht sogar eine andere? Ein neuer Liebespartner, ein neues Möbelstück, Auto oder sonst irgendwelche materiellen Dinge.

Alles begann aufs Neue. Es war eine endlose Suche, die niemals aufhörte. Die Leere verschwand nur ganz kurz … und kam danach jedes Mal noch heftiger wieder.

Die „Rennerei“ und die ständige Suche war keine Lösung

Ich spürte diese traurige Unerfülltheit in mir und machte mich auf die Suche nach Hilfe. Die Sehnsucht nach der Wahrheit war es, die mich dazu getrieben hat, umzudenken … genau hinzusehen … Fragen zu stellen, an Menschen, die sich damit auskennen. Aus diesen Sitzungen habe ich ein Zitat mitgenommen, das zu einem Lebensgesetz für mich geworden ist:

„Ask and it’s given.“ Frage und es wird dir gegeben.

Dem bin ich gefolgt. Viele meiner Antworten erhielt ich nicht nur in den Gesprächsstunden, sondern ich habe sehr viel darüber gelesen. Unterhielt mich mit Menschen, die ähnliches erlebten. Mein einfaches Sein, ohne mich von mir selbst abzulenken, … half mir. Es war das komplette Anhalten meines Lebens. Es war der Weg nach innen, denn nur dort konnte ich finden, was ich so verzweifelt hinterhergelaufen bin und gesucht habe! MICH SELBST! Es war ein spannendes Abenteuer, das ich da startete und es gefiel mir nicht alles was ich dabei erlebte.

Eine Reise ins Leere …

So würde ich diese Zeit benennen. Das Besondere daran war, dass je weiter man diese Reise in sein Inneres macht, das Leben plötzlich im Außen an Intensität dazu bekommt! Der Schlüssel dazu war die Selbstliebe … die Liebe, die wir uns selbst geben! Nicht der neue Wagen, der neue Job und der neue Partner. Finden wir die Selbstliebe, erhöht sich die Liebe für alles das existiert.

Selbst das Essen schmeckte wieder. Ich war in der Lage, ein und denselben Menschen länger an meiner Seite zu haben – länger als fünf Monate ›lach‹. Meine Emotionen wollten wieder an die Luft! Dieser Prozess, der leider nicht in drei Wochen vorüber war, vertrieben meine damalige Leere. Also eines sollte definitiv klar sein:

Wenn Du die ERFÜLLUNG im Außen suchst, sie jedoch nicht finden kannst, dann gehe nach INNEN:

Nur so können wir eine Verbindung zu uns selbst herstellen, die unser Leben verändert. Es verändert alles! Die Wahrnehmung, das Bewusstsein und das Empfinden. Es sind die Grundlagen zur Selbstverwirklichung.

Leere ist emotionaler „Hunger“ …

Dieses Gefühl, wenn man nicht nur traurig, einsam, unerfüllt und vollkommen leer ist, habe ich manchmal mit „Hunger“ Gelüsten verglichen. Man isst etwas und dreißig Minuten später folgt auf sauer süß. Bis man wieder eine Zeit später darauf kommt, dass es das auch nicht war, worauf man eigentlich Lust gehabt hätte! Dieses Gefühl war für mich oft beängstigend. Ich grübelte so viel und konnte diese Widersprüchlichkeiten überhaupt nicht verstehen.

Obwohl alles vorhanden war, war ich am „verhungern“. Selbst als ich in einer frischen Beziehung war, nährte sie mich nicht. Ich hatte damals sicher vieles indirekt gewusst, weil ich es gefühlt hatte. Es war ein schwarzes Loch, ein Vakuum, dass alles in sich hineinzog – ohne zu „kauen“. Ich war nie satt, mein Hunger nie gestillt.

Meine Zusammenfassung:

Finde heraus, was genau es ist, was Du vermisst! Ist es das Gefühl von Zugehörigkeit? Geht es um Deine zwischenmenschlichen Beziehungen oder bist Du allgemein auf der Suche nach MEHR Bedeutung und Sinn in Deinem Leben? Manchmal steckt auch ein ganz anderes Gefühl dahinter – so war es auch bei mir. Es war Enttäuschung und ganz viel Wut, die da fleißig zusätzlich noch mitmischten.

Ich weiß, dass es ganz vielen Menschen schwerfällt zu erkennen, wo genau die Ursache liegt. Ohne Therapie würde ich bestimmt heute noch auf der Suche sein und freudlos und leer im Leben stehen. Und JA es war ein längerer und sehr herausfordernder Prozess, den ich da belegt habe, aber mein Leben hat es mir wie so oft, gedankt.

Glücklich ist, wer daran glaubt, dass es im Leben nie zu spät ist, um neu zu beginnen.

Tupac Shakur

So und kein bisschen anders soll es sein. :D Ich wünsche Dir, falls Du diese Zeit gerade durchschreitest, dass sie bald vorüber ist. Ganz viel Kraft für die nächsten Schritte und ein Glas kühlen Prosecco, das am Ende Deiner Reise auf Dich wartet. ›lächel‹

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Mauern trennen uns Menschen. Nicht nur räumlich! Oft sind diese Mauern nur wenig greifbar jedoch höchst wirksam. Das menschliche Miteinander ist geprägt von Distanz und Nähe, von Identitätssuche und Interesse am anderen. Für Menschen, die um ihr Herz eine Mauer errichtet haben, wird das zwischenmenschliche Erlebnis oft zu einem Problem.

Wer kennt es nicht? Fleißig am „Distanzgraben“ bauen. Viele Menschen vorzüglich Frauen haben eine mächtige Mauer um ihr Herz errichtet. Sie dient als Schutz. Emotionen und Gefühle haben so ihre Berechtigung, nämlich um uns zu schützen. Besonders, wenn wir von Erfahrungen überfordert worden sind. Dadurch wird eine sichere und hauptsächlich schützende Reaktion – das bekannte „Mauern“ aktiv.

Getrennt von der Liebe

Schmerzhafte Erfahrungen in der Vergangenheit machen viele Frauen verschlossen. Sie haben die Wände hochgefahren. So hoch, dass sie gerade noch drüberschauen können. Ich kenne das Gefühl zu gut und auch wenn man von vielen Menschen umgeben ist, fehlt immer ein Teil. Das Leben fühlt sich leer, einsam, isoliert und oft sehr einsam an. Bei mir waren ständige Unruhe, sehr oft Unzufriedenheit und Körperanspannungen inbegriffen. Bis hin zur Depression, die anfangs nicht wirklich greifbar war, weil sie im Unterbewussten geruht hat.

Beinahe jeder Mensch hat seine kleine Herz-Mauer gebaut. Laut einer Statistik, die nicht mehr ganz aktuell ist, sind es 70 %! Hätte ich ja nie gedacht. Eines weiß ich allerdings und das ist „aktuell“: Wer seine Innenwelt und seine Gefühle dauerhaft hinter einer Mauer verschlossen hält, brennt irgendwann emotional aus. Mein Leben wurde danach und deswegen sehr anstrengend!

Auch die Kindheit spielt leider wieder eine Rolle. Wenn wir uns in der Kindheit nicht entfalten durften, werden auch diese Emotionen von damals, nie richtig aus- oder weggeschaltet. Unbewältigte Emotionen und Gefühle werden zum „festsitzenden“ Teilhaber unseres Lebens. Sie entstehen, wenn belastende Erlebnisse nie richtig verarbeitet wurden ODER in dem Augenblick des Geschehens, nicht richtig gefühlt werden konnten, weil wir schlicht weg überfordert waren. So haben wir sie als BLOCKADE(n) in unserem Körper gespeichert, solange, bis eine Lösung … Heilung oder Integration erfolgen kann.

Mauern in unserem Innersten belasten unser Leben. Sie schränken unser SEIN und TUN enorm ein.

Es wird schwer, Liebe zu geben und anzunehmen …

Ist unser Herz von einer dicken Mauer umgeben, wird es schwer, Liebe zu geben, da die Liebe gehindert wird aus dieser dicken Mauer auszubrechen! Gleichzeitig kann die Liebe von anderen Menschen uns nur sehr schwer finden. Die Signale verstummen noch bevor sie noch angekommen sind … und das, obwohl wir es uns so sehr wünschen würden! Und so gehen wir mit der, manchmal gar nicht bewussten, Mauer isoliert und sehr oft einsam durchs Leben.

Eine noch ganz wichtige Erkenntnis möchte ich dazu noch mit Dir teilen:

Durch das Gesetz der Anziehung, von der Du bestimmt schon gehört hast, werden Menschen mit dicken Mauern um Ihr Herz auch IMMER wieder Menschen b.z.w. Partner mit demselben Problem anziehen!

Solange wir im Widerstand zu unseren Gefühlen stehen, wird es uns schwer möglich sein, im gegenwärtigen Moment zu leben. Wenn wir nicht richtig fühlen, verlieren wir den Kontakt zu unserem wahren Selbst! Wenn Du nicht langsam die dicke Mauer um Dein Herz beginnst abzutragen, wird es passieren, dass Du irgendwann gar nichts mehr zulassen kannst. Ich könnte es auch Depression nennen … ein direktes Ergebnis des „Nicht-Fühlen“ (Wollens).

Abschließend noch: 

Ich habe mich so lange Zeit gewehrt. Gewehrt genauer hinzusehen … über die Mauer zu schauen … etwas „Luft“ an mich zu lassen. Aber ich habe mich getraut. Alleine hätte ich es nicht zu stand gebracht. Und es war ein langer Prozess, der Vertrauen und Mut gebraucht hat. Es klingt jetzt sehr simpel, doch das war es nicht. Es war und wird für die meisten unfassbar schwer sein, weil jede von uns „Herz-Mauer-Frauen“ anders konditioniert ist und über Jahre etwas vollkommen anderes gelebt haben. Trotzdem möchte ich Dich ermutigen eine Veränderung in Dein Leben zu lassen! Du verpasst unglaublich viel …

Die Mauern, die wir um uns herum bauen, um uns vor Verletzungen zu schützen, halten auch die Freude draußen.

Jim Rohn

Ich wünsche Dir eine gute und wunderbare Zeit. LEBE!

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In den letzten Beiträgen habe ich ja über Sensibilität und der Ruhe geschrieben. Verhaltensmuster und Gefühle. Ich würde ganz gerne dabei bleiben. Der Anschluss fällt mir  leicht und passt zudem. WAS also liegt unter unserer Schale? Ich machte mich vor Jahren auf den Weg das zu erforschen. Und es geschah in Etappen. Zuerst wurde die erste Schicht abgetragen und sobald ich merkte, wozu ich bereit war, ging’s ab zur nächsten Schicht. Komm, steigen wir gemeinsam in die Tiefe unserer Gefühle und Emotionen.

Was liegt alles in uns verborgen?

Was möchten wir? Was ist uns wichtig? Und wie möchten wir uns fühlen? Wichtige Fragen wie ich meine! Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft, das ist unübersehbar. Die meisten Menschen definieren sich über ihren Job, ihren Status und noch jeder Menge äußerer Umstände. Was dabei in uns wirklich vor sich geht, wird beiseite geschoben. Dafür ist keine Zeit und verliert deshalb oft an Bedeutung.

Unter dem Gesellschaftsdruck fangen viele von uns an zu „mauern“. Und so verlieren sie den eigentlichen Zugang zu sich selbst. Ich war damals so weit, dass ich nicht mehr wusste, was mit mir los ist. Wer war ich? Wonach sich mein Herz sehnte. Mir war nur eines klar und ich sagte mir immer vor: „Sandra, das Leben scheint zu hart zu sein für Menschen mit einem guten Herzen.“ Ich wollte von nichts und niemandem mehr verletzt werden und deshalb entschied ich mich damals meine Gefühle auszuschalten. Ich vergaß mein wahres ICH.

Das Herz vergisst nicht!

Anfangs war das eine sehr bequeme und sichere Methode! Allerdings vergisst das Herz nicht wonach es sich sehnt, was es will und warum wir hier sind. Je mehr ich mich von mir abwandte und distanzierte, umso größer wurde mein Schmerz ab einer gewissen Zeit. Und ich kann es bestätigen: diese Schmerzen lassen sich durch und mit nichts betäuben! Weder durch Alkohol noch durch andere Drogen. Dieser Schmerz wird immer größer und er zeigt sich immer und immer wieder, solange, bis man hinschaut und erkennt: Jetzt ist es Zeit zu handeln …

Durch den Schmerz durch …

Ich liebe Emotionen, sie sind etwas Wunderbares! Sie zeigen uns wonach wir uns tatsächlich sehnen. Aber sie weisen uns ebenso darauf hin, was aus der Bahn geraten ist und wo der Schmerz sitzt. Schmerzen zu erkennen und diese auch zulassen, das ist sehr schwer für mich gewesen! Es erfordert Courage. Kampfgeist. Mut. Und den Willen in die Tiefe zu sehen. Ich habe mich lange Zeit dazu entschieden, meine Emotionen unten zu halten. Alles beim Alten zu belassen, der Bequemlichkeit halber. Aber ich merkte auch, dass sich damit rein gar nichts in meinem Leben und an mir ändern wird!

Es ist nun schon ein gutes Jahr her, als ich mich dazu entschieden habe, durch den Schmerz den ich schon so viele Jahre mitschleppte, zu gehen. Ich machte eine weitere Therapie die beinahe drei Monate und fort von zu Hause stattfand. Es war alles andere als ein Spaziergang, das war mir bewusst. Bequem war es auch nicht. Es waren Tage dabei wo ich mich ernsthaft fragte, warum ich eigentlich all das mache. Ob es nicht klüger wäre, die Vergangenheit sein zu lassen und an meiner Motivation und an meinen Träumen für die Zukunft zu arbeiten?

Die Sache war aber die: Ich war nach so vielen Jahren an einen Punkt geraten, wo ich es wissen wollte … WER ich wirklich bin. Ohne meine „Schale“ dabei zu knacken und dabei zu spüren was da alles so in mir schlummert, wäre dies aber nicht möglich gewesen! Sicher hätte ich weiterhin alles in mein Leben ziehen können, was ich mir so vorstelle. Die Frage war aber: Ist das, was wir uns wünschen, auch immer das Richtige für uns?

Dazu ist es notwendig in die Tiefe zu sehen und zu gehen. Ich musste meine „Wunden“ spüren, fühlen und erkennen, was mir wirklich Angst bereitet.

Grenzüberschreitungen …

Ich neigte immer dazu, meine persönlichen Grenzen von anderen Menschen übertreten zu lassen. Ich ertrug mehr als ich eigentlich wollte! Tatsächlich bewusst war mir das, glaube ich nicht. Bis ich in Situationen kam, wo ich merkte, dass ich KEINE gesunden Grenzen habe! Menschen, die sich nicht manipulieren lassen und zudem gesunde Grenzen besitzen, haben keine dieser Probleme wie ich sie damals hatte.

Als ich begann meine Emotionen wieder auszugraben, freizulassen, was ganz schön lange dauerte, wurde mir schnell bewusst, dass ich sehr manipulativ war und mir meinen Grenzen nicht bewusst war. Nach außen war ich hart und stark. In der Tiefe sah es ganz anders aus …

Erfahrungswert von mir:

Gerade wenn wir in einer Beziehung sind, kann es vorkommen, dass wir unserem Partner mehr erlauben als uns eigentlich guttut! Wir übertreten unsere persönlichen Grenzen. Und was in anderen Lebensbereichen vielleicht nicht immer schlecht ist, kann in der Beziehung oft zum Verhängnis werden. Es kommt vor, dass wir uns dabei „vergessen“ und total „aufgeben“! Als Nächstes können auch unsere Werte verloren gehen, während wir NUR damit beschäftigt sind, unserem Partner alles recht zu machen!

Es ist so wichtig zu spüren!

Total wichtig ist es, in sich hineinzuhören und zu SPÜREN. Zu spüren, was einem nicht guttut und was uns verletzt. Was uns innerlich auffrisst! Ich finde es so wichtig, hinter unserer eigenen Lebensgeschichte zu stehen! Zeigen wir uns doch wie wir wirklich sind. Teilen wir unsere Gefühle und Emotionen ohne sie zu verstecken. JEDER MENSCH hat seine Erfahrungen machen müssen. Viele tragen dadurch vielleicht einen Punkt auf ihrer Seele. Leider ist das unser Leben und es gehört in unseren Rucksack. :D

Öffnen wir unser Herz. Früher fand ich Menschen verdammt interessant, die immer cool waren, gut aussahen, auch wenn ich wusste, dass sie jeden Tag aufs Neue eine andere Maske tragen. >händezusammenschlag<. Heute fallen sie mir nicht mal mehr auf. Ich schenke meine Aufmerksamkeit Menschen, die Stärke zeigen und auch über ihre Schwachstellen reden. Einfach pur & echt sind.

Ich erlebe es ja immer wieder an mir selbst: will ich ein authentisches Leben führen, muss ich unter mein Schneckenhaus schauen und ich finde es wichtig, auch anderen diesen Blick zu erlauben! Solange ich mich hinter oder unter irgendetwas verstecke, was ich gar nicht bin, kann ich auch nicht ECHT sein!

Unsere verletzte Seite ist unsere wahre Stärke!

So sehe ich es und bin auch davon überzeugt. Ich bin dankbar für so viel Sensibilität und Erfahrung und auch meinen „Punkt“ auf meiner Seele. :-) Diese Seiten an uns wollen ausgelebt werden! Sicher und das gebe ich selbst auch gerne zu, es macht (gerade am Anfang) etwas Angst, genau diese Seiten zu leben … OHNE doppelten Boden, Rettungsring, Masken und Mauern, nein nix dergleichen stattdessen ganz viel WIR. So wie wir sind. :D

Wir machen es von bestimmten Bedingungen abhängig, ob wir unser echtes ICH zeigen oder nicht, das ist ein großer Fehler. Ich selbst habe das noch eine Zeit lang so praktiziert, bis mich eine ganz wichtige Person in meinem Leben darauf angesprochen hat und dazu gemeint hat: „Es spricht nicht von Vernunft oder Stärke was ich da mache, es ist eher ein Zeichen von Unsicherheit und Schwäche und diesen Menschen habe ich schon lange hinter mich gelassen …!“

Vielleicht kannst Du das mitnehmen, auf Deinem Weg in die Tiefe. Zu Dir selbst. Es ist eine schöne Reise, das kann ich Dir versprechen. Die Dinge werden sich danach verändern …, weil DU DICH verändern wirst!

Ich wünsche Dir eine gute Zeit, pass auf Dich auf und lebe „pur“.

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Farben … sie beeinflussen unser Leben mehr, als wir meinen. Manche Farben lösen wohlige Gefühle und Emotionen in uns aus und manche Farben machen uns unruhig. Jede Farbe hat eine andere Wirkung auf unseren Körper und unsere Psyche. Welche Farben wir gerne in unserer Kleidung wiederfinden und mit welchen Farben wir unser zu Hause schmücken, verrät ganz schön viel über uns selbst! Farben geben Rückschlüsse auf unsere Stimmung … sehr oft jedenfalls. Wie bunt ist es in Deinem Leben?

Ich wollte das neue Jahr „bunt“ und positiv beginnen. Deshalb mein Gedanke ein wenig über Farben nachzudenken und einen Artikel daraus zu machen. Schließlich ist der Jänner ohnehin meistens grau in grau. :D

Unser Leben ist voller Farben

Ein tolles Geschenk der Natur wie ich finde, über das wir uns viel zu wenig freuen. Sprechen wir über Farben, denken viele gleich an die Mode – und Werbeindustrie! Das war bei mir eine zwanghafte Berufskrankheit, als ich noch aktiv in der Modeindustrie mitgemischt habe. Heute freue ich mich über die Farben in der Natur, und auch wenn der Jänner das für mich gefühlt längste Monat des Jahres ist, freue ich mich auf die Monate danach, wenn wieder alles BUNT und SAFTIG wird.

Eine meiner ersten „Aktionen“ nach Silvester ist es ja immer mir frische Tulpen zu kaufen … weiße … denn ich liebe weiß. <3
Es löst gute Laune bei mir aus und ist der Beginn einer neuen Dekade, auf die ich mich freue.

Mit der richtigen Farbe gute Laune verbreiten

Geht das denn? JA … auf jeden Fall! Farben beeinflussen unseren Körper und unsere Psyche maßgeblich. Und das ohne zu fragen. ›lach‹. Farben können uns krank machen oder heilen. So wie bekannt ist, dass blaues Licht kühlend auf uns Menschen wirkt, rotes Licht hingegen Energie spendend, wärmend und anregend auf uns wirkt. Und bei der Farbe Rot, fällt mir auch gleich eine liebe Freundin ein, die mir immer rote Wollsocken strickte … zwecks der „Energie“ wär’s gewesen. ›lach‹.

Orangetöne erinnern uns an die Sonne und fördern dadurch ein gewisses Wohlfühlgefühl! Deshalb sind Massageräume gerne in warmen Tönen gemalt. Fakt ist, die Schwingung der Farbe löst Gefühle und Assoziationen aus, je nach verinnerlichter Erfahrung und kulturellem Hintergrund. So wie bei mir weiß die Farbe der Unschuld ist. Sauber und klar. Deshalb werden wahrscheinlich auch Brautkleider und Taufgewänder in Weiß gewählt. In anderen Kulturen allerdings gilt die Farbe Weiß als die Farbe der Trauer …

Und so wie sich die Farbaussage je nach Kultur wandelt, so lässt sich auch die Farbwahrnehmung verändern. Ich habe gelesen, dass bei Menschen mit Diabetes und bei erhöhtem Alkoholkonsum die Blau-Sensitivität niedriger ist. Und so hat unser Gehirn seine ganz eigene Art mit Farben umzugehen.

Freundlich oder düster?

Helle Farben wirken freundlich … sie sind Stimmungsaufheller und geben uns das Gefühl von Weite. Dunkle Farben werden von vielen Menschen als düster, bedrückend und unpersönlich entgegengenommen. Ein „satter“ Farbton wirkt laut und aufdringlich und zarte Farben nehmen wir als zurückhaltend wahr. Das ist das, was mir noch von meiner Farbenlehre aus meinen aktiven Jahren hängengeblieben ist.

Und halte ich mich noch ein klein wenig in der Modewelt auf, muss ich nach wie vor sagen: ICH muss sehr bedrückend und unpersönlich auf andere wirken, denn würden Menschen in meinen Kleiderschrank nach etwas „buntem“ suchen, wären sie mehr als enttäuscht. Ich trage nämlich hauptsächlich und mit Leidenschaft grau. Früher ausnahmslos schwarz, was ich jetzt wegen meiner Fellnasen aber sein lasse! ›lach‹. Und NEIN ich bin nicht frustriert oder befinde mich in einer Grauzone wo ich nicht gesehen werden möchte … ›lach‹. Ich fühle mich einfach wohl und zudem ist die Farbe pflegeleicht und kommt so gut wie NIE aus der Mode, dem Modediktat bin ich entkommen und wenn ich ehrlich bin – hab ich nie mitgemacht!

Das Farben dennoch viel Aufmerksamkeit erregen können ist Tatsache. Wenn wir uns also zu einer bestimmten Farbe hingezogen fühlen, kann das bedeuten, dass diese Farbe in unserem Leben fehlt und das mit der Kleidung ausgleichen. Was will „ich“ also mit meinem Outfit aussagen? Aber es spielen nicht nur die Farben unserer Kleidung eine erhebliche Rolle, vielmehr die Farben in unserm Alltag! „Die Farben in welchen man wohnt, sagen viel über das Innere eines Menschen aus …“ Das stimmt wirklich. Mit welchen Farben umgibst Du Dich zu Hause? Lebst Du sehr farbig oder eher eintönig?

Wie bunt ist also Dein Leben?

Auf jede Farbe einzeln einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen. Und ich denke da gibt es auch genügend Fachliteratur zu kaufen. Was ich aber mit diesem Beitrag bezwecken möchte ist, dass Du Dich umsiehst in Deinem Leben. Betrachte mal etwas genauer die Farben mit denen Du Dich ständig und gerne umgibst!

  • Wie sieht DEIN Alltag aus … knallig oder dezent?
  • Welche Farben bevorzugst Du generell in Deinem Leben?
  • Welche ziehen Dich an und von welchen hältst Du Abstand?

Ich möchte Dich ermutigen, etwas Farbe in Dein Leben zu lassen. (Ich trage rote Energiesocken. ›lach‹)
Unser Leben ist nicht nur schwarz/weiß, auch wenn wir uns kleidungstechnisch vielleicht sehr wohl darin fühlen!
Setzen wir Akzente. Achten wir darauf, welche Farben uns guttun … unsere Seele erwärmen und tanken wir diese Farben aus der Natur! Tanken wir Energie und sei es nur durch eine Pracht farbiger Blumen, die uns beim Vorübergehen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Auch wenn der ein oder andere von uns nicht gerne „Farbe“ trägt, was auch völlig in Ordnung ist – schauen wir uns die Farben des Lebens an, denn an Farbe kann man sich niemals satt sehen!

Die Kunst des Lebens ist, mit allen Farben die das Leben uns schenkt, ein KUNSTWERK zu erschaffen.

Holman Hunt

In diesem Sinne … treib es BUNT. :D

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Wir Frauen haben es in der heutigen Zeit nicht so ganz einfach. Auf der einen Seite sind wir dankbar für die Emanzipation, leben unsere Potenziale und dürfen uns mit Männern gleichstellen. Das war vor vielen Jahren noch nicht denkbar und eine andere Situation. Heute sind wir „Superwoman“. Wir können alles, dürfen alles und wir finden uns in den großen Jobs wieder. Wir bringen alles unter einen Hut. Job, Familie, wir sind Allroundtalente und vor allem sind wir eines: unabhängig. Unsere Weiblichkeit zeigen wir mit Stolz …

Jedenfalls tun und leben so sehr viele Frauen. Ich war auch eine dieser Frauen. Es hatte immer wieder mal Berührungspunkte in meinem Leben mit meiner „inneren Sanftheit“ und Weiblichkeit gegeben, aber dann ich spürte in einem besonderen Moment, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen war, mich der Sache anzunähern. Ich merkte nämlich, dass ich mich mit all meiner Selbständigkeit und meinem Selbstbewusstsein und meinem sehr hohen „funktionieren“ unheimlich viel in männlichen Energien bewegte und darin auch verweilte!

Geht nicht – gab’s nicht

Vielleicht kennst Du ja diesen Spruch? Mein Leben bestand immer aus funktionieren und dieser Satz begleitete mich schon von Kindesbeinen an. Ich war und bin es Gott sei Dank wieder – zielstrebig, selbstbewusst und mutig. Früher gab ich sehr ungern die Kontrolle ab und am aller liebsten arbeitete ich ganz alleine. Ähnlich war es auch nach meiner langjährigen Trennung. Ich lebte auch am liebsten alleine was aber nicht heißen soll, dass ich mir nicht eine schöne Beziehung gewünscht hätte! Ich brauchte Menschen, um mich mit ihnen zu verbinden. Zu fühlen und gemeinsam zu wachsen!

Doch mit der Umsetzung war das so eine Sache. Wahrscheinlich war mein Wunsch nach menschlicher Nähe (Partnerschaft) zu fix und die Auswahl fiel immer auf die „Falschen“. In meinem Job war ich gut. Privat war ich miserabel. Aber das spielt heute auch keine Rolle mehr. :D

Wie schön war die Vorstellung, einen Bereich in meinem Leben zu finden, in dem ich mich wirklich fallen lassen und hingeben könnte. Wenn also Kontrolle das eine Extrem ist, indem ich sehr professionell war, wie würde sich dann loslassen auf der anderen Seite anfühlen?

Ich bin überzeugt, dass sehr viele Frauen mehr mit männlichen Energien verbunden sind! Das sind die Anteile in uns, die führen, entscheiden, handeln und mit viel Struktur an die Dinge herantreten. Die weiblichen Energie in uns ist eher passiv, hingebungsvoll, empfänglich, kreativ, weich und sanft. Das Ziel einer reifen Persönlichkeit ist es, beide Anteile in uns in Einklang zu bringen!

ICH GLAUBE FEST DARAN, DASS DAS LEBEN FÜR UNS IMMER DAS BESTE BEREITHÄLT. UND DAS BEDEUTET NICHT, DASS ALLES, WAS UNS PASSIERT, IMMER SCHÖN UND GUT IST.

Manchmal braucht es auch ein paar Seitenhiebe …

Oder einfach gesagt ein paar größere Herausforderungen, damit unsere Persönlichkeit reifen und sich entwickeln kann. Und genauso ist es auch mit der Verbindung zu anderen Menschen. Es kommen doch immer die Menschen in unser Leben, die uns etwas „lernen“ sollen (können). Entweder geht es dabei ums Leben allgemein oder sie spiegeln uns. Das sind dann diejenigen, bei denen sich  alles so echt anfühlt, als würde man sich schon ewig kennen! Kennst Du bestimmt? ›lächel‹.

Sehr oft sind es Menschen, die nicht zu unseren gewünschten und perfekten Gegenstücken zählen. Es sind oft Menschen, die sich nicht zwanghaft in unser Leben fügen. Ich habe oft erlebt, dass es bei mir Menschen waren, die mein Leben komplett durcheinander geworfen haben und mit denen ich absolut nicht kompatibel war!

Es hatte trotzdem einen Grund, weshalb dieser Mensch genau jetzt in mein Leben gestolpert war. Einen Menschen treffen und mit unserer Sehnsucht bei ihm in einem Hafen ankern …<3

Einlassen, fühlen und sich hingeben …

Und wie das mit dem Universum halt so ist, trat auch ein Mensch in mein Leben, der mich mein ganzes SEIN und vor allem meine Hingabe total veränderte. Er veränderte mein Leben deshalb so intensiv, weil er das Bedürfnis meines Herzens und meiner Seele erkannt hatte. Mein halbes Leben hatte ich mir so etwas gewünscht. Ich durfte erfahren, was es bedeutet, beschützt zu sein … auch mal „klein“ sein zu können und das ohne doppelten Boden unter den Füßen.

LOSLASSEN IST DIE SCHWIERIGSTE AUFGABE DIE WIR HABEN. ES BEDEUTET, NÄMLICH SICH EINZULASSEN, ZU FÜHLEN UND SICH HINZUGEBEN.

Das braucht allerdings sehr viel Vertrauen. Und Mut. Und eine gesunde Basis. Es war eine der schwierigsten Aufgaben in meinem Leben. Ich betrat neuen Boden … ein mir unbekanntes Gebiet! Mit Tretminen kannte ich mich aus. Mit Schmerz auch. Es war etwas Unsicheres, aber ich trat diese anspruchsvolle Reise an … und sie war es wert. <3

Plötzlich gab es da jemanden in meinem Leben, der mir auch mal sagte, dass gewisse Dinge so nicht möglich waren. Dieser Jemand wuchs an meiner emotionalen Sensibilität. Ich durfte endlich Schwäche zulassen.

Dem nachgehen, was unser Herz verlangt …

Ich glaube, wir Frauen sind manchmal viel zu taff. Wir blockieren uns und unsere Gefühle, weil wir Angst haben. Viele von uns haben gekämpft bis  zum bitteren Ende einer Beziehung. Viele leb(t)en für die Firma für den Job. Und ganz ganz viele unter uns wollen oder dürfen keine Schwäche zeigen … WEIL … wir es ja ALLEINE schaffen. Aber ist es nicht auch schön, am Ende eines anstrengenden und herausfordernden Arbeitstages bei jemandem anzukommen? Bei all unseren Erfolgen und Kämpfen und vielen Verantwortungen sowie Anstrengungen im Arm eines Menschen zu liegen und sich „schwach“ zu zeigen?

Über seine Ängste oder Misserfolge zu reden und vielleicht dabei auch manchmal Entscheidungen abzugeben? Ich hätte vor einigen Jahren noch sehr laut „JA, ist es“ gerufen! Heute bin ich da ganz anderer Meinung. Für viele Menschen ist es vielleicht normal, aber wenn man das als Frau nie kennengelernt hat, ist es etwas ganz besonders.

Mich hat es unendlich erfüllt, diesen Schutz und diese Fürsorge zu genießen und zu erleben – und für mein Leben gesehen, so viel in dieser Rolle nachzuholen. Klein und bedürftig war ich zwischendurch und das doch eine ganze Weile. Ich war es gewohnt in meinem Leben alle Entscheidungen alleine und schnell zu treffen. Immer für alles verantwortlich zu sein und ja nicht zulassen, dass auch ich mal eine kräftige Schulter zum Anlehnen brauchte … wie schon gesagt … ich schaffe ja alles alleine.

Die letzten Jahre mit diesem Menschen haben mich „weich“ werden lassen. Denn in diesen Jahren hat auch die kleine Sandra, besonders viel Liebe und Zuneigung erfahren dürfen. <3 Für diese doch sehr späte Erfahrung bin ich auch endlos dankbar! Meine viel zu vielen männlichen Energien habe ich umgewandelt in mehr weibliche, die mir ohnehin gefehlt haben. >lach<. Mein Gleichgewicht ist hergestellt.

All das braucht Vertrauen …

Vertrauen in DEIN Leben! Es wird ein Mensch in Dein Leben kommen (sofern Du ihm nicht schon begegnet bist), vor dem Du leuchten und wachsen darfst. Es wird jemand sein, der sich nicht dadurch bedroht fühlt, wenn Du über Dich hinauswächst! Du musst nur bereit und offen sein, viele Menschen in Dein Leben zu lassen aber auch wieder gehen zu lassen …

Jeder Mensch wird in Deinem Herzen ein Geschenk hinterlassen und es liegt an Dir, es zu erkennen und anzunehmen. Und eines Tages wird es einen Menschen geben, der Deine Schwäche und die Angst dahinter versteht und gemeinsam mit Dir „ausbrüten“ wird. <3

DIE SCHÖNSTEN GESCHICHTEN IN UNSEREM LEBEN, BEGINNEN MIT DEM WORT „ZULASSEN“ … ›zwinker‹

Ein Beitrag aus dem Herzen geschrieben. #mutmachergedanken NUR für Dich.

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Was hat mein Leben geprägt? Wer bin ich heute und wie war ich? Wohin möchte ich mein Leben lenken? Kann ich es überhaupt beeinflussen? Beim Schreiben finden wir so viele wertvolle Antworten auf die wichtigsten Fragen unseres Lebens. Wir befreien uns von Altlasten und öffnen die Fenster zu unserer inneren Weisheit.

Vielleicht fragst Du Dich weshalb ich so oft über das Schreiben an sich „schreibe“?  Die Antwort ist noch immer dieselbe. Weil es mein Leben verändert hat! Und nicht nur meines, sondern auch das Leben mancher Freunde oder Menschen, denen ich immer wieder davon erzählt habe, wie gut es tut kann, sich alles von der Seele zu schreiben.

Bist Du diesem Gefühl schon mal begegnet?

Das Gefühl, das sich einstellt, wenn Du Dir einmal alles von der Seele geschrieben hast? Alles auf Papier zu transportieren, was Dich belastet? Die vielen Kränkungen und Sorgen, die vielen Ängste? Vielleicht hast Du ja schon als Mädchen den Trost des Tagebuchs erfahren, dem Du alles anvertrauen konntest! Ich habe sogar noch eines aus meiner Jugend. Vollgepackt mit Liebeskummer, dem Streit mit Eltern und Schwester, und die Wut auf die ganze Welt. ›lächel‹

Es sind aber auch schöne und liebevolle Momente darin zu finden. Viele verbotene Abenteuer, die wildesten Träume und Sehnsüchte. <3 Schreiben ist der Königsweg der Selbsterkenntnis. Davon bin ich ganz fest überzeugt.

Sobald wir einen Stift in die Hand nehmen und unsere Worte aufs Papier weitergeben, setzt diese befreiende Wirkung ein. Du kannst es spüren wie sich mit jeder Zeile Dein Körper entspannt. Im Schreibprozess geben wir uns die Erlaubnis, uns so zu zeigen wie wir sind. Echt. Unverstellt. Authentisch. Ohne Einschränkung und ohne Verbote! Blockaden werden locker und Gefühle finden ihren Weg nach draußen! Alte Glaubenssätze verlieren plötzlich ihre Macht.

Wir begegnen uns selbst ganz natürlich und ungeschminkt, kommen unserer inneren Wahrheit immer näher. „Wer schreibt, macht sich auf den Weg zu sich selbst“, hat mal ein sehr lieber Mensch zu mir gesagt. Und dem stimme ich bis heute zu. Wenn ich schreibe, erkenne ich, dass ich mir wirklich „wichtig“ bin.  Ich kann mich dabei selbst neu entwerfen, es beeinflusst meine Stimmung  und ich schaffe es, mir auch in den schwierigsten Situationen Mut zu schaufeln. Ich gebe dem, was in mir ist, AUSDRUCK!

Das Schreiben ermöglicht, innerlich aufzuräumen. Blockaden abzubauen und der Lebensenergie zu erlauben hervorzusteigen!

Öffne Dich für Deine Gefühle …

Wir alle tragen einen verletzbaren Kern in uns. In dem sitzt unsere Kraft. Darin liegt und ruht unsere innere Weisheit. Sie weiß viel mehr über uns, als wir überhaupt ahnen! Um sich der befreienden Kraft des Schreibens öffnen zu können, ist das intuitive Schreiben die beste Übung. :D

Intuitives Schreiben bedeutet Weiterentwicklung. Ein Weg zum „Selbstcoaching“ wenn Du möchtest. Dieses Schreiben aktiviert Dein Wissen aus Deinem Verstand. Es ist eine einfache Methode das Wissen Deines Körpers zu nutzen. So wirst Du bewusster mit Deinem Leben umgehen. Es klingt vielleicht wie eine Wissenschaft, ist es aber nicht, denn Schreiben sollte etwas ganz einfaches und intuitives bleiben!

Ich selbst schreibe schon mein ganzes Leben lang sehr gerne. Und das am liebsten mit der Hand auf Papier! Ich bin eine Liebhaberin schöner Notizbücher und der allgemeinen Großschreibung in meinen Büchern. Eine ausgeprägte Handschrift liebe ich ebenso. Sehe ich die Handschrift eines anderen, ist es für mich etwas sehr Persönliches, das ganz viel über den Menschen aussagt! Aber zurück zum intuitiven Schreiben … ›lach‹

Es gibt keine bestimmte Zeit, in der Du damit beginnen sollst. Ich bin der Meinung, diese „richtige“ Zeit stellt sich von ganz alleine ein. Ich liebe es abends zu schreiben. Meinen Tag gedanklich auf Papier zu bringen. Stift und Papier sind für mich genauso wichtig wie Lipgloss … also immer dabei!

Falls Du noch keine Routine darin entwickelt hast, wird es Dir am Anfang etwas schwerfallen. Ein Tipp von mir:
Denke nicht zu viel darüber nach! Schreibe einfach darauf los. Lass Deine Hand mit dem Stift über die Seite gleiten. Ohne über richtig, schön oder falsch und peinlich nachzudenken! Schreibe über Oberflächliches, über tiefsinniges aber auch lustiges. Alles was Du so am Tag erlebt hast, oder was Dich eben beschäftigt.

Das intuitive Schreiben ist eine Art „Psychohygiene“

Du kannst und darfst Dir ALLES von der Seele schreiben. ›lach‹ Super, oder? So befreist Du Dich von all den Dingen, die Dich belasten und welche sich immer wieder zwischen  Dich und Dein wahres Ich drängeln. Somit löst Deine Blockaden selbst und gibst Deiner Seele Raum um zu atmen. <3

Manche Gefühle warten vielleicht schon ganz lange darauf, sich endlich zeigen zu dürfen. Wenn ich an mich selbst zurückdenke, wird mir heute noch übel! Ich hatte so unglaublich viel verdrängt! Alles wanderte in den Untergrund und von dort zogen diese „abgestellten“ Gefühle ihre Fäden! Diese Gefühle waren mächtig und bestimmten viel zu lange mein Leben. Bemerkt habe ich es erst, als ich ernsthaft mit dem Schreiben begann.

Mein Stift war meine Waffe um den „Untergrund“ aufzumischen und mich daraus zu befreien. Es ist wirklich möglich, sich vom Ballast der Vergangenheit auch schriftlich zu befreien. Öffne Dich dem Schmerz und so mancher Bitterkeit. Erforsche Dein Innenleben samt allen Gefühlen. Benenne sie und schreibe sie nieder. <3 Genauso kann Heilung geschehen. Was war, kann sich in etwas Neues verwandeln … ich habe es erlebt.

Was war, das ist …

Da können wir nichts mehr verschieben und verändern. Akzeptieren, mehr fällt mir dazu nicht ein. Was wir allerdings schon können, ist eine Entscheidung treffen, WIE wir das Geschehene betrachten möchten! Mit dem Schreiben setzen wir unsere Kreativität zum „Heilwerden“ ein. Wir machen uns auf die Suche, die Schätze unseres Lebens zu finden und nach oben zu bringen.

Du öffnest damit Türen, die noch fest verschlossen waren. Du lässt Licht in den „Untergrund“. So setzt Du das, was Du erlebt hast, in einen neuen Rahmen. ›lächel‹

Was natürlich nicht heißt, dass wir unsere Erinnerungen manipulieren, wir beleuchten sie nur anders. Der Fokus wird verändert und so starren wir nicht länger auf die schmerzhaften Erinnerungen, sondern stellen ihnen andere, SCHÖNE Erinnerungen an die Seite.

Die glänzenden Tage behalte ich, die dunklen gebe ich dem Schicksal zurück. So mache ich es. Mit sehr großem Erfolg. :-)

Schreibend kann sich jeder Mensch allen Fragen widmen:
Welche Erfahrungen haben mich neues gelehrt?
Was hat mir Kraft gegeben?
Wo liegen meine Talente?
Wie sieht es mit meinem geistigen Potenzial aus?
Und weit ist mein Herz geöffnet?

Es gibt so viele Fragen, die wir uns stellen können. Das Schreiben wird Dir dabei eine große Hilfe sein. Alle Sehnsüchte, die sich in Dir zurückgezogen haben, werden sich zeigen, wenn Du schreibst. <3

Ich wünsche mir sehr, dass ich Dich mit meiner Leidenschaft anstecken kann. Ein Versuch ist es allemal wert.
Wenn Du Deine Erfahrungen mit mir teilen möchtest, lasse sie mir gerne in den Kommentaren da.

Lesezeit: 5 Minuten

Wir alle werden beeinflusst von der Welt der menschlichen Beziehungen. Das können wir zweifellos nicht leugnen. Wir können aber lernen, uns selbst durch die Augen anderer Menschen besonders unserer Partner zu entdecken. Jeder Mensch, der unseren Lebensweg durchkreuzt und den wir kennenlernen, kann uns etwas anderes spiegeln. In unseren Beziehungen zu ihnen dürfen wir uns selbst wieder erkennen. Wir projizieren genau das auf andere, was wir in uns selbst nicht sehen möchten.

Unsere Beziehungen sind unser Spiegel

Es spiegelt sich so ziemlich alles in unseren Beziehungen, was in uns vorgeht. Unsere innere Gefühlswelt wird sichtbar! Sind wir glücklich, ziehen wir glückliche Menschen an. Sind wir unzufrieden, geben wir das oft an unsere Mitmenschen weiter und wir umgeben uns auch mit Menschen, die die gleichen Gefühle wie wir selbst erleben. Die wichtigste Beziehung, die wir führen, ist die mit uns selbst! Sie setzt den Grundstein für alle anderen Beziehungen, die wir eingehen werden. Und wir können nur eine tolle und liebevolle Beziehung führen, wenn wir mit uns selbst die BESTE führen.

Ich weiß es klingt ziemlich abgedroschen, weil wir das ja ständig hören oder lesen. Aber es ist so verdammt wichtig, sich das immer wieder vor Augen zu halten. Menschen, die ständig im Konflikt mit sich selbst stehen, die weglaufen und ständig „austeilen“, anstatt mal stehen zu bleiben, um nachzudenken. Menschen die aufgeben, anstatt zu kämpfen und auch noch erwarten, dass sich alle anderen ändern, verlagern ihre unerfüllten Bedürfnisse auf ihr Umfeld.

Ich zieh ja solche Menschen immer und immer wieder an. Es liegt an mir, denn ich mag es „gebraucht“ zu werden. Ich mag es, wenn ich sehe, wie sich ein anderer durch meine Liebe verändern kann! Wenn sie aufblühen, regelrecht über sich hinauswachsen und neue Ziele erreichen. Liebe gewinnt für mich immer. <3

Leider gibt es da einen Fehler im System. Denn, wenn die Selbstliebe und damit meine ich wirkliche bedingungslose Selbstliebe nicht gefestigt ist, läuft die Liebe die Du Deinem Partner geben möchtest, ins Leere. Klar kommt sie „irgendwie und irgendwann“ an, aber sie wird sich nicht vermehren und kann sich nicht weiter entwickeln.

Ich weiß wie es sich anfühlt, zu sehr zu lieben, sich für jemand anderen zurückzustellen und sich sogar ein Stück weit aufzugeben.

„Das ist eine Sucht“!

Das sagten mir man in vielen Gesprächen, die ich diesbezüglich geführt habe.  All das hat mit LIEBE nichts zu tun! Schon möglich, vielleicht ist das auch so. Aber vielleicht beinhaltet diese „Sucht“ auch einen ganz großen Teil Liebe? Das Problem, und dieses ist mir auch klar geworden ist, dass die Liebe keine Basis hat! Das Problem ist, dass die Liebe immer an Bedingungen geknüpft ist. Sie ist nicht frei von Erwartungen, da man ja den anderen mit seiner Zuneigung verändern möchte.

An der Stelle kann ich von mir selbst sagen, dass ich fast schon eine „Retterrolle“ eingenommen habe. „Oh ja, ich möchte für dich da sein und dir zeigen wie toll du bist …“ Diese Muster sind (waren) zwar immer sehr liebevoll gemeint und zeigen große Hilfsbereitschaft, aber wir können keinen Menschen „retten“ wenn er sich selbst nicht verändern mag! Wir können ihn NUR lieben … ganz ohne Druck. Aus Erfahrung kann ich sagen, wie schmerzerfüllt dieser Weg sein kann.

Liebe alleine, reicht nicht für eine Beziehung

Diese Erkenntnis war eine der wichtigsten in meinem Leben. Nach meinen Trennungen habe ich mich oft gefragt: „Habe ich nicht genug geliebt und gegeben?“ Doch darum ging es gar nicht. Es gibt so viele unterschiedliche Formen der Liebe, und wir müssen für uns selbst herausfinden, welche die BESTE für uns ist!

Die einen macht es happy sich aufzuopfern, andere bevorzugen die Liebe, die ganz viel Freiraum lässt. Unsere Wünsche an die Liebe können wir selbst klar definieren. Wichtig und ein guter Rat von mir: Stelle keine Bedingungen. Liebe passiert nicht unter Druck oder Erwartungen. Liebe wächst, indem wir einfach dazu bereit sind, uns darauf einzulassen. <3

Es gibt aber auch noch eine andere Seite

Es gibt nichts Frustrierenderes als einem Menschen alles geben zu wollen, doch zu merken, dass es sinnlos ist! Du verlierst dich darin selbst …

Wir fallen in die Opferrolle, wenn unsere Liebe ins Leere greift. Und bevor man es sich selbst eingesteht, ist die „Opferrolle“ eine tolle Alternative! Wir sind die Mutter Theresa, die doch nur alles richtig machen möchte und helfen will. Und was ist der Dank dafür? Pure Zurückweisung! Dabei machen wir uns klein und bedürftig. Vielleicht ist das für eine kurze Zeit auch okay, aber langfristig gesehen ist die „Opferrolle“ nichts Gutes! In solchen Bindungen findet die Beziehung auf zwei Ebenen statt. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit wirkliche Nähe zu spüren!

Das Wichtigste in unseren Beziehungen ist das Gleichgewicht an Freiheit und Geborgenheit. Das Wort AMAE kommt aus dem Japanischen und bedeutet, sich in der Beziehung geborgen und sicher zu fühlen. Aber auch frei und unabhängig! Dieses Wörtchen beinhaltet alles, was man über Beziehung zu sagen ist. <3
Harmonisch im Gleichgewicht mit uns selbst und unserer Beziehung leben.

Eine Beziehung eingehen, ist ein Gefühl

Liebe ist nicht das, was wir erwarten zu bekommen. Sondern das, was wir bereit sind zu geben. Kluge Frau, die Katharine Hepburn. :-)

Wenn wir uns entscheiden, eine Beziehung einzugehen, ist das keine Entscheidung, die unser Kopf trifft. Da werden keine Vor – und Nachteile abgewogen und hinterfragt. Es ist auch kein rationales Empfinden! Liebe ist ein Gefühl! Es kann uns sogar manchmal blind und hilflos machen … nämlich dann, wenn wir sie falsch interpretieren.

Liebe kann sogar egoistisch und aufopfernd sein. Wir glauben, dass das Gegenüber, das in seinem Herzen trägt, was wir so dringend brauchen und gehen davon aus, dass dieser Mensch all das immer und ohne Bedingungen zur Verfügung stellt!

Und gleichzeitig ist LIEBE so wundervoll! Sie schafft es, uns schweben zu lassen. Sie lässt uns ankommen, durchatmen und auftanken. Liebe ist ein Gefühl das sich „warm“ anfühlt. Sie schafft es, unsere Prioritäten zu verschieben und ich finde, das darf auch sein. <3

Jede Beziehung spiegelt uns etwas …

Es ist übrigens komplett gleichgültig, ob es sich um eine Freundschaft oder eine Liebesbeziehung handelt. Alle Beziehungen, die wir eingehen, konfrontieren uns mit unserer inneren Gefühlswelt! Jede Verbindung spiegelt uns etwas. Oft ist es ja so, dass wir das, was wir an anderen nicht leiden können, auch an uns selbst nicht mögen. Dinge, die uns bei anderen abstoßen oder „aufregen“, sind auch Anteile, die wir an uns selbst nicht akzeptieren können! Vielleicht kennst Du das ja. ›zwinker‹

Andersrum ist es genau das Gleiche. Es gibt Menschen, mit denen wir sofort „warm“ werden. So als würde man sich schon ewig kennen. Sie tragen sehr oft etwas in sich das wir selber in unserer Persönlichkeit gerne hätten und deshalb bei anderen sehr schätzen.

Beziehungen sagen mehr über uns aus, als wir manchmal meinen. Doch bei aller LIEBE, jeder entscheidet selbst, in welchem Tempo er sich entwickelt. Ich habe die Erfahrung mehrfach machen müssen: Alleine wegen der Hoffnung oder der Sehnsucht bei einem Menschen zu bleiben, wird Dich auf Dauer kaputt machen!

Die Bibel sagt, die Liebe glaubt alles, hofft alles, und hält allem stand. Ich hatte das tatsächlich mal geglaubt. Niemals aufgeben, weil Liebe das höchste Ziel ist und es unglaublich viel Geduld beweist, wenn Frau aus tiefsten Herzen weiter an die Liebe glaubt. Heute weiß ich, dass sich Liebe verändert. Verändern darf! Und es auch LIEBE sein kann, einen Menschen zu verlassen.

Schlussworte:

Nimm Dir das Gute aus Deiner alten Beziehung mit.
Bedanke Dich aufrichtig.
Sei wütend, traurig und verletzt.
Weine Dir die Seele aus dem Leib und lass Dich fallen.
Aber vertraue darauf, dass sich der Schmerz verändern wird!
Du wirst bei Dir ankommen, und die Liebe zu Dir selbst, wird bleiben. <3

Eine gute Zeit, alleine oder zu zweit.

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WAS ENTSPRICHT DEINEM CHARAKTER?

Was wir für vernünftig oder unvernünftig halten, ist für jeden Menschen unterschiedlich. Genauso wie gut oder böse, sinnvoll und sinnlos. Jeder hat dazu seine ganz eigenen Gedanken.

Es ist einfach, sich in den eigenen Ansichten zu verfangen. Als klebten wir an einem unsichtbaren Drehbuch und würden allen Anweisungen und Verhaltensmustern folgen, die wir selbst nicht verstehen.

Je mehr wir das Drehbuch infrage stellen und je mehr wir es den strengen Prüfungen unserer Bildung unterziehen, umso mehr wird es zu unserem eigenen Kompass. Wir werden Überzeugungen und Gedanken haben, die nur uns und niemand anderem gehören.

CHARAKTER ist eine mächtige Festung in einer Welt, die uns liebend gern kaufen, verführen, verlocken und verändern würde! Wenn wir allerdings wissen was wir glauben und warum, können wir ungesunde Beziehungen und Jobs ebenso vermeiden wie „Schönwetterfreunde“ und jede Art von Missstand, die Menschen plagen, die über ihre Sorgen einfach zu wenig und nicht richtig nachdenken.

DAS vermag schon Bildung … deswegen arbeiten wir ständig an UNS. Wenn wir richtig einordnen können, müssen wir uns nicht mehr bloß auf unsere Einschätzung dessen, was äußere Umstände bedeuten verlassen, sondern wir werden Regeln anwenden, die dem eigenen Charakter entsprechen.

Leute mit MUT und Charakter sind den anderen Menschen immer SEHR unheimlich.

H.Hesse

Bis bald, Deine Sandra

Danke an J. Mayer für das ausdrucksstarke Bild. <3

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Heute ist es wieder so weit. Ich möchte Menschen mit  PTBS (posttraumatische Belastungsstörung), aber auch Menschen, die kerngesund sind, in die Welt eines an PTBS leidenden Menschen entführen. Hilfreich für uns alle um besser zu verstehen und sich besser hineinversetzen zu können, vielleicht lebst Du ja mit so jemanden  zusammen? Alle die mich lesen wissen, dass ich selbst eine Betroffene bin und ich mich keinesfalls schäme, darüber zu berichten. Ich möchte ein wenig „Aufklärungsarbeit“ leisten, so weit es mir mit „normalen“ Worten und meinen Erlebnissen mit PTBS, möglich ist. Ich freue mich, wenn Du bleibst und am Ende sagen kannst: „Jetzt verstehe ich so einiges besser …“

Ich schreibe ja immer wieder darüber und die Resonanz meines letzten Beitrages über Entwicklungstrauma hat mich sehr beeindruckt! Selten wird darüber geredet und wenn doch, nur hinter vorgehaltener Hand. Ich bin da etwas anders, ich möchte meine Erfahrungen teilen und mit verständlich einfachen Worten erklären. Und an alle Betroffenen:  „Hey, alles gut … es ist gerade wieder nur so eine Phase in unserm Leben, die vorbeigeht“. Also schön, wenn Du bleibst. ›lächel‹

Wie ein Trauma unser Leben beeinflussen kann

Ein Trauma hat es wahrhaft faustdick hinter den Ohren, sage ich Dir. Es ist manchmal so aktuell präsent, dass es mich daran hindert mich in meinem eigenen Körper, meinem Leben heimelig zu fühlen. Traumatisierte Menschen vermissen sehr oft die Freude und die Lebendigkeit in ihrem Leben. Sie leiden daran sich nirgendwo wirklich zu Hause zu fühlen. Man erlebt sich selbst meist als „Fremde“ in der Welt und hat das Gefühl, ein Zuschauer in seinem eigenen Leben zu sein.

Diese Phasen kommen immer wieder und ich nenne sie „Auf der Flucht bin – Phase“. Keine Glaskuppel über einem zu haben, der Nicht-Zugehörigkeit zu entkommen. Einfach bei sich selbst ankommen und sich wohlfühlen … in der Welt willkommen sein. Das sind dann so aufkommende Wünsche, die man als Betroffener kennt.

Klingt eigenartig? Es IST eigenartig kann ich Dir sagen. Es liegt daran, dass die grundlegende Erfahrung des willkommen Seins bei vielen PTBS erkrankten ausgeblieben ist. Sie haben diese Erfahrung nie richtig gemacht. Deshalb bleibt die Welt, die Gesellschaft ein fremder nicht vertrauensvoller Ort. Das führt dazu, nie wirklich im Leben zu landen. Für mich fühlt es sich so an, als hätte man einen Fuß fest im Leben und den anderen in einer anderen Welt. Ein wenig heimatlos sozusagen …

Der Schlüssel zu all dem ist der Körper

Der Körper ist unser zu Hause für das Leben das wir führen und haben. Es gibt kein Um- und Ausziehen … wir müssen uns mit diesem „Haus“ (Körper) anfreunden! Es uns so einrichten, dass wir uns wohlfühlen. Tun wir das, wird sich unser grundlegendes Lebensgefühl verändern und uns Wärme und Licht spenden.

Jetzt ist es leider so, dass uns Verletzungen und Entwicklungstraumata daran hindern, uns in unserem „Haus“ richtig wohlig zu fühlen.

Es ist ein unangenehmes Gefühl, das bei mir drei Jahre lang andauerte. Aber dennoch hatte ich immer das Gefühl, etwas anderes tut sich auf. Meine Therapie spielte dabei eine ganz wichtige Rolle. Sie vermittelte mir immer, dass dieses Gefühl nur ein Übergangsgefühl ist und am Ende etwas dabei herauskommen wird. Meine Therapien waren praktisch die Hoffnung und das Wissen, dass es weitergeht.

Sich im eigenen Körper zu Hause zu fühlen ist etwas, das für Menschen mit Verletzungen, Schockerlebnissen ein ganz zentrales Thema ist. Oft bewohnen wir diesen Körper nicht und brauchen Hilfe, ihn auf allen möglichen Ebenen zu spüren. Wir kommen nicht zum ICH ohne ein DU. Wir schaffen es nicht, uns fallen zu lassen, ohne mal eine Hand zu haben, die uns hält. Mir hilft es sehr mich dabei zu spüren und mich selbst auszuhalten in meinem Schmerzen.

Das alles ist sehr schwer. Dazu braucht es jede Menge Vertrauen zum Therapeuten und noch mehr Vertrauen in die Hand, die einen manchmal hält. Manchmal braucht es sogar mehrere Anläufe um bei den richtigen Personen angekommen zu sein und das notwendige Vertrauen dabei mitzubringen.

Sich selbst vertrauen!

Traumatisierte Menschen tun sich schwer mit dem Wort Vertrauen. Sie vertrauen nicht mal ihrer eigenen Wahrnehmung, da die eigenen Gedanken oft von früheren Ereignissen und Erfahrungen geprägt sind.

Vertrauensbildende Prozesse dauern eine ganze Weile. Das aller wichtigste ist aber sich erstmal selbst zu vertrauen! Vertrauen beinhaltet nämlich die Fähigkeit, zu vertrauen, dass andere Menschen Gutes wollen. Es ist NICHT immer so wie PTBS erkrankte Menschen es kennen. Es gibt auch sehr viele „gute“ Menschen, die uns sagen, dass wir in Ordnung sind, genauso wie wir sind! Wenn man erstmal zu dieser Einstellung gelangt ist, geht es bergauf.

Diesen Orientierungsprozess musste ich abschließen, sonst wäre ich niemals zu meiner Ruhe gekommen, sondern wäre in diesem Alarmmodus gefangen geblieben! Richtig weg ist dieses Warndreieck allerdings nicht. Es fällt mir schwer mich an anderen Personen einfach so zu erfreuen oder frei Schnauze los zu quatschen und Kontakt zu knüpfen. Warum? Weil ein kleiner Teil in mir immer noch auf Fehlersuche ist und ihn meistens auch findet.

Traumen sind „unlogisch“

All diese Dinge laufen automatisch ab und ich kann sie nicht großartig willentlich beinflussen. Von einem traumatisierten Menschen zu verlangen, er soll sich „zusammenreißen“ ist etwas total unsinniges und ein Schuss ins Bein. Genauso kann man Traumen „wegerklären“. Gefühle von traumatisierten Menschen klaffen manchmal kilometerweit auseinander. Der  Verstand weiß das alles in bester Ordnung ist und trotzdem ist ein unbehagliches Gefühl von einem Moment auf den anderen da. Ausgelöst von den verschiedensten Dingen. Dieses Gefühl lässt sich weder von rationalen Argumenten noch von der Realität beeinflussen …

Es gibt Hilfe

Die besten Ergebnisse brachte für mich die kognitive Verhaltenstherapie. Sie gab mir die Sicherheit, um mich intensiv mit meinen Traumen auseinander zu setzen. Wer pausenlos von unschönen Bildern überschwemmt wird, lernt wie er diese am besten abwehren kann. Wer den Schrecken total abgenabelt hat, wird sanft und behutsam an das/die Erlebnis(e) herangeführt und lernt ganz langsam mit den schmerzvollen Erlebnissen und den damit verbundenen Gefühlen, umzugehen. So verlieren die unschönen Situationen ihre Kraft.

Der Körper wurde langsam aber sicher wieder zu einem zu Hause, in dem ich mich gerne aufhalte. Ein kleines Zimmer gibt es zwar immer noch, das mir nicht gefällt und noch renoviert werden müsste, aber ich arbeite jeden Tag daran. Ich vertraue MIR und ich sehe das Gute im Menschen.

Betroffene sollten nicht aufgefordert werden sich zusammenzureißen, sondern man sollte ihnen zuhören sofern sie das Bedürfnis haben darüber zu reden und in schwierigen Phasen, die ja nicht ewig andauern, liebevoll zur Seite stehen.

Wenn wir die Gründe für das Verhalten mancher Menschen verstehen könnten, würde sicher alles einen Sinn ergeben.

Danke, dass Du geblieben bist. Eine schöne Zeit für Dich und alles Gute.

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Eine Geschichte über Gefühle

Es war einfach nicht mehr zu übersehen. DIE GEFÜHLE: Sie wurden  weniger. Zügig hatte ihre Zahl und gewaltig ihr Einfluss in den letzten Jahren abgenommen. So wurde beschlossen, eine Versammlung abzuhalten, um die Lage zu besprechen. Überall verbreitete sich schnell die Nachricht, dass es ein Treffen geben sollte, und zwar schnell. Und so strömte in jener Nacht ein ganzes Heer von Gefühlen zum Versammlungsort.

An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass es grundsätzlich zwei Arten von Gefühlen gibt. Die ECHTEN und die UNECHTEN!

Die Versammlung in dieser Nacht war ein Treffen der echten Gefühle. Kurz – die ECHTEN genannt.

Ihre Aufgabe war, den Menschen wirklich lebendig sein zu lassen. Wenn ein Mensch seine echten Gefühle kennt, akzeptiert und den Mut hat, zu ihnen zu stehen, fühlt er sich wohl, stabil und gut. Das ist nicht misszuverstehen: Es gibt durchaus Konflikte in solch einem Leben. In jüngster Vergangenheit breiteten sich ganz massiv die „UNECHTEN“ aus und schienen immer mehr Anklang zu finden, also Gefühle, die nur ein Ersatz für die ECHTEN waren.

Natürlich waren an diesem Abend der ECHTEN auch Spione von der anderen Seite vertreten: Sie sollten Informationen sammeln, umso gegebenenfalls Maßnahmen der Gesellschaft der ECHTEN rechtzeitig unterwandern zu können. Für einen UNECHTEN war es eine Leichtigkeit, sich unter die ECHTEN zu mischen, da die Ersatzgefühle Meister in der Fähigkeit sind, als „ECHT“ aufzutreten. Doch nun wollen wir doch mal hören, was es auf der Versammlung so alles zu besprechen gab. Ein ECHTES eröffnete den Abend.

„Liebe Mitgefühle! Kaum einem von uns ist es entgangen, dass wir, die ECHTEN Gefühle immer weniger mit den Menschen zusammenkommen. Wir werden nicht angenommen und können dadurch nicht wirken. Die UNECHTEN – dieses scheinheilige Pack, sind dagegen prima im Geschäft! Lasst und gemeinsam überlegen, ob wir etwas tun können, damit die Menschen tiefer fühlen, uns akzeptieren und dadurch auch selbst wieder ECHTER werden!

Es wurde eine sehr lange Nacht.

Nach diesen Worten meldete sich ein Gefühl zu Wort, groß und mächtig von Statur, aber verhärmt und verunsichert in der Ausstrahlung. „Ich bin Stellvertreter für die WUT. Wie unser liebes MITGEFÜHL einleitend ganz richtig sagte, haben wir Wutgefühle immer weniger Gelegenheit, zum Ausbruch zu kommen. Wir können ebenso wie der ÄRGER, den Menschen noch so sehr quälen und bedrängen, oft kommen wir damit nicht durch. Überall hört man auch, der Mensch soll sich im Griff haben, sich zusammenreißen und bloß keine Blöße zeigen!

Zustimmendes Gebrummel und Applaus folgten. Die WUT hatte einen sehr wichtigen Punkt angesprochen, der beinahe ALLEN Gefühlen Schwierigkeiten machte. Durch die allgemeine Zustimmung sichtlich ermuntert setzte die WUT ihre Rede fort. „Meine Konkurrenten die ZERSTREUUNG, die UNEHRLICHKEIT, HEUCHLEREI und wie sie noch so alle heißen mögen, machen mir schwer zu schaffen.“

„Besonders besorgt bin ich darüber, dass ich unsere aller schlimmsten Gegner, immer häufiger antreffe.“ Hier machte die WUT, deren Rede immer flammender wurde, eine Pause. „Immer mehr begegne ich bei den Menschen der ANGST. Mit all ihren Facetten. Im Schlepptau die FEIGHEIT und die UNGERECHTIGKEIT bis hin zur SELBSTAUFGABE und RESIGNATION!“

„Leider …“ meldete sich ein sehr zartes und zerbrechlich anmutendes Gefühl zu Wort. „Ich bin die LIEBE“ sprach es „und wenn ich euch erzähle, was die Menschen mir und damit sich selbst antun, wird doch deutlicher, wie schlimm und bedenklich die Situation ist.“

Die LIEBE spricht weiter:

„Fast immer, wenn ich auftauche, ist es ein erfreuliches Erlebnis. Wie oft werde ich herbeigesehnt, gewünscht und sogar besungen. Aber bald schon – oft stehe ich fassungslos davor, wie schnell gibt es Probleme, die daraus entstehen, dass die meisten Menschen mich gar nicht richtig verstehen.“

„LIEBE verspüren heißt für viele, Ansprüche stellen zu können, den anderen zu formen und lenken zu wollen. Vorschriften zu machen usw. … na ja ihr kennt das ja alle. Die Menschen sind dabei erfinderisch um sich selbst zu quälen. Und so fühle ich mich sehr oft machtlos und gerupft durch die EIFERSUCHT und die daraus entspringende UNEHRLICHKEIT und INTRIGE. Diese Scheingefühle haben die UNECHTEN ja nur zu gut eingeführt!“

Und so ging es die ganze Nacht hindurch. Die Spitzel von der Gegenseite machten sich eifrig Notizen. Der EGOISMUS beschwerte sich lang und eindringlich über die Diskriminierung, die ihm seit langem widerfuhr: „Wenn die Menschen aus lauter Angst vor mir nur noch sich anpassen und intrigant werden, kann ihnen das ja letztendlich einfach nicht guttun!“

Die Gefühle, so unterschiedlich sie auch sind, kamen am Ende überein, dass sie es auf gar keinen Fall noch einmal riskieren wollten, die Menschen für eine Nacht zu verlassen, um weitere Versammlungen abzuhalten. Wie Beobachter berichteten, war zu viel in dieser Nacht passiert, als die Menschen ohne ECHTE GEFÜHLE waren! „Die UNECHTEN können uns zwar kurzfristig ersetzen, auf Dauer jedoch niemals. Dazu sind wir zu tief im Menschen verwurzelt. Wir ECHTEN gehören in diese Welt. Wir sind nicht unter den Tisch zu kehren und wir müssen uns verstärkt durchsetzen! Wir müssen uns bei den Menschen konsequenter durchsetzen. Damit sie aufwachen und ihre Chance wahrnehmen!“

Der Beifall war groß, wenn auch geteilt. Und ebenso geteilt war die Stimmung. Der Morgen brach an und viele waren sich nicht sicher, ob sie sich durchsetzen können, weil die Konkurrenz durch die UNECHTEN sehr groß war. Andere vertrauten auf ihre Ursprünglichkeit, die einfach Gültigkeit hat.

Die Gefühle trennten sich mit dem festen Grundsatz, sich weiterhin in den Menschen bemerkbar zu machen und NIEMALS aufzugeben. <3

Kristiane Allert-Wybranietz

Dieses Mal ein paar Zeilen mehr. Eine Geschichte, die perfekt in unserer Zeit Platz findet. Danke für Deinen Besuch.
Bis bald, pass auf Dich auf.